Was bedeutet die Warnung für Urlauber und Residenten?
Die Junta de Personal del Área de Salud de La Palma (Personalrat des Gesundheitsbereichs der Insel) warnt vor einem Kollapsrisiko im Hospital Universitario de La Palma. Grund ist die Saison der akuten Atemwegsinfekte, in der Grippe, RSV und Covid-19 die Lage verschärfen könnten.
Eine offizielle Änderung für Gäste ist nicht bekannt, denn die Junta nannte weder Schliessungen noch neue Regeln für Patienten. Sie warnt vor späterem Zugang zur Station, längeren Aufenthalten in der Notaufnahme und längeren Wartezeiten.
Wer in der Grippezeit das Hospital Universitario de La Palma braucht, sollte deshalb mehr Geduld einplanen. Eine offizielle Empfehlung der Behörden, wann man die Notaufnahme aufsuchen soll, ist nicht bekannt.
Die Warnung gilt dem Inselkrankenhaus als Ganzem, nicht einzelnen Ferienorten. Zahlen zu Grippeeinweisungen auf La Palma liegen nicht vor.
Wie voll ist das Krankenhaus schon jetzt?
Mindestens 30 Patienten liegen nach Angaben der Junta im Haus, obwohl sie medizinisch entlassen sind. Ihnen fehlt eine passende Anschlussversorgung, einige belegen sogar Betten der Notaufnahme.
Das Verfahren zur Erweiterung der Notaufnahme bei Überbelegung läuft laut Junta zuletzt fast täglich an. Sie nennt es inakzeptabel, dass eine Massnahme für Ausnahmefälle zur Routine geworden ist.
Auch der nicht dringliche Krankentransport reicht nach Darstellung der Junta nicht aus. Entlassene von Station und Notaufnahme kommen dadurch schwerer weg, und Plätze bleiben besetzt.
Die Junta nennt das Problem chronisch und unabhängig von Infektionsspitzen. Sie verweist auf die alternde Inselbevölkerung und betont, die wartenden Patienten trügen keine Schuld.
Ist das ein neues Problem auf La Palma?
Der Cabildo (Inselregierung) meldete im Oktober 2024, dass 57 Betten des Hospitals von sozialmedizinischen Patienten belegt waren. Gemeint sind Menschen, die auf eine Entlassung warten und nicht nach Hause können.
Am 9. Oktober 2024 lagen 16 ältere Patienten trotz Entlassung im Haus, zeitweise bis zu 32, sagte Klinikchef Fran Ferraz. Die Wartenden stehen auf einer Liste und erhalten sozialmedizinische Plätze der Reihe nach.
Im September 2025 warnte die Gewerkschaft Unión Sindical de Técnicos de Enfermería vor Überlastung, weil entlassene Patienten Betten besetzen. Sie nannte fehlende familiäre Unterstützung und Pflegebedarf als Gründe und forderte mehr Heimplätze sowie sofortige Verstärkung des Personals.
Die Gewerkschaft Asamblea7islas sprach im Oktober 2025 von rund 1.000 Klinikbetten auf den Kanaren, die mit bereits entlassenen Patienten belegt seien. Das ist eine Zahl für die ganze Region und nicht für La Palma.
Wer entscheidet und wer zahlt?
Das Hospital gehört zum Servicio Canario de la Salud (SCS, kanarischer Gesundheitsdienst), die Regionalregierung entscheidet über Personal und Budget. Die Heimplätze und sozialmedizinischen Plätze der Insel betreibt dagegen der Cabildo.
Im Oktober 2024 rief der Cabildo einen Emergencia Social (sozialen Notstand) aus, zunächst für 18 Monate, wie Präsident Sergio Rodríguez sagte. Ob er verlängert wurde, ist nicht bestätigt; die Erklärung erlaubt dringende Vergaben und halbiert Ausschreibungsfristen.
Damals zählte der Cabildo 13 Residenzen mit 382 Plätzen, 448 Menschen warteten auf einen Heimplatz. Dazu kamen über 200 Wartende auf Tagesplätze, und der Cabildo plante 357 zusätzliche Plätze.
Die Gesundheitsdirektion des SCS stimmte Notfallpläne mit den vier Universitätskliniken auf Teneriffa und Gran Canaria ab. Sie sehen mehr Hospitalisierung zu Hause, verstärkte Bereitschaftsdienste und neue Beobachtungsräume vor, La Palma wird dabei nicht genannt.
Was fordert der Personalrat?
Die Junta verlangt eine abgestimmte Antwort der Verwaltungen für Patienten mit administrativer Entlassung. Dazu fordert sie mehr sozialmedizinische und Pflegeangebote mit «sofortigen Lösungen und stabiler Planung».
Ausserdem soll es mehr nicht dringlichen Krankentransport geben, und Personal und Mittel sollen sich am realen Bedarf orientieren. Die Ankündigungen der Consejería de Sanidad (Gesundheitsministerium der Kanaren) zu Notfallplänen sollen laut Junta zu «konkreten, mit Mitteln ausgestatteten, inseltauglichen Massnahmen» werden.
Sprecher oder Gewerkschaften nennt die Mitteilung nicht, ebenso wenig ein Datum. Eine Stellungnahme der Consejería, der Klinikleitung oder des SCS war bis zum 7. November 2026 nicht zu finden.
Hilft die Grippeimpfung, und wie geht es weiter?
Die Impfkampagne startete am 19. Oktober 2026 in allen Gesundheitszentren der Kanaren, eine Ausnahme für La Palma ist nicht erkennbar. Eine erste Phase für Risikogruppen, Gesundheitspersonal und Schulen lief seit dem 5. Oktober.
Der SCS beschaffte 281.263 Grippedosen für 2.829.050 Euro, 5,4 Prozent mehr als die rund 267.000 der Vorsaison. Zielgruppen sind Über-60-Jährige, Kinder von 6 Monaten bis 6 Jahren, Schwangere sowie Gesundheits- und Systemberufe.
Kinder von 3 bis 5 Jahren erhalten einen Nasenspray-Impfstoff. Die RSV-Impfung gilt für über 70-Jährige in sozialmedizinischen Zentren und einzelne Risikogruppen.
Die Kampagne endet offiziell am 31. Dezember 2026 und lässt sich bis zum 31. März 2027 verlängern. Wie man sich 2026 anmeldet, ist nicht bestätigt.
Einen Termin für Gespräche, Beschlüsse oder Massnahmen zum Krankenhaus nannte bis jetzt niemand. Bekannt ist nur das Kampagnenende am 31. Dezember 2026.