Was bedeutet der Stromausfall jetzt für Urlauber und Einwohner?
Seit dem frühen Morgen des 2. November hat ganz La Palma keinen Strom, im Norden wie im Süden. Laut Última Hora sind 50.508 Anschlüsse betroffen.
Einen Zeitpunkt für die Rückkehr des Stroms hat bisher keine Behörde und kein Unternehmen genannt. Am frühen Morgen befand sich die Insel laut Libertad Digital und Última Hora in der Phase vor der Wiederversorgung (pre-reposición).
Das heisst: Der Netzbetreiber Endesa wartete auf den Start der Kraftwerksblöcke und auf Anweisungen von Red Eléctrica de España (REE, Betreiber des Stromnetzes). Eine Insel mit eigenem Netz fährt Erzeugung und Leitungen schrittweise hoch, ein Schalterumlegen genügt nicht.
Der Lokalsender El Faro de La Palma rät, die Notrufnummer 112 nur für Notfälle zu nutzen. Für allgemeine Auskünfte gilt die Nummer 012.
Ausserdem empfiehlt El Faro de La Palma, den Handy-Akku zu schonen und an Ampeln vorsichtig zu sein, weil der Regen die Lage verschärft. Wer unterwegs ist, sollte auf Mitteilungen von Gobierno de Canarias (Regionalregierung), Cabildo (Inselregierung) und Gemeinden achten.
Wann fiel der Strom aus, und was löst der Notfallplan aus?
Der Ausfall begann am Montag, 2. November 2026, in den frühen Morgenstunden. Última Hora und Libertad Digital nennen 06.38 Uhr, El Faro de La Palma 06.42 Uhr, die genaue Uhrzeit bleibt also unklar.
Die Dirección General de Emergencias (Notfallbehörde) des Gobierno de Canarias rief für die ganze Insel die Alarmstufe aus. Laut El Faro de La Palma geschah das um 07.30 Uhr, Última Hora verbindet die Erklärung mit 06.42 Uhr.
Grundlage ist Plateca, der regionale Zivilschutz-Notfallplan der Kanaren. Die Alarmstufe ist die zweitniedrigste Stufe des Plans nach der Prealerta und kein voller Notfall.
Ziel ist laut den Berichten, die Verwaltungen abzustimmen und die lebenswichtigen Dienste zu überwachen. Welche Dienste konkret betroffen sind, haben die Medien nicht gemeldet.
Was weiss man über die Ursache?
Die offizielle Ursache ist unbekannt, wie Última Hora schreibt. Auch eine Stellungnahme von Endesa, REE oder Gobierno de Canarias dazu lag bis zum Morgen nicht vor.
Als Umstände nennen die Berichte die Wetterlage und eine Vorstörung. Die Insel stand unter höchster Warnung für Starkregen und Gewitter, und der Ausfall kam laut Última Hora mitten in einem starken Gewitter.
Die 66-kV-Leitung Guinchos–Valle war nach einem früheren Zwischenfall in der Nacht bereits ausser Betrieb. Última Hora nennt sie die einzige Stromtransportleitung der Insel, Libertad Digital zufolge betreibt sie REE.
Ob Sturm oder Leitungsausfall den Zusammenbruch auslösten, ist damit nicht belegt. Vorrang hat laut Libertad Digital der Wiederanschluss des Kraftwerks Los Guinchos.
Wie oft fiel der Strom auf La Palma schon aus?
Am 10. Juni 2025 begann um 17.32 Uhr ein Totalausfall mit 50.289 betroffenen Anschlüssen. Endesa nannte damals den Ausfall einer Erzeugungsturbine als Auslöser.
Laut Voz Pópuli waren um 19.30 Uhr etwa 70 Prozent der Kunden wieder am Netz. Der Fernsehsender RTVC berichtete, Endesa habe die Versorgung in weniger als drei Stunden vollständig wiederhergestellt.
Schon im Mai 2025 gab es Störungen: Am 8. Mai traf es laut Voz Pópuli 19.526 Nutzer, am 15. Mai meldete RTVC zwei Ausfälle mit rund 20.000 Betroffenen. Voz Pópuli zählt den Juni-Ausfall als den sechsten des Jahres 2025.
Nach den Maiausfällen kündigte der kanarische Minister für ökologischen Wandel, Mariano Hernández Zapata, Inspektionen an. REE wies zurück, dass das Umspannwerk Los Guinchos der Ursprung war, worauf sich REE und Endesa öffentlich die Schuld zuschoben.
Wer ist für Kraftwerk und Netz zuständig?
Das Wärmekraftwerk Los Guinchos betreibt Endesa. RTVC nennt es das älteste der Kanaren, mit Anlagen von über 25 und teils über 50 Jahren.
Ausserhalb des Kraftwerks gibt es laut Voz Pópuli und The Objective kaum Speicher oder Reserve. Das Kraftwerk trägt das Inselnetz daher weitgehend allein.
Über den Neubau der Erzeugung entscheidet das Ministerium für ökologischen Wandel in Madrid (MITECO) per Ausschreibung. Nach Angaben von Endesa stammt das Erneuerungsgesetz von 2013, die Ausschreibung kam erst 2024.
Endesa war laut eigener Darstellung der einzige Bieter für La Palma. Es geht um den Ersatz von sieben Motoren; Kosten und Leistung nennt die Quelle nicht.
Das Netz selbst litt zudem unter dem Vulkanausbruch Tajogaite von 2021, der den Stromring zwischen Nord und Süd zerstörte. Die Endesa-Tochter e-distribución baute ihn wieder auf, im Mai 2024 meldete smartgridsinfo.es etwa 90 Prozent Fortschritt.
Was ist noch offen?
Offen sind der Zeitpunkt der Rückkehr des Stroms und die Zahl der bereits wieder versorgten Anschlüsse. Ebenso fehlen Angaben zu Flügen, Fähren, Schulen, Krankenhäusern, Wasserversorgung und Strassen.
Auch zu Entschädigung oder Verbraucherrechten fanden sich keine Hinweise. Die Zentralregierung ist laut einer Schlagzeile von The Objective wegen des Ausfalls und der Unwetter auf den Kanaren in Alarmbereitschaft; die Seite liess sich nicht öffnen.
Ob es eine amtliche Untersuchung gibt, ist für dieses Ereignis nicht bestätigt. Nach den Ausfällen von 2025 hatte das kanarische Ministerium eine Inspektion eröffnet und Sanktionen bei Fahrlässigkeit nicht ausgeschlossen, einen Ausgang meldete RTVC nicht.