Was bedeutet das jetzt für Urlauber und Einwohner auf La Palma?
Im Plenum vom 10. und 11. November bringt die PSOE-Fraktion ihre Fragen und Anträge ein. Entschieden wird nichts, denn Anträge binden die Regierung nur, wenn sie danach selbst handelt.
Auf La Palma fiel am 2. November bei 50.508 Anschlüssen fast vier Stunden lang der Strom aus. Die Ursache steht offiziell nicht fest, und auf die Frage nach Gegenmassnahmen hat die Regierung bisher nicht geantwortet.
Um 10.26 Uhr war die Versorgung laut Endesa und Red Eléctrica wieder vollständig da. Wer ein Ferienhaus oder Hotelzimmer hat, fragt am besten beim Vermieter nach Notstrom und lädt Handy und Powerbank rechtzeitig.
Beim Ärztestreik zählte die Gesundheitsverwaltung Sanidad am 3. November auf La Palma vier streikende Ärzte. Kanarenweit sind Operationen, Sprechstunden und Untersuchungen ausgesetzt, deshalb sollten Patienten mit Termin mit einer Verschiebung rechnen und vorab im Gesundheitszentrum nachfragen.
Was geschah beim Stromausfall am 2. November?
Den Anfang machte um 04.10 Uhr die 66-Kilovolt-Leitung Guinchos–Valle: Sie löste aus, rund 17.624 Anschlüsse verloren den Strom. Der komplette Ausfall folgte um 06.38 Uhr, nachdem sich das Kraftwerk Los Guinchos abgeschaltet hatte, möglicherweise wegen des Unwetters.
Die Notfallbehörde der Kanaren rief um 07.30 Uhr die Alarmstufe PLATECA aus. Andere Angaben nennen als Beginn 06.42 Uhr, dieser Widerspruch ist nicht geklärt.
Endesa analysiert den Vorfall noch, die Ursache gilt nicht als bestätigt. Quellen von Red Eléctrica verweisen auf die Abschaltung des Kraftwerks, Endesa nennt eine frühere Störung auf der Leitung Guinchos–Valle gegen 04.00 Uhr.
Der Ausfall fiel in eine Unwetterwarnung mit Starkregen. Ob Entschädigungen oder Sanktionen folgen, ist bisher nicht bekannt.
Wie oft fiel auf La Palma schon der Strom aus?
Am 10. Juni 2025 war die ganze Insel von 17.32 Uhr bis kurz vor 21.00 Uhr ohne Strom. Alberto Hernández, Generaldirektor für Energie der Kanaren, machte damals veraltete Erzeugungsanlagen verantwortlich.
Schon am 8. Mai 2025 hatte eine Störung im Umspannwerk Los Guinchos 19.526 Nutzer getroffen. Am 14. Mai folgten zwei weitere Unterbrechungen mit rund 9.000 und 10.000 Kunden.
Für den 4. November wurde ein weiterer Ausfall von etwa 20 Minuten mit mehr als 13.700 Kunden gemeldet. Mehr als die Schlagzeile liegt dazu nicht vor, die Angaben sind unbestätigt.
La Palma hat ein eigenes, isoliertes Stromsystem. Endesa betreibt Kraftwerk und Verteilnetz, Red Eléctrica steuert das System.
Mehr als die Hälfte der Kraftwerksgruppen ist laut Endesa über 25 Jahre alt, zwei Gruppen sogar über 50. Erneuern konnte Endesa sie nach eigener Aussage nicht, weil sich der staatliche Wettbewerb, den MITECO ausschreiben musste, um mehr als 12 Jahre verzögerte.
Der Wettbewerb laufe nun, und Endesa habe ein Angebot abgegeben. Kosten und Geldgeber sind nicht veröffentlicht.
Wie steht es um den Ärztestreik?
Die Ärztegewerkschaften CESM Canarias und SEMCA streiken seit dem 16. Oktober 2026 unbefristet im kanarischen Gesundheitsdienst SCS. Sie fordern bessere Bezahlung, Ruhezeiten nach Bereitschaftsdiensten und einen eigenen Verhandlungsrahmen.
Gesundheitsministerin Esther Monzón nannte ihr Angebot am 16. Oktober «gut»: rund 50 Millionen Euro, der Stundensatz für Bereitschaft stiege um etwa 47 Prozent. Die Gewerkschaften verlangen rund 150 Millionen Euro.
Die UGT hatte um den 30. September eine Vorvereinbarung unterzeichnet. CESM und SEMCA unterschrieben nicht.
Am 4. November, dem zwölften Streiktag, standen die Gespräche seit dem 14. Oktober still. Ob der Streik danach weiterging, ist offen, eine Einigung oder Beendigung wurde nicht gefunden.
Sanidad zählte am 3. November 201 streikende Ärzte, die Gewerkschaften sprechen von 41,4 Prozent Beteiligung. Auf Gran Canaria waren es 149, auf Teneriffa 44, auf La Palma 4, auf Lanzarote 3 und auf Fuerteventura 1.
Die PSOE fragt Regierungschef Fernando Clavijo, wie lange er sich noch aus dem Konflikt heraushalten will. Sie will wissen, wann er die Verhandlungen mit den Ärztegewerkschaften übernimmt.
Was steht bei Kindergärten und anderen Themen an?
Die Sozialabteilung der Kanaren unter Consejera Candelaria Delgado betreibt 13 Escuelas infantiles (Kindergärten für 0 bis 3 Jahre). Geplante Schliessungen nannte Delgado «optimización de recursos» und keine Kürzung.
Der PSOE-Antrag fordert, die Ziele für Verhandlungen mit den Betriebsräten festzulegen. Dabei geht es um den Wechsel des ganzen Netzes samt Personal ins Bildungsressort.
Ein früherer, im Parlament angenommener PSOE-Antrag verlangte, Schliessungen zu stoppen. CC und PP stimmten dagegen.
Ein Bezug zu La Palma fehlt im PSOE-Text. Einzig bekannt ist, dass der Babyraum der Escuela Infantil San Miguel Arcángel in Santa Cruz de La Palma im Februar 2025 wegen Personalmangels schloss.
Auf den Kanaren sind laut Bildungsministerium nur 29,9 Prozent der Kinder von 0 bis 2 Jahren eingeschrieben, im Landesschnitt 48 Prozent (Schuljahr 2023-24). Es fehlen 6.871 Plätze.
Weitere PSOE-Themen sind das Bono Alquiler Joven, der Haushaltsentwurf 2027 und das neue Ley del Suelo (Bodengesetz). Die Anfrage zur Sterblichkeit in der Notaufnahme betrifft ein Krankenhaus auf Teneriffa.
Wann geht es bei Stromausfall und Ärztestreik weiter?
Das Plenum des Parlaments der Kanaren tagt laut Plan am 10. und 11. November 2026. Uhrzeiten und Reihenfolge der Tagesordnung sind nicht veröffentlicht.
Eine Antwort der Regierung zum Stromausfall vom 2. November oder eine Stellungnahme des Cabildo (Inselregierung) von La Palma liegt bisher nicht vor. Die Ursache bleibt damit zunächst offen.
Beim Ärztestreik hängt für Patienten alles davon ab, ob die Gespräche wieder aufgenommen werden. Ein Termin dafür war bis zum 4. November nicht genannt.