Was ändert sich für Urlauber und Residenten?
Die elf Masten und die oberirdische Leitung verschwinden aus dem Parque Natural Dunas de Corralejo in der Gemeinde La Oliva. Die Leitung durchquert das Schutzgebiet von Osten nach Westen und führt bis zu den RIU-Hotels, wie Canarian News berichtet.
Für Besucher bedeutet der Rückbau vor allem ein ungestörteres Landschaftsbild in den Dünen. Die Masten und Leitungen sind weithin sichtbar und prägen bislang den Blick über das Naturschutzgebiet. Nach dem Abbau bleibt die offene Dünenlandschaft ohne diese technische Infrastruktur.
Die veröffentlichten Angaben nennen keine neuen Gebühren, Anträge oder Zugangsvoraussetzungen für Besucher. Auch konkrete Strandschliessungen, Sperrzeiten oder Umleitungen während der Arbeiten wurden nicht veröffentlicht, wie aus den vorliegenden Informationen hervorgeht.
Warum wird die Leitung entfernt?
Der Naturpark gehört zum geschützten Gebiet der Red Natura 2000. Der Plan de Ordenación de los Recursos Naturales (PORN) verbietet Freileitungen in diesem Bereich, wie Canarian News meldet. Eine Änderung des PORN wird derzeit vom Cabildo bearbeitet.
Die Cabildo-Präsidentin Lola García und die Raumordnungsrätin Nereida Calero betonten laut Canarian News die Notwendigkeit, Ökosysteme und Landnutzung zu schützen. Solche Praktiken seien in den Planungsrichtlinien derzeit untersagt.
Der Rückbau betrifft eine alte Infrastruktur, die nach dem Bau der neuen 132-kV-Leitung nicht mehr benötigt wird. Die vorliegenden Informationen nennen keine Änderung der Stromversorgung für Corralejo oder die RIU-Hotels.
Wie werden die Arbeiten durchgeführt?
Die Arbeiten müssen über vorhandene Strassen und befestigte Wege erfolgen. Neue Zufahrten oder Wege dürfen nicht angelegt werden, wie der Cabildo laut Canarian News festlegte.
Werden Böden oder Vegetation punktuell beschädigt, muss Edistribución Redes Digitales S.L.U. die betroffenen Flächen wiederherstellen. Das Unternehmen gehört zur Endesa-Gruppe.
Für das gesamte Inselprojekt gilt eine Höchstfrist von 18 Monaten für den vollständigen Abbau. Der Stromtransport soll über die neue 132-kV-Doppelleitung gesichert bleiben, wie die Dirección General de Energía festlegte.
Welcher grössere Zusammenhang besteht?
Für das gesamte Inselprojekt genehmigte die Dirección General de Energía den Abbau von 344 Masten auf mehr als 93 Kilometern in La Oliva, Puerto del Rosario, Antigua, Tuineje und Pájara.
Red Eléctrica de España, S.A.U. ist der autorisierte Projektträger für das Gesamtprojekt.
Welche Umweltauflagen gelten?
Der Managementplan des Naturparks Corralejo aus dem Jahr 2006 verlangt, dass neue Stromleitungen unterirdisch verlegt und entlang bestehender Strassen oder Infrastruktur geführt werden. Auch der Abbau stillgelegter Freileitungen ist vorgesehen, sobald Ersatzinfrastruktur verfügbar ist.
Die Arbeiten müssen die Umweltauflagen einhalten. Dazu gehört laut Hintergrundrecherche der Erhalt ausgewählter Masten, die als Schlaf- oder nächtliche Sammelplätze des gefährdeten Schmutzgeiers, auch Guirre genannt, identifiziert wurden.
Der Cabildo legte fest, dass der Rückbau vorhandene Wege nutzen muss. Bei lokalen Schäden an Böden oder Vegetation muss Edistribución die Flächen wiederherstellen.
Was ist noch offen?
Für den Abschnitt in den Corralejo-Dünen wurden bisher kein konkreter Baubeginn, keine Dauer und keine Kosten in Euro veröffentlicht. Auch ein detaillierter Arbeitskalender liegt nicht vor, wie aus den vorliegenden Informationen hervorgeht.
Konkrete Besucherregelungen während der Arbeiten sind ebenfalls noch nicht bekannt. Die veröffentlichten Angaben nennen keine Strandschliessungen oder Umleitungen.
Als nächster Schritt muss Edistribución die genehmigten Arbeiten unter den Umweltauflagen durchführen. Für das übergeordnete 66-kV-Projekt war ein Beginn nach Abschluss der erforderlichen Verwaltungsverfahren vorgesehen; der vollständige Abbau muss innerhalb von 18 Monaten erfolgen.