Was ist am Sonntagmorgen auf Teneriffa passiert?

Am Sonntag, 1. November, fiel auf Teneriffa früh am Morgen der Strom aus, wie Diario de Avisos berichtet. Nach den ersten Daten dauerte der Ausfall von 8.24 bis 8.51 Uhr, also 27 Minuten, und traf rund 180.000 Kunden.

Im Norden meldete die Zeitung Unterbrechungen in Los Silos und an mehreren Punkten in Santa Cruz de Tenerife. Im Süden betraf es Las Chafiras und Costa del Silencio.

Das Stromsystem Teneriffa-La Gomera verlor nach dem Bericht rund 140 Megawatt Leistung. Der Ausfall erreichte auch die Gemeinden La Laguna und La Orotava.

Was bedeutet der Ausfall für Urlauber im Süden?

Wer am Sonntagmorgen in Las Chafiras oder Costa del Silencio war, gehört zu den Betroffenen, die Diario de Avisos nennt. Um 8.51 Uhr war die Versorgung nach Angaben des Netzbetreibers wieder vollständig da.

Schliessungen, Fristen oder Anträge nennt der Bericht nicht. Auch zu Flügen, Hotels oder Verkehr steht darin nichts.

Wer Schäden hat, etwa verdorbene Lebensmittel, bewahrt am besten Belege und Fotos auf. Die Verbraucherdirektion des Gobierno de Canarias (Kanarische Regierung) rät ausserdem, die eigene Hausratversicherung zu prüfen.

Hing der Ausfall mit dem Sturm zusammen?

Zwei 220-Kilovolt-Leitungen im Süden, Granadilla-Vallitos und Vallitos-Abona, schalteten sich laut Diario de Avisos ab. Gleichzeitig fiel ein wichtiger Teil der Erzeugung im Kraftwerk Granadilla weg.

Der Netzbetreiber fuhr alle verfügbare Erzeugung hoch, auch die Notreserve. Um 8.51 Uhr war der Dienst vollständig wiederhergestellt.

Der Ausfall fiel mit einem Sturmtief und heftigem Regen zusammen. Ob Blitze oder das Wetter die Leitungen lösten, sagt der Bericht nicht.

Der staatliche Wetterdienst Aemet hatte für den Grossraum Santa Cruz Warnstufe Orange ausgerufen, möglich sind 30 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde. Die Kanarische Regierung hielt die Regenwarnung für diese Region aktiv, der Rest der Insel stand in Vorwarnung.

Wie gross ist der Ausfall im Vergleich zu früheren Fällen?

Am 29. September 2019 blieben rund 950.000 Menschen auf Teneriffa etwa neun Stunden ohne Strom, schreibt Diario de Avisos. Die Störung lag am Umspannwerk Granadilla de Abona und dauerte von 13.11 bis rund 22.25 Uhr.

Am 15. Juli 2020 fiel der Strom auf Teneriffa erneut aus, von 9.41 bis 16.44 Uhr, wie der Sender RTVC aufführt. Betroffen waren rund 950.000 Menschen.

Der Consejo de Gobierno de Canarias (Regierungsrat) verhängte laut RTVC gegen Unelco 10.002.751 Euro und gegen E-Distribución 6.000.001 Euro, zusammen 16 Millionen Euro. Er stufte die Verstösse als sehr schwer ein.

Bei Sturmtief Therese im März 2026 verloren laut Diario de Avisos rund 900 Menschen auf Teneriffa den Strom. Ende Februar 2026 waren es nach derselben Zeitung mehr als 3.500 Kunden, darunter 2.829 in Arona.

Gibt es eine Entschädigung für die 27 Minuten?

Als ungeplant gilt laut dem Portal Economist & Jurist jede Unterbrechung von mehr als 3 Minuten. Die 27 Minuten vom 1. November liegen klar darüber.

Schäden wie defekte Geräte oder verdorbene Lebensmittel setzen Belege voraus. Ausgeschlossen sind sie bei angekündigter Wartung oder höherer Gewalt, und ob ein Sturm darunter fällt, ist für diesen Fall unbestätigt.

Zuerst geht eine schriftliche Beschwerde an den Stromversorger. Kommt binnen eines Monats keine Antwort, wenden sich Betroffene an die kanarische Wirtschaftsbehörde (Consejería de Economía, Industria, Comercio y Conocimiento) oder an das örtliche Verbraucheramt OMIC.

Die Verbraucherorganisation OCU nannte 2019 eine Gutschrift von bis zu rund 10 Prozent der Jahresrechnung, etwa 21 Euro für einen städtischen Haushalt. Die Zahl stammt vom Blackout 2019 und passt womöglich nicht auf 27 Minuten; die Regeln sollten Sie aktuell prüfen.

Was ist noch offen?

Ob Endesa oder der Netzbetreiber Red Eléctrica de España den Vorfall untersuchen, ist nicht bekannt. Auch zu Entschädigung oder Bussgeld liegen bisher keine Angaben vor.

Der Bericht nennt keine Verantwortlichen und zitiert niemanden. Er stützt sich auf erste Daten, ein zweiter Bericht zum Vorfall ist bisher nicht aufgetaucht.

Die Kanarische Regierung treibt laut einer Meldung zwei Notstromanlagen auf Teneriffa voran, die Blackouts verhindern sollen. Details dazu sind nicht bestätigt, und wer in den nächsten Tagen unterwegs ist, schaut am besten auf die aktuellen Aemet-Warnungen.