Was ändert sich am 11. November für Urlauber und Residenten?
Am Mittwoch, 11. November, steht 24 Stunden lang vieles still, vom Verkehr über öffentliche Dienste bis zu Flügen. Wie stark Fuerteventura das spürt, ist nicht bestätigt.
Für wichtige Dienste setzt die zuständige Behörde Mindestdienste fest, also eine Mindestbesetzung, die trotz Streik weiterläuft. Für Busse, Flughäfen, Gesundheitswesen und Fähren liegt eine solche Festlegung nach der Recherche bisher nicht vor.
Ein Bericht nennt, der Busbetreiber der Insel habe betroffene Linien veröffentlicht. Das liess sich nicht bestätigen, und welche Linien gemeint wären, ist unbekannt.
Wer am 11. November fliegen, eine Fähre oder einen Bus nehmen muss, fragt am besten vorab bei Airline, Reederei oder Busbetreiber nach. Ob der Cabildo (Inselregierung) oder eine Gemeindeverwaltung eine Mitteilung herausgegeben hat, ist nicht bekannt.
Für einzelne Orte, etwa die Ferienorte im Süden, machen die Quellen keine eigenen Angaben. Auch Zeiten und Strecken von Kundgebungen auf Fuerteventura fanden sich nicht.
Wer ruft zum Streik auf, und was fordern die Gewerkschaften?
Am 19. Oktober 2026 meldeten die Gewerkschaften den Streik beim Arbeitsministerium an. Dahinter stehen CCOO, UGT, CGT, CNT, Intersindical, CO.BAS, die Unión de Actores y Actrices und die Confederación de Sindicatos de Inquilinas.
Sie wollen eine andere Wohnungspolitik und Lohnerhöhungen von 4 bis 7 Prozent in Tarifverträgen. Beim Mindestlohn SMI fordern sie ein Plus von mindestens 7 Prozent.
Die Wohnkosten sollen nach dem Willen der Organisationen höchstens 33 Prozent des Einkommens betragen. Ausserdem verlangen sie Massnahmen gegen Spekulation.
Spanische Medien beschreiben den Ausstand als ersten Generalstreik seit 14 Jahren. CCOO und UGT rufen damit zum ersten Mal seit 2012 wieder dazu auf.
Was sagt CCOO auf Fuerteventura und wann ist die Versammlung?
Am Donnerstag, 5. November, um 11.00 Uhr lädt CCOO ins Archivo Insular von Puerto del Rosario. Ob der Eintritt etwas kostet oder eine Anmeldung nötig ist, sagt die Ankündigung nicht.
Auf dem Podium sprechen Ignacio Hernández, Sekretär für Gewerkschaftsaktion bei CCOO Canarias, und Gabriel Alberto Rodríguez, Generalsekretär von CCOO Fuerteventura. Sie wollen Delegierten, Mitgliedern und Beschäftigten erklären, warum gestreikt wird.
Als Hauptgründe nennt CCOO die Wohnungsnot, zu niedrige Löhne und blockierte Tarifverhandlungen. Dazu kommen steigende Preise für Lebensmittel, Mieten und Treibstoff.
Im Communiqué heisst es: «Man kann nicht von Wirtschaftswachstum sprechen, solange die Arbeitenden sich das Leben nicht leisten können.» Die Gewerkschaft nennt ausserdem würdige Renten und gute öffentliche Dienste als Ziele.
Laut CCOO gehört die Versammlung zu den Aktionen vor dem Streik, die auf der ganzen Insel möglichst viele Menschen mobilisieren sollen. Wie viele kommen, ist offen.
Warum streiken die Kanaren, und welche Zahlen nennen die Gewerkschaften?
Am 22. Oktober riefen Vanesa Frahija, Generalsekretärin von CCOO Canarias, und Manuel Navarro, Generalsekretär von UGT Canarias, zu massiver Beteiligung auf. Sie fordern würdigen Wohnraum, bessere Löhne sowie öffentliche Gesundheit und Bildung.
Nach ihren Angaben zahlen die Kanaren die niedrigsten Löhne Spaniens. Die beiden Gewerkschaften zählen 211.000 leerstehende Wohnungen im Archipel und sagen, 20 Prozent davon könnten Mietwohnungen werden.
Die Löhne liegen demnach rund 500 Euro unter dem spanischen Durchschnitt, so steht es in der Berichterstattung zum Streikaufruf. Das Wirtschaftswachstum betrage 2,85 Prozent, doch beim Pro-Kopf-Einkommen sei der Archipel Schlusslicht.
Sozialwohnungen machen laut diesen Angaben nur 1 Prozent des Bestands aus, der tiefste Wert Spaniens. Ferienvermietung belegt demnach 15 Prozent der Wohnungen.
CCOO verweist auf den Tourismus, neben dem die Lücke zwischen Löhnen und Lebenshaltungskosten wachse. Auch die Mieten zählen demnach zu den höchsten Spaniens.
Welche Rechte haben Beschäftigte, die mitstreiken?
Das Streikrecht beruht auf dem Real Decreto-Ley 17/1977. Beschäftigte müssen ihren Streik nach einem Bericht zum Ausstand vom Oktober 2025 nicht vorab anmelden.
Wer mitmacht, verliert einen Tageslohn, denn der Streiktag wird nicht bezahlt. Arbeitgeber dürfen Streikende nach diesem Bericht weder bestrafen noch ersetzen.
Um die Mindestdienste gibt es Streit. Die Gewerkschaften wenden sich gegen «übermässige Mindestdienste», wie Frahija und Navarro am 22. Oktober sagten.
Darüber entscheidet die Behörde, die für den jeweiligen Dienst zuständig ist. Eine Festlegung für die Kanaren konnte die Recherche nicht bestätigen.
Wie geht es nach dem 11. November weiter?
Am 29. November finden in ganz Spanien Parlamentswahlen (Cortes Generales) statt, auch auf den Kanaren. Die Organisatoren nennen den Ausstand arbeitsrechtlich, räumen aber eine politische Dimension ein.
Navarro warnte, die Lage könne sich nach den Wahlen verschlechtern. Die Gewerkschaften verbinden den Streik mit dem Widerstand der Opposition im Parlament gegen wohnungspolitische Dekrete der Regierung.
FSC und Intersindical erwägen laut Berichterstattung einen späteren Streik nur für den Archipel. Einen Termin dafür gibt es nicht.
Ob der 11. November viele Menschen auf die Strasse bringt, sagt keine Prognose.