Wo verläuft die Demonstration?
Die Demonstration beginnt am Samstag, 3. Oktober 2026, um 11.00 Uhr an der Plaza de la Feria in Las Palmas de Gran Canaria. Das berichtet Canarias7 unter Berufung auf die Ankündigung des Bündnisses Derecho al Techo.
Die Route führt über die Strassen Luis Doreste Silva und Juan XXIII bis zum Sitz der kanarischen Präsidentschaft. Dort ist eine Ansprache vorgesehen. Der Rückweg verläuft über León y Castillo zurück zur Plaza de la Feria.
Seit Dienstag, 29. September 2026, besteht an der Plaza de la Feria ein Protestcamp. Laut Canarias7 gibt es ein entsprechendes Camp auch auf Teneriffa.
Warum wird demonstriert?
Der spanische Kongress lehnte am 2. Oktober 2026 zwei Wohnungsdekrete der Regierung ab. Dagegen stimmten laut Canarias7 PP, Vox, Junts und UPN. Auch Coalición Canaria stimmte gegen das zweite Dekret, hatte aber das erste unterstützt; beide Dekrete fielen durch.
Das gescheiterte zweite Dekret sollte unter anderem Vermieter sanktionieren, die einen Mietvertrag ohne gerechtfertigten Grund beenden. Da die Dekrete scheiterten, treten diese Massnahmen nicht in Kraft.
Derecho al Techo kündigte an, die Mobilisierung nicht zwingend mit der Demonstration oder dem Ende des Camps zu beenden. Bei ausbleibenden Massnahmen stellte die Organisation laut Canarias7 sogar einen Generalstreik in Aussicht.
Was bedeutet das Scheitern für Mieter?
Es gibt keine bestätigte neue Mietregel, keine neuen Preisgrenzen, Fristen, Gebühren oder Antragsverfahren infolge der gescheiterten Dekrete. Das geht aus den vorliegenden Berichten von Canarias7 hervor.
Die Organisation Derecho al Techo hatte laut Canarias7 Kenntnis von mindestens 20 geplanten Räumungen im Oktober in der Provinz Las Palmas. Ein offizieller Beleg dafür liegt in den verfügbaren Quellen nicht vor.
Die Veranstalter sagen, die abgelehnten Massnahmen hätten auf den Inseln nur begrenzt gewirkt, solange die Regierung der Kanaren die im staatlichen Wohnungsgesetz vorgesehene Erklärung angespannter Wohnungsmärkte nicht umsetzt. Las Palmas de Gran Canaria wartet laut Canarias7 seit Monaten darauf.
Kommt es zu vorgezogenen Parlamentswahlen in Spanien?
Ein Wahlaufruf liegt laut Canarias7 vom 3. Oktober bisher nicht vor. In der Moncloa spricht man von einer Phase der Überlegung, in der Pedro Sánchez am Wochenende entscheiden will, ob er die Wahlen vorzieht.
Kündigt Sánchez die Wahlen spätestens am Montag, 5. Oktober, an und erscheint die Ausschreibung am Dienstag, 6. Oktober, im BOE, wäre eine Abstimmung am Sonntag, 29. November 2026, möglich. Schöpft er die Legislaturperiode aus, fänden die Parlamentswahlen spätestens am 22. August 2027 statt.
Der Generalsekretär von Coalición Canaria und Präsident der Kanarischen Regierung, Fernando Clavijo, sagte laut Canarias7, seine Partei sei auf jedes Szenario vorbereitet. Ob es Neuwahlen gibt, bewertete er nicht.
Welche Position vertritt Coalición Canaria?
Die CC-Abgeordnete im spanischen Kongress, Cristina Valido, begründete die Ablehnung des zweiten Dekrets laut Crónicas de Lanzarote mit der Sorge um das Angebot an Mietwohnungen auf den Kanaren.
Valido sagte, der Wohnungsbestand der Inseln werde überwiegend von kleinen Eigentümern getragen. Die im Dekret vorgesehene automatische Verlängerung oder Entschädigung von mindestens zwölf Monatsmieten habe viele Verträge in Wartestellung gebracht.
Coalición Canaria könne keine Massnahme unterstützen, die das Mietangebot weiter verringere, sagte Valido. Sie verwies auf einen möglichen Gesetzentwurf als Alternative zum gescheiterten Dekret.
Wie geht es nach der Demonstration weiter?
Offen bleiben die Dauer der Camps und mögliche weitere Proteste sowie die Entscheidung von Pedro Sánchez über vorgezogene Wahlen.
Die Plattform will zudem ihre Organisation gegen Zwangsräumungen stärken. Laut eldiario.es heisst es in ihrem Aufruf: «Niemand sollte allein einer Räumung gegenüberstehen.»
Die Regierung der Kanaren sieht den Schwerpunkt laut Canarias7 beim Kauf von Wohnungen durch Nichtansässige. Das sei eine langfristige Strategie, die über die Europäische Union laufen müsse. Als weiteres Problem nennt Canarias7, dass der Neubau die Nachfrage nicht decke, weil Bürokratie und späte Baugenehmigungen in einigen Gemeinden untragbar seien.