Stell dir vor, du startest mit einem Kaffee am endlosen Sandstrand von Corralejo und landest wenige Stunden später in den saftig-grünen Hügeln Kantabriens. Was nach einer cleveren Reiseroute für Individualisten klingt, soll bald viel einfacher werden. Die Tourismusverantwortlichen von Fuerteventura und Kantabrien haben sich in Santander getroffen und eine richtungsweisende Zusammenarbeit vereinbart. Ihr Ziel: die Stärken beider Regionen bündeln, Reisende wechselseitig neugierig machen und langfristig sogar eine direkte Flugverbindung einrichten.
Die Initiative ist ein kluger Schachzug. Fuerteventura lockt mit ganzjährig mildem Klima, spektakulären Stränden und einer wachsenden Outdoor-Szene – ideal für alle, die dem mitteleuropäischen Winter entfliehen wollen. Kantabrien hingegen punktet mit einer völlig anderen, ebenso faszinierenden Kulisse: wilde Küsten, das grüne Hinterland, Kulturstädte wie Santander und Pilgerwege wie der Camino Lebaniego. Beide Destinationen ergänzen sich perfekt, ohne sich Konkurrenz zu machen.
Wer am Tisch saß: Die Köpfe hinter der Allianz
Bei dem Treffen in Santander waren die wichtigsten touristischen Entscheidungsträger beider Regionen vertreten. Für die Kanareninsel reisten Marlene Figueroa, die Insel-Tourismusministerin des Cabildo de Fuerteventura, und Moisés Jorge Naranjo, der Direktor des Tourismusverbandes Patronato de Turismo, an. Die Gastgeber aus Kantabrien wurden angeführt von Luis Martínez Abad, dem regionalen Tourismusminister, und José Luis López Vielba, dem Generaldirektor für Tourismus und Gastgewerbe der kantabrischen Regierung.
Dass sich diese vier Schlüsselfiguren persönlich zusammensetzten, unterstreicht den Stellenwert der neuen Partnerschaft. Es geht nicht um unverbindliche Absichtserklärungen, sondern um eine konkrete, operative Zusammenarbeit. Die offiziellen Tourismusbehörden beider Seiten – der Patronato de Turismo de Fuerteventura und das kantabrische Tourismusministerium – werden die vereinbarten Aktionen vorantreiben und die Details ausarbeiten.
Was die Kooperation konkret bringen soll
Im Kern geht es um drei große Bausteine. Erstens wollen Fuerteventura und Kantabrien gemeinsame Werbe- und Marketingaktionen entwickeln, die beide Reiseziele in den jeweils anderen Märkten bekannter machen. Man könnte sagen: Die Kanaren werden im Norden Spaniens und in den für Kantabrien wichtigen Quellmärkten sichtbarer, während das grüne Spanien den kanarischen und internationalen Fuerteventura-Gästen schmackhaft gemacht wird.
Zweitens soll ein gegenseitiger Besucheraustausch in Gang kommen. Die Idee: Wer bereits auf Fuerteventura Urlaub macht, könnte mit einem Kurztrip oder einer kombinierten Reise auch Kantabrien kennenlernen – und umgekehrt. Das ist besonders reizvoll für Reisende, die Abwechslung lieben und innerhalb eines Urlaubs gerne kontrastreiche Landschaften erleben. Drittens – und das ist der vielleicht spannendste Punkt – arbeiten beide Seiten an der Möglichkeit einer künftigen Direktflugverbindung zwischen der Insel und dem nordspanischen Festland.
Zwei Profile, die sich perfekt ergänzen
Fuerteventura ist längst mehr als nur ein klassisches Sonne-und-Strand-Ziel. Die Insel setzt verstärkt auf Natur- und Outdoor-Tourismus, etwa mit dem Programm „Fuerte por Naturaleza“, das ländliche Gebiete und lokale Produzenten einbindet. Auch Sternenbeobachtung spielt eine wachsende Rolle: Die Insel ist als Starlight-Destination zertifiziert und bietet dunkle Nachthimmel, von denen Astronomie-Fans träumen. Hinzu kommen Kooperationen mit Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften, um besonders die Wintersaison zu stärken.
Kantabrien wiederum positioniert sich unter der Marke „Cantabria Infinita“ und als Teil der Dachmarke „España Verde“ – gemeinsam mit Galicien, Asturien und dem Baskenland. Die Region setzt auf grüne Landschaften, Küstenberge, Kultur und Kulinarik. Neue Museen in Santander, der Jakobsweg an der Küste und der Pilgerpfad Camino Lebaniego sind starke Argumente für Kulturinteressierte. Kantabrien hat zudem bereits Erfahrung mit Airline-Partnerschaften: Mit der kanarischen Fluggesellschaft Binter läuft eine Kooperation, bei der Flugzeuge und Airline-Kanäle als rollende Tourismusbüros für die Region dienen.
Ein kluger Beitrag zur Entzerrung der Saison
Die neue Allianz fügt sich nahtlos in die übergeordnete spanische Tourismusstrategie ein. Landesweit wird seit Jahren an einer Entzerrung der Hauptsaison gearbeitet – Stichwort „Deseasonalization“. Ziel ist es, Besucherströme gleichmäßiger über das Jahr zu verteilen und die Abhängigkeit vom klassischen Sommer-Strandtourismus zu verringern. Fuerteventura mit seinem ganzjährig milden Klima und Kantabrien mit seiner grünen Frühlings- und Herbstkulisse können sich dabei ideal ergänzen.
Für Fuerteventura geht es darum, die starke Wintersaison weiter auszubauen und gleichzeitig Gästen im Sommer eine spannende Ergänzung zu bieten. Kantabrien wiederum kann von den kanarischen Besucherzahlen profitieren und neue Zielgruppen erschließen – etwa Reisende aus Deutschland oder Großbritannien, die bisher vor allem die Inseln kennen. Die bestehenden Airline-Kontakte beider Regionen, insbesondere über Binter, machen die Idee eines Direktflugs realistischer, als es auf den ersten Blick scheinen mag.
Häufige Fragen
- Was genau haben Fuerteventura und Kantabrien vereinbart?
- Beide Regionen wollen gemeinsam Tourismus-Promotion betreiben, Besucher austauschen und die Möglichkeit einer direkten Flugverbindung prüfen.
- Wer ist für die Zusammenarbeit verantwortlich?
- Auf Inselseite der Patronato de Turismo de Fuerteventura unter Marlene Figueroa, auf Festlandseite das kantabrische Tourismusministerium unter Luis Martínez Abad.
- Gibt es schon einen Direktflug zwischen Fuerteventura und Kantabrien?
- Noch nicht. Die Einrichtung einer direkten Flugverbindung ist ein erklärtes Ziel der Partnerschaft, aber aktuell noch in der Prüfungsphase.
- Warum passen die beiden Reiseziele so gut zusammen?
- Fuerteventura bietet Sonne, Strand und Outdoor-Aktivitäten, Kantabrien grüne Landschaften, Kultur und Kulinarik – sie ergänzen sich, statt zu konkurrieren.
- Wann starten die ersten gemeinsamen Aktionen?
- Ein genauer Zeitplan wurde noch nicht veröffentlicht. Die Tourismusbehörden beider Seiten arbeiten die konkreten Maßnahmen derzeit aus.
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Stand: 25. Juli 2026. Dieser Artikel basiert auf einer Meldung von Europa Press sowie öffentlich zugänglichen Informationen der Tourismusbehörden von Fuerteventura und Kantabrien. Details zur rechtlichen Form der Vereinbarung und zu konkreten Budgets sind derzeit nicht öffentlich bestätigt.
