Was ändert sich für Urlauber und Einwohner auf La Palma?
Nur 3 von 161 betroffenen Ärzten legten auf La Palma am 4. November die Arbeit nieder, wie die Consejería de Sanidad (Gesundheitsministerium der Kanaren) mitteilte. Das sind 1,86 Prozent, damit liegt die Insel im unteren Bereich der Kanaren.
Im gesamten Gesundheitsdienst SCS (Servicio Canario de la Salud) liefen am Vormittag 1.383 Kräfte im Mindestdienst. Die Behörde sprach von einem Tag ohne nennenswerte Zwischenfälle.
Wer einen Arzttermin hat, kann nach diesen Angaben davon ausgehen, dass er stattfindet. Wer unsicher ist, fragt vorab im Gesundheitszentrum oder in der Praxis nach, denn Angaben zu abgesagten Terminen auf La Palma liegen nicht vor.
Praktische Hinweise für Patienten hat die Behörde bisher nicht veröffentlicht. Auch für Urlauber nennt der Bericht keine Regeln, Fristen oder Anträge.
Wie sieht es auf den anderen Inseln aus?
Am meisten Ärzte streikten laut Consejería am 4. November auf Gran Canaria: 155 von 1.553, also 9,98 Prozent. Auf Teneriffa waren es 37 von 2.061, das sind 1,8 Prozent.
Auf Lanzarote traten 4 von 236 Ärzten in den Ausstand, das macht 1,69 Prozent. Auf Fuerteventura folgte nur 1 von 299 dem Aufruf, also 0,33 Prozent.
Auf La Gomera und El Hierro streikte laut Behörde niemand. Einberufen waren insgesamt 7.281 Ärzte, vom Streik betroffen waren 4.164 von ihnen.
Warum streiken die Ärzte seit dem 16. Oktober?
Die Gewerkschaften CESM Canarias und SEMCA haben zum unbefristeten Streik ab dem 16. Oktober 2026 aufgerufen. Sie fordern einen «Plan Estratégico» mit drei Säulen und 18 Massnahmen zu Gehalt, Ruhezeiten und Mitsprache der Ärzte.
Nach Angaben der Gewerkschaften begannen die Verhandlungen im Juli 2026 und blieben ohne Antwort des SCS. Sie wollen so lange streiken, wie es nötig ist.
Zu den Forderungen zählen laut Stand vom 27. Oktober Dienste von 12 statt 24 Stunden und höhere Gehälter. Konkrete Eurobeträge nannten die Quellen nicht.
Gesundheitsministerin Esther Monzón nannte die Forderungen «ilógicas» (unlogisch) und «inalcanzables» (unerreichbar). CESM-Präsident Éric Álvarez beklagte dagegen ein «silencio absoluto» der Consejería.
Wie hat sich die Beteiligung auf La Palma entwickelt?
Am 17. März 2026 streikten auf La Palma 8 von 161 Ärzten, also 4,97 Prozent, wie die Consejería meldete. Zum Start des unbefristeten Streiks am 19. Oktober waren es 4 von 166 Ärzten oder 2,41 Prozent.
Am 23. Oktober lag die Beteiligung auf La Palma bei 9,09 Prozent. Landesweit fiel sie damals auf 8,17 Prozent, am 4. November sind es noch 4,8 Prozent.
Seit März 2026 bewegt sich der Wert auf La Palma meist zwischen etwa 2 und 5 Prozent. Der Ausschlag vom 23. Oktober ist die Ausnahme in dieser Reihe.
Die Gewerkschaften nennen traditionell deutlich höhere Werte als die Behörde. Am 22. Juni 2026 sprach die CESM von 39 Prozent, die Consejería von 7,8 Prozent.
Wie geht es weiter?
Ein Ende des Streiks nannte keine der Quellen. Ein Treffen zwischen Gewerkschaften und Gesundheitsbehörde war laut Stand vom 23. Oktober nicht angesetzt, und einen späteren Termin fand die Recherche nicht.
CESM-Präsident Álvarez lehnte es ab, den Streik vor neuen Gesprächen zu beenden. SEMCA-Vertreter Javier Luño bat Regierungschef Fernando Clavijo, einen anderen Verhandlungsführer zu benennen.
Frühere Streikrunden hatten laut Redacción Médica mehr als 57.000 abgesagte Termine und fast 1.500 verschobene Operationen zur Folge. Zahlen für den aktuellen Streik liegen nicht vor, Verzögerungen sind deshalb nicht auszuschliessen.