Was bedeutet der Streik am 11. November für Urlauber im Süden?
Beide Kundgebungen am Mittwoch, 11. November 2026, finden in Puerto del Rosario statt, der Inselhauptstadt. Für Orte im Süden nennt die Meldung keine eigenen Märsche.
Ob am Streiktag Flüge, Fähren und Guaguas (Linienbusse) auf Fuerteventura fahren, ist offen. Eine Verfügung zu Mindestdiensten für die Insel ist bis Freitag, 6. November, nicht bestätigt.
Über Mindestdienste entscheidet die zuständige Behörde, nicht das Unternehmen. Sie soll die Anordnung in den Tagen vor dem 11. November veröffentlichen.
Bestätigte Flugausfälle gibt es für die Kanaren bisher nicht. Ein allgemeiner Hinweis für Spanien nennt als Risiko vor allem die Bodenabfertigung an Flughäfen, erwähnt die Kanaren aber nicht ausdrücklich.
Wer am 11. November reist, fragt vorab bei Airline, Fährgesellschaft oder Busbetreiber nach dem aktuellen Stand. Auch ein Blick auf die Seite des Flughafenbetreibers Aena lohnt sich.
Wann und wo laufen die beiden Märsche in Puerto del Rosario?
Der erste Marsch beginnt um 11.00 Uhr, die Ortsgruppe Fuerteventura des Sindicato de Inquilinas (Mietergewerkschaft) ruft dazu auf. Treffpunkt ist die Dirección Insular de la Administración General del Estado, Calle Primero de Mayo 64.
Der Vormittagsmarsch führt über die Calle León y Castillo zur Avenida de la Constitución. Weiter geht es zum Kreisverkehr am Einkaufszentrum Las Rotondas und zurück über die Calle Profesor Juan Tadeo Cabrera und die Calle Primero de Mayo.
Um 17.30 Uhr folgt der zweite Marsch der Gewerkschaften UGT und CCOO, ebenfalls ab Calle Primero de Mayo 64. Wohin er führt, nennt die Meldung nicht.
Die Mietergewerkschaft ruft die ganze Inselgesellschaft auf, sich Streik und Marsch um 11.00 Uhr anzuschliessen. Teilnehmerzahlen und die Namen der Organisatoren auf Fuerteventura sind nicht veröffentlicht.
Warum gibt es zwei Märsche und wofür stehen sie?
UGT und CCOO setzen sich von der ursprünglichen Einladung der Mietergewerkschaft ab, obwohl die Forderungen ähnlich sind. Sie ergänzen den Aufruf um Themen wie Arbeit und Preise.
Die Mietergewerkschaft verlangt, das Wohnungsgesetz auf den Kanaren wirksam anzuwenden und Fuerteventura als angespanntes Wohnungsmarktgebiet auszuweisen. Dazu kommen Regulierung und Senkung der Mieten sowie weniger Ferienvermietung auf Wohnbauland.
Ihr Motto lautet «viele Häuser ohne Menschen und viele Menschen ohne Haus». Zwangsräumungen schutzbedürftiger Menschen ohne dauerhafte Alternative will die Gewerkschaft verhindern.
UGT und CCOO fordern menschenwürdigen Wohnraum, gerechte Löhne und stabile Arbeit. Sie wollen mehr öffentlichen Wohnraum, bezahlbare Mieten und die Nutzung leerstehender Wohnungen.
Die Tarifverträge sollen die Lebenshaltungskosten auf der Insel berücksichtigen, verlangt UGT. Der Wohnungsmangel erschwere die Personalsuche in Gastronomie und Hotellerie, Handel, Gesundheit und Bildung.
Was gilt für Beschäftigte am Streiktag?
Der landesweite Streik dauert am 11. November 24 Stunden. Zu den Trägern zählen CCOO, UGT, CGT, CNT und die Confederación de Sindicatos de Inquilinas.
Das Datum steht seit dem 7. Oktober 2026 fest. Es geht auf einen Vorschlag der Mietergewerkschaft zurück.
Die Teilnahme ist freiwillig und individuell. Wer streikt, verliert den Lohn für den Streiktag anteilig, gilt aber in der Sozialversicherung als «alta especial» ohne Beitragspflicht.
Auf Fuerteventura unterstützen auch Intersindical Canaria und die Federación Sindical Canaria den Aufruf, die CNT schliesst sich an. CCOO Fuerteventura hielt vorab eine Informationsversammlung ab.
Die Gewerkschaften wollten den Streik am 23. Oktober bei der Dirección General de Trabajo in Santa Cruz de Tenerife anmelden. Vanesa Frahija, Generalsekretärin von CCOO Canarias, hofft auf keine überzogenen Mindestdienste.
Manuel Navarro, Generalsekretär von UGT Canarias, bezeichnete den Streik als eindeutig arbeitsrechtlich, ohne den politischen Teil auszuschliessen. Die Gewerkschaften schliessen einen Gang vor Gericht nicht aus.
Welche Zahlen nennen die Gewerkschaften?
Die Gewerkschaften nennen 211.000 leerstehende Wohnungen auf den Kanaren. Das sind ihre Angaben, keine geprüften Daten.
Nach ihren Angaben machen Sozialwohnungen 1 Prozent des Bestands aus, Ferienwohnungen 15 Prozent. Die Löhne lägen rund 500 Euro unter dem Staatsdurchschnitt, sagte Daniel Casal von der Federación Sindical Canaria.
Wie geht es nach dem 11. November weiter?
Am 13. November beginnt der Wahlkampf, am 29. November 2026 wählt Spanien sein Parlament. Die Gewerkschaften zeigen nicht auf eine Partei und machen die Regierung nicht direkt verantwortlich.
Daniel Casal von der Federación Sindical Canaria schliesst einen eigenen Generalstreik nur für die Kanaren nach dem 11. November nicht aus. Ein Termin dafür ist nicht genannt.
Ob Schulen oder Behörden auf Fuerteventura am 11. November schliessen, ist nicht bekannt. Auch die Mindestdienste und das Ziel des Nachmittagsmarsches stehen noch aus.