Was bedeutet der Streik am 11. November für Urlauber?

Wer am 11. November auf Fuerteventura unterwegs ist, muss mit Störungen rechnen. Der Generalstreik dauert am Mittwoch, 11. November 2026, 24 Stunden und gilt in ganz Spanien.

Britische und weitere Medien warnen vor möglichen Flugausfällen und Verkehrsverzögerungen. Eine amtliche Mitteilung für Flughafen, Fähren oder Busse der Insel gibt es bisher nicht, und welche Verbindungen betroffen sind, steht nicht fest.

Mindestdienste sind Fahrten und Personal, die trotz Streik laufen müssen. Für den 11. November sind sie nicht veröffentlicht, sie erscheinen üblicherweise erst kurz vor einem Streik.

Flug- und Transferpläne sind deshalb unsicher. Wer fliegt, prüft vorab die Mitteilungen der Airline, und wer einen Transfer gebucht hat, fragt beim Anbieter nach.

Fahren auf Fuerteventura die Busse?

Ob die Busse von Tiadhe auf Fuerteventura fahren, weiss bisher niemand: Eine veröffentlichte Festlegung der Mindestdienste gibt es nicht. Das gilt ebenso für das Gesundheitswesen.

Beim Busstreik im September 2025 galten auf Fuerteventura und Lanzarote 70 Prozent Mindestdienst. Das war ein anderer Streik und keine Prognose für den 11. November.

Über Mindestdienste im öffentlichen Dienst entscheidet die Regierung, bei regionalen Diensten also der Gobierno de Canarias (Kanarische Regierung). Ob ein Beschluss des Consejo de Gobierno (Regierungsrat) für den 11. November vorliegt, liess sich nicht bestätigen.

Die Gewerkschaften fordern, dass die Mindestdienste nicht missbräuchlich hoch ausfallen. Bis zum 3. November ist keine Festlegung bekannt.

Wer streikt und was fordern die Gewerkschaften?

Hinter dem Streik stehen CCOO und UGT sowie kleinere Organisationen wie CGT, CNT, Co.bas und die Mietergewerkschaft Confederación de Sindicatos de Inquilinas. Nach Angaben der Kanzlei Cuatrecasas streiken die beiden grossen Gewerkschaften erstmals seit 2012 gemeinsam.

Den Gewerkschaften geht es zuerst ums Wohnen: Sie fordern Wohnraum als Recht, Löhne, die Miete und Lebenshaltung decken, und höhere Renten. Dazu kommt der Protest gegen prekäre Arbeit, gegen die Privatisierung von Gesundheit und Bildung und für die Umsetzung der Wohnungsdekrete.

Manuel Navarro, Generalsekretär der UGT auf den Kanaren, richtet den Streik gegen jede Instanz, die «dieses Chaos bei Wohnen und Löhnen» verursacht habe. Vanesa Frahija, Generalsekretärin der CCOO auf den Kanaren, nennt es «Verrat», aus parteipolitischen Gründen gegen Sozialmassnahmen zu stimmen.

Auf Fuerteventura ruft die Gewerkschaft CCOO Fuerteventura zum Streik auf, die Einzelheiten ihres Aufrufs waren nicht einsehbar. Ob es Kundgebungen gibt, etwa in Puerto del Rosario, wo sie stattfinden und wer spricht, ist offen.

Als Auslöser der Mobilisierung nennt eine einzelne Quelle den Tod der 87-jährigen Maricarmen Abascal nach einer Zwangsräumung in Madrid. Weitere Quellen bestätigen das bisher nicht.

Welche Zahlen nennen die Gewerkschaften zu Wohnen und Löhnen?

Auf den Kanaren stehen nach Angaben der Gewerkschaften 211.000 Wohnungen leer, und nur rund 1 Prozent des Bestands sind Sozialwohnungen. Rund 15 Prozent der Wohnungen dienen touristischer Nutzung, amtliche Zahlen von ISTAC (kanarisches Statistikamt) oder INE (spanisches Statistikamt) liegen dafür nicht vor.

Die Löhne liegen laut den Gewerkschaften rund 500 Euro unter dem Landesschnitt, die Mieten seien die höchsten Spaniens. Beide Aussagen sind nicht gegengeprüft.

Die Mieten stiegen auf den Kanaren zwischen 2014 und 2024 um 68,1 Prozent, in Spanien um 39,3 Prozent, so eine veröffentlichte Auswertung. Die Gewerkschaften wollen rund 20 Prozent der leeren Wohnungen als Mietwohnungen nutzen.

Laut dem Armutsbericht der EAPN sind auf den Kanaren 31,2 Prozent der Menschen von Armut oder Ausgrenzung bedroht, in Spanien 25,8 Prozent. Das Bezugsjahr ist unklar, es liegt zwischen 2024 und 2025, und Zahlen für Fuerteventura allein fehlen.

Was gilt für Beschäftigte und Arbeitgeber?

Wer streiken will, muss das vorher ankündigen: 5 Kalendertage vorher, im öffentlichen Dienst 10 Tage. So regelt es das Real Decreto-ley 17/1977.

Die Gewerkschaften meldeten den Streik bei der Arbeitsdirektion der Kanaren in Santa Cruz de Tenerife an. Das genaue Datum ist nicht bestätigt.

Arbeitgeber müssen Sicherheits- und Wartungsdienste mit namentlich benannten Beschäftigten aufrechterhalten, so die Kanzlei Cuatrecasas. Zeitarbeitsfirmen dürfen nur benannte Beschäftigte ersetzen, die nicht erscheinen.

Streikende dürfen Firmen nach dem Urteil STC 24/2026 des Verfassungsgerichts nicht mit technischen Umgehungen ersetzen. Den Lohn zieht der Arbeitgeber nur für die tatsächliche Streikzeit ab.

Wer wegen des Streiks nicht zum Arbeitsplatz gelangt, behält laut Cuatrecasas den vollen Lohn. Ob und wie viel Streikgeld die Gewerkschaften zahlen, ist nicht bestätigt.

Wie geht es nach dem 11. November weiter?

Nur 18 Tage nach dem Streik wählt Spanien vorzeitig ein neues Parlament, am 29. November 2026. Der Wahlkampf beginnt am 13. November.

Daniel Casal, Generalsekretär der Gewerkschaft FSC, erwägt nach dem 11. November einen weiteren Streik auf regionaler Ebene. Einen Termin nennt er bisher nicht.

Bis zum 11. November sind die Mindestdienste des Gobierno de Canarias und des Cabildo (Inselregierung) sowie die Demonstrationsorte zu erwarten. Stellungnahmen von Arbeitgebern oder Regierung liegen bisher nicht vor, und wie viele Beschäftigte mitmachen, ist offen.