Was bedeutet die Sperrung für Urlauber und Einwohner?
Gesperrt ist nur der alte Teil der GC-200, der den Roque de Faneque säumt, nicht die ganze Verbindung in den Westen. Es ist die Küstenstrasse zwischen Agaete und La Aldea de San Nicolás.
Wer in den Westen will, fährt durch die Tunnel im selben Abschnitt, so nennt es der Cabildo. Nach seiner Darstellung schadet die Massnahme dem Verkehr deshalb nicht.
Ausflügler aus dem Süden, die die Panoramastrecke am Andén Verde fahren wollten, kommen auf der alten Strasse vorerst nicht durch. Gesperrt ist genau der Teil mit der berühmten Aussicht über die Steilküste.
Der Cabildo gab die Sperrung in einem Tweet auf seinem offiziellen Profil bekannt. Ob es einen bestätigten Kanal für Umleitungen oder eine Beschilderung vor Ort gibt, ist unklar, wer in den Westen fährt, schaut deshalb vor der Abfahrt auf die Kanäle des Cabildo.
Wie schlimm war die Lage auf der Strasse?
Starke Regenfälle in der Nacht von Montag auf Dienstag lösten im Westen der Insel Steinschlag und abfliessendes Wasser aus. Betroffen war nicht nur der gesperrte Abschnitt, sondern praktisch die ganze Strecke zwischen den Tunneln nahe La Aldea und dem Barranco de Guayedra.
Autofahrer, die am Dienstag früh unterwegs waren, nannten die Strasse so gut wie unpassierbar. Stellenweise wichen sie auf die Gegenspur auf der Meerseite aus, um Hindernisse zu umfahren.
Die Fahrer beklagen ausserdem, der Cabildo habe sie nicht wie sonst üblich vorab gewarnt. Das Strassenbauamt (Obras Públicas) des Cabildo bestätigt Steine und Erde auf der Fahrbahn.
Dessen Techniker halten den Vorfall aber nicht für so gravierend, dass man die Strasse hätte schliessen müssen. Der Cabildo selbst spricht von einer Sperrung aus Vorsicht.
Die Wartungsteams der Betreiberfirma räumen nach Angaben des Cabildo seit dem frühen Morgen. Wo es nötig ist, setzen sie punktuelle Verkehrsunterbrechungen ein.
Warum gibt es die alte Strasse noch, und warum ist sie anfällig?
Seit dem 9. Februar 2024 sind die beiden Faneque-Tunnel für den Verkehr offen. Die meerseitige Röhre von Agaete nach La Aldea misst 2.044 Meter, die landseitige in Gegenrichtung 2.129 Meter.
Die Tunnel umgehen nach den Angaben zur Eröffnung rund 3 Kilometer kurvenreiche alte GC-200 um das Faneque-Massiv. Die Durchfahrt dauert dort weniger als anderthalb Minuten, die Bauphase El Risco–Agaete kostete 165 Millionen Euro.
Die alte Strasse bleibt trotzdem für den Verkehr offen und ist weiter Steinschlag ausgesetzt. Besonders häufig fallen Steine in den regenreichen Monaten, deshalb schliesst der Cabildo sie bei schlechtem Wetter.
Zuständig für die Strasse ist der Cabildo, der Sperrungen und Wiedereröffnungen bisher selbst ankündigte. Der Tunnelbau lag dagegen beim Bauressort der Kanarischen Regierung, und ein Beschluss im Amtsblatt (BOC) zur aktuellen Sperrung ist nicht bekannt.
Wie oft sperrt Steinschlag diese Strecke?
Im November 2021 schloss Steinschlag die GC-200 am nördlichen Tunneleingang, an einem Samstag gegen 13.00 Uhr. Am Montag stoppten Windböen von mehr als 65 Kilometern pro Stunde die Reparaturen.
Die Strasse öffnete am Dienstag, 30. November 2021, um 16.00 Uhr wieder. Die Freigabe verkündete der Cabildo-Rat für Obras Públicas, Miguel Ángel Pérez del Pino.
Im Dezember 2025 blieben nach dem Sturmtief Emilia drei Strassen gesperrt, wie Cabildo-Präsident Antonio Morales am 16. Dezember 2025 mitteilte. Es waren die GC-400 bei Kilometer 3 in Aríñez, die GC-200 an der Zufahrt nach Tirma und die GC-231 Richtung Sao.
Sperrungen am Faneque wiederholen sich laut den Berichten alle paar Jahre, meist nach schwerem Regen. Eine amtliche Zählung dieser Sperrungen ist nicht bekannt.
Was ist noch offen und wie geht es weiter?
Wie lange die Sperrung dauert, nannte der Cabildo bis Dienstagmittag nicht, ein Datum für die Wiedereröffnung ebenso wenig. Auch die genauen Kilometerpunkte des gesperrten Abschnitts sind nicht veröffentlicht.
Ob am 3. November weitere Strassen gesperrt sind, ist nicht bestätigt. Von Verletzten oder beschädigten Fahrzeugen ist in den Angaben keine Rede.
Ob der staatliche Wetterdienst AEMET eine Regenwarnung für den Tag herausgab und wie viel Regen fiel, ist ebenfalls nicht bekannt. Fahrer im Westen sollten deshalb mit weiteren Räumarbeiten und kurzen Unterbrechungen rechnen.
Üblich ist, dass der Cabildo die Freigabe nach Abschluss der Reinigung selbst meldet, wie 2021. Für die Verbindung Agaete–El Risco sind weitere Bauphasen geplant.
Die Fahrzeit soll nach den Projektangaben um etwa 75 Prozent sinken. Dafür vorgesehen sind ein Viadukt bei La Palma, ein 571 Meter langes Viadukt bei El Risco und ein 624 Meter langer Tunnel bis zur Abzweigung Güigüi.