Was bedeutet der Stromausfall für Urlauber und Einwohner?

Auf der ganzen Insel ist es seit 6.42 Uhr dunkel, meldet El Faro de La Palma. Wer im Süden Urlaub macht, hängt nach dieser Meldung am selben Netz wie der Rest der Insel.

Offizielle Hinweise für Gäste und Einwohner gibt es bisher nicht. Auch zu Hotels, Verkehr oder einer möglichen Entschädigung hat niemand etwas veröffentlicht.

Beim Ausfall vom 8. Mai 2025 riet man den Einwohnern, den Handyakku zu schonen und die Notrufnummer 112 nur im Notfall zu wählen. Kam der Strom zurück, sollten sie die Geräte nacheinander einschalten, nicht alle auf einmal.

Diese Tipps stammen aus dem Jahr 2025 und sind keine Anweisung für heute. Wer auf der Insel ist, hält sich am besten an die Meldungen der Regierung der Kanarischen Inseln und der Notrufzentrale 112.

Was ist PLATECA und was heisst die Alarmstufe?

PLATECA ist der Notfallplan des Zivilschutzes der Kanaren. Die Dirección General de Emergencias (Generaldirektion für Notfälle) der Regierung der Kanarischen Inseln setzt ihn in Stufen in Kraft, etwa als Voralarm (prealerta) oder Alarm (alerta).

Im aktuellen Fall nennt El Faro de La Palma die Stufe alerta. Welche Kriterien dafür gelten, konnte die Recherche nicht prüfen, denn der Plantext im Amtsblatt der Kanaren (BOC) von 2014 war nicht abrufbar.

Auch bei früheren Ausfällen kam der Plan zum Einsatz, so zeigen es Suchtreffer von RTVC und Diario de Avisos für April 2025 und für Lanzarote. Beim Totalausfall vom 10. Juni 2025 wurde er laut Medienberichten ebenfalls aktiviert.

Wie oft fällt auf La Palma der Strom aus?

Am 10. Juni 2025 ging auf ganz La Palma ab 17.32 Uhr das Licht aus. Nach etwa drei Stunden war die Versorgung laut RTVC wieder komplett.

Der kanarische Energiedirektor machte veraltete Anlagen im Kraftwerk Los Guinchos verantwortlich. Der Ausfall eines Generators dürfe nicht das ganze System lahmlegen, sagte er.

Am 8. Mai 2025 traf es 19.526 Kunden in Los Llanos de Aridane, Breña Alta, El Paso, Tajaraste, Santa Cruz de La Palma, Punta Gorda, San Andrés y Sauces und Garafía. Laut RTVC dauerte der Ausfall von 9.47 bis 11.34 Uhr und war der zweite binnen einer Woche.

Der Cabildo (Inselregierung) nannte die Unterbrechungen damals «wiederkehrend» und bat die Regionalregierung um vorbeugende Massnahmen. RTVC zählte im Mai und Anfang Juni 2025 sechs Störungen im Stromnetz.

Schon im September 2013 lag die ganze Insel wegen eines defekten Schalters in Los Guinchos im Dunkeln. Am 27. September 2021 fiel der Strom während des Vulkanausbruchs Tajogaite aus.

Warum ist das Netz auf La Palma so anfällig?

Jede Kanareninsel hat ein eigenes, abgeschlossenes Stromnetz. Nur Lanzarote und Fuerteventura sind miteinander verbunden, darum erreichte der Blackout auf dem spanischen Festland vom 28. April 2025 die Kanaren nicht, wie RTVC schreibt.

Das Kraftwerk Los Guinchos betreibt Endesa über die Unión Eléctrica de Canarias Generación. Laut RTVC hat es die ältesten Erzeugungseinheiten der Kanaren: Mehr als die Hälfte ist über 25 Jahre alt, zwei sind über 50.

Vozpópuli beschreibt die Anlage als faktisch einzige Säule der Versorgung, mit wenig Speicher und Reserve. Die Quellen widersprechen sich bei der installierten Leistung, sie nennen zwischen 80 und 118 Megawatt, und das liess sich nicht klären.

Woran frühere Ausfälle lagen, ist umstritten. Endesa bestreitet, dass allein das Kraftwerk schuld war, und Red Eléctrica schloss laut Vozpópuli ihr eigenes Umspannwerk in Los Guinchos als Ursprung aus.

Wer ist zuständig und was soll sich ändern?

Das Ministerium für den ökologischen Wandel (MITECO) leitet die Ausschreibung für neue Stromerzeugung auf La Palma. Eine Regel von 2013 verlangt, die Erzeugung auf den Inselnetzen zu erneuern, und Endesa war laut RTVC der einzige Bieter für La Palma.

Im Juli 2025 erwartete Endesa die Entscheidung in den kommenden Monaten und sprach von mehr als zwölf Jahren Verzug. Zu Leistung und Kosten der Ausschreibung fand die Recherche keine Zahlen, und einen Zeitplan für 2026 nannte keine Quelle.

Die Regierung der Kanarischen Inseln kann Erklärungen verlangen und untersuchen, Red Eléctrica ist Netzbetreiber. Im Mai 2025 kündigte das Ministerium laut einer RTVC-Schlagzeile eine Untersuchung der Ausfälle an und schloss Sanktionen nicht aus.

Für den Wiederaufbau des Stromrings nach dem Vulkan nennt die Endesa-Pressestelle in einer Schlagzeile 10 Millionen Euro. Wer für Schäden durch Stromausfälle aufkommt, ist in den gesichteten Quellen nicht geregelt.

Was ist beim Ausfall vom 2. November noch offen?

Uhrzeit und Alarmstufe stammen bisher nur aus der Meldung von El Faro de La Palma. Bestätigt haben sie weder Red Eléctrica noch Endesa, weder der Cabildo unter Präsident Sergio Rodríguez noch die Regierung der Kanarischen Inseln.

Unbekannt sind Ursache, Zahl der betroffenen Kunden und der Zeitpunkt, an dem der Strom zurückkehrt. Offen bleibt auch, ob PLATECA wieder abgestuft wurde und ob Wetter oder die 2026 in Betrieb genommenen Netzarbeiten eine Rolle spielen.

Frühere Totalausfälle auf La Palma dauerten rund drei Stunden. Ob das diesmal gilt, ist nicht belegt.