Was bedeutet der Ausfall für Urlauber und Einwohner?
Der Strom fehlte am 4. November ab 7.23 Uhr und kehrte laut Endesa um 7.45 Uhr zurück. Das sind 22 Minuten ohne Netzstrom, mitten in der Morgenroutine.
Welche Gemeinden den Ausfall spürten, nennt bisher keine der ausgewerteten Meldungen. Wer im Süden der Insel wohnt oder Ferien macht, kann daraus nicht ablesen, ob die eigene Unterkunft betroffen war.
Offizielle Hinweise, Schliessungen oder neue Regeln sind nicht bekannt, eine Entschädigung ebenso nicht. Aus den Berichten ergibt sich nur der Schluss, dass das Netz anfällig bleibt, vor allem bei Unwetter.
Wer gerade auf La Palma ist, lädt Telefon und Powerbank besser früh. Das ist ein allgemeiner Rat und keine behördliche Empfehlung.
Was ist am 4. November genau passiert?
Endesa nennt als unmittelbare Ursache die Abschaltung mehrerer Erzeugungsgruppen im Kraftwerk Los Guinchos. Die tiefere Ursache ist unbekannt und wird untersucht.
Los Guinchos, das Wärmekraftwerk in Breña Alta, gilt als das älteste der Kanaren. Nach Presseberichten sind Teile der Anlagen 50 bis 54 Jahre alt, Endesa macht das Alter aber nicht für den Ausfall verantwortlich.
Eine andere Meldung spricht von rund 20 Minuten und einer Rückkehr gegen 7.43 Uhr. Die zwei Minuten Unterschied ändern am Bild nichts, hier gelten Endesas 22 Minuten.
Endesa räumt laut dieser Meldung ein, die genauen Gründe dieses neuen Ausfalls nicht zu kennen. Eine Liste der betroffenen Gemeinden liegt nicht vor.
Wie hängt der Ausfall mit dem Blackout vom 2. November zusammen?
Am Montag, 2. November, fiel der Strom auf der ganzen Insel aus, bei 50.508 Anschlüssen. Der Totalausfall begann um 6.38 Uhr, die volle Versorgung kehrte um 10.26 Uhr zurück, nach 3 Stunden und 48 Minuten.
Schon um 4.10 Uhr hatte ein Fehler an der 66-Kilovolt-Leitung Guinchos–Valle 17.624 Anschlüsse getroffen. Um 5.40 Uhr kam die Versorgung über Umschaltungen im Mittelspannungsnetz zurück, die Hochspannungsleitung blieb ausser Betrieb.
Ab 7.56 Uhr schaltete der Netzbetreiber Red Eléctrica de España (REE) die Generatoren von Los Guinchos schrittweise zu. Um 8.40 Uhr ging ein Dieselgenerator ans Netz.
Zur Zeit des Ausfalls gab es schwere Gewitter und Starkregen unter höchster Warnstufe. Erste Hinweise deuten auf einen Zusammenhang mit dem Sturm, bestätigt ist er nicht.
Was sagt die Regierung, und wer trägt die Verantwortung?
Mariano Hernández Zapata, Consejero (Regionalminister) für Ökologischen Wandel und Energie der Kanaren, sieht im Netz von La Palma «wichtige Mängel bei Erzeugung, Transport und Verteilung». Seine Regierung steht nach eigenen Angaben mit REE und Endesa in Kontakt, einige Lösungen seien im Gang, andere dauerten länger.
Im Juni 2025 eröffnete Zapata nach den damaligen Ausfällen Untersuchungsverfahren gegen REE und Endesa Generación und liess vor Ort inspizieren. Er erklärte, es könne Sanktionen geben.
Bei Los Guinchos sind mehr als die Hälfte der Gruppen älter als 25 Jahre, zwei sogar älter als 50. Endesa macht eine Ausschreibung des Ministeriums für Ökologischen Wandel (MITECO) verantwortlich, die seit über 12 Jahren offen sei.
Endesa war laut eigener Mitteilung vom 17. Juli 2025 die einzige Bewerberin. Die Erneuerung der Dieselanlagen auf La Palma, Lanzarote und Fuerteventura soll vor 2029 erfolgen, Leistung und Investitionssumme sind nicht bekannt.
Gab es solche Ausfälle auf La Palma schon früher?
Am 10. Juni 2025 fiel der Strom auf der ganzen Insel aus, bei 50.289 Anschlüssen laut Endesas Bericht an den Cabildo (Inselregierung). Die Consejería nennt 2 Stunden und 45 Minuten, Auslöser war der Fehler einer Turbine in Los Guinchos.
Am 8. Mai 2025 traf es rund 19.000 Betroffene fast zwei Stunden lang. Am 12. Mai waren es mehr als 17.000 Kunden, als eine Baumaschine ein Erdkabel beim früheren Flugplatz von Breña Alta beschädigte.
Das war der dritte Ausfall binnen eines Monats. REE wies zudem zurück, dass der Ursprung des Juni-Ausfalls in seinem Umspannwerk Los Guinchos lag.
Auf La Gomera dauerte ein Totalausfall 2023 etwa drei Tage, das Sanktionsverfahren läuft laut Consejería noch. Der Cabildo de La Palma verlangt Klarheit über die Ursachen, hat aber keine Zuständigkeit für Strom.
Gibt es Entschädigung, und wie geht es weiter?
Das Königliche Dekret 1955/2000 regelt die Versorgungsqualität und zählt Unterbrechungen von mehr als drei Minuten. Ein Ausfall von 22 Minuten liegt über dieser Schwelle, gegenüber Verbrauchern haftet laut Dekret die Verteilerfirma.
Beträge für die Ausfälle von 2025 oder 2026 haben die Quellen ebenfalls nicht genannt.
Ob REE, Endesa oder das Ministerium ein förmliches Verfahren eröffnen, ist offen. Termine, Fristen oder Investitionspläne hat bisher niemand veröffentlicht.