Was bedeutet der Streik am 11. November für Urlauber?
Der Generalstreik läuft am Mittwoch, 11. November 2026, von 0.00 bis 24.00 Uhr und gilt in ganz Spanien, auch auf den Kanaren. Betriebe mit Schichtbetrieb können vom Beginn der ersten bis zum Ende der letzten Schicht streiken.
Bestätigte Angaben zu Flügen, Fähren oder Linienbussen (guaguas) auf La Palma liegen bis Freitag nicht vor. Wer am 11. November reist, fragt am besten vorab bei Airline, Reederei oder Busbetreiber nach.
Die Mindestdienste standen am 4. November noch nicht endgültig fest. Notfallaufnahmen und die Grundversorgung beim Hausarzt müssen gesichert bleiben, Sicherheit und Wartung beschränken sich auf das Unerlässliche.
Zwei Protestaktionen sind auf der Insel angekündigt: um 11.00 Uhr eine Kundgebung (concentración) auf der Plaza de España in Los Llanos de Aridane. Um 17.30 Uhr startet ein gemeinsamer Marsch an der Plaza Alameda in Santa Cruz de La Palma.
Weitere Termine auf La Palma nannte die Gruppe nicht, ebenso keine erwartete Teilnehmerzahl. Ob Strassen gesperrt werden, ist nicht bekannt.
Wer ist Derecho a un Techo und was fordert die Gruppe?
Die Wohnungsversammlung «Derecho a un Techo de La Palma» will den Generalstreik vom 11. November unterstützen. Sie nennt drei Ziele: bezahlbaren Wohnraum, bessere Löhne und stärkere öffentliche Dienstleistungen.
Nach eigenen Angaben vereint die Gruppe Menschen aus verschiedenen Berufen sowie Studierende. Die Kanaren hätten «mehr als genug Gründe» zu streiken, schreibt sie und verweist auf den Wohnungsnotstand, einen der niedrigsten Durchschnittslöhne Spaniens und eine hohe Privatisierungsquote bei öffentlichen Diensten.
Die Forderungen sind konkret: Mieten begrenzen, leerstehende Wohnungen aktivieren, Wohnnutzung gegen Ferienvermietung und Spekulation schützen. Dazu kommen dauerhafte Investitionen in öffentlichen Wohnraum.
Wer mitmachen oder die Gruppe verfolgen will, findet sie in den sozialen Netzwerken unter «Derecho a un Techo La Palma». Das Programm der Gruppe über die beiden Termine hinaus ist nicht veröffentlicht, ebenso wenig, wie sie mit der gleichnamigen Gruppe auf Gran Canaria zusammenhängt.
Wer steht hinter dem Generalstreik auf den Kanaren?
Auf den Kanaren unterstützen die Gewerkschaften CCOO, UGT, CGT und CNT den Streik. Es ist nach Angaben aus dem Umfeld der Gewerkschaften der erste Streik seit 14 Jahren, den die grossen Gewerkschaften tragen; der letzte Generalstreik war 2012 gegen die Arbeitsmarktreform der damaligen Regierung.
Manuel Navarro, Generalsekretär von UGT Canarias, und Ignacio Hernández von CCOO bezeichnen ihn als Arbeitsstreik mit politischer Seite. Beide lehnen den Begriff «politischer Streik» ab und wollen keine überzogenen Mindestdienste.
Vanesa Frahija, Generalsekretärin von CCOO Canarias, und Navarro riefen am 22. Oktober zur massiven Teilnahme auf. Die grossen Gewerkschaften wollten den Streik bei der Dirección General de Trabajo (Arbeitsbehörde) in Santa Cruz de Tenerife anmelden; wer ihn formal angemeldet hat, ist nicht bestätigt.
Daniel Casal von der Federación Sindical Canaria erklärte, nach dem 11. November könne ein Generalstreik nur für die Kanaren folgen. Ein Datum dafür gibt es nicht, es hängt laut den Berichten von der Beteiligung ab.
Warum steht Wohnen auf La Palma im Mittelpunkt?
Auf La Palma stehen nach Angaben von Aktivisten 25 Prozent der Wohnungen leer, öffentlicher Wohnraum macht rund 2,5 Prozent aus. Zum Vergleich nennen sie 34 Prozent in den Niederlanden und 24 Prozent in Österreich; eine öffentliche Liste leerstehender Wohnungen existiert nicht.
In angespannten Gebieten gehe bis zu 52 Prozent des Einkommens für das Wohnen drauf, so dieselben Organisatoren. Diese Zahlen liessen sich bislang nicht mit Daten des Statistikamts ISTAC oder des spanischen Statistikamts INE abgleichen.
Für die gesamten Kanaren zählte der spanische Zensus 2021 laut INE rund 211.000 leere Wohnungen. Die Gewerkschaften sagen, ein Fünftel davon auf dem Mietmarkt würde das Problem lösen.
Am 26. Juni demonstrierten in Los Llanos de Aridane Bürger unter dem Motto «La vivienda nos cuesta la vida» (Wohnen kostet uns das Leben). Die Gruppe «Derecho a un Techo» wird in dem Bericht über diese Demonstration nicht erwähnt.
Nach dem Vulkanausbruch baut die kanarische Regierung in Los Llanos 53 gekaufte Wohnungen für Betroffene aus. Sie nennt 56,5 Millionen Euro Investition in geschützten Wohnraum auf der Insel; in Tazacorte entstehen 34 Sozialwohnungen, 100 weitere sind im Genehmigungsverfahren.
Cabildo-Präsident Sergio Rodríguez forderte am 22. Mai, dass vergebene Ferienwohnungs-Lizenzen unbefristet bleiben. Der Entwurf der Regionalregierung würde neuen Genehmigungen laut dem Bericht ein Ablaufdatum 2030 geben.
Was gilt für Streikende, und was ist noch offen?
Das Streikrecht steht in Artikel 28.2 der spanischen Verfassung und Artikel 6.1 des Dekrets RDL 17/1977. Beschäftigte müssen den Streik ihrem Arbeitgeber nicht vorher melden.
Der Arbeitsvertrag ruht an diesem Tag, er endet nicht. Der Lohn wird anteilig gekürzt, einschliesslich des Anteils an den Sonderzahlungen, und es fliessen keine Sozialversicherungsbeiträge.
Offen sind die endgültigen Mindestdienste und die Zahl der tatsächlich angemeldeten Beschäftigten. Auch zu den Folgen für Verkehr und Gesundheitsdienste auf La Palma liegen keine bestätigten Angaben vor.
Am 10. November sollen nach den Berichten einzelne Produktions- und Versorgungsbetriebe die Arbeit einstellen. Am 11. November folgen die beiden Veranstaltungen auf La Palma, am 29. November die Wahl.