Was bedeutet der Stromausfall für Urlauber und Einwohner?

Auf La Palma sind am Montag, 2. November 2026, rund 20.000 Kunden ohne Strom gewesen, berichtet Atlántico Hoy. Welche Orte betroffen waren, nennt der Bericht nicht.

Die Ursache des Ausfalls ist bisher nicht veröffentlicht.

Cristina Valido verweist auf einen Regenfall, der am Montag La Palma trifft. Ob er den Ausfall auslöste, sagt der Bericht nicht.

Praktische Hinweise der Behörden für Urlauber und Einwohner liegen bislang nicht vor. Regeln zu Entschädigung, Fristen oder Anträge sind nicht bekannt, wer im Süden der Insel wohnt, fragt am besten beim Vermieter oder bei der Unterkunft nach dem Stand.

Was fordert die Coalición Canaria von Madrid?

Cristina Valido ist Kandidatin der Coalición Canaria-Primero Canarias für den Congreso (spanisches Parlament) in der Provinz Santa Cruz de Tenerife. Sie nannte die wiederkehrenden Ausfälle in einer Mitteilung «untragbar» und sieht im Vorfall kein Einzelereignis, sondern eine Schwäche des Inselsystems.

Im Mai 2025 warnte Valido im Congreso vor etwa zehn schweren Stromausfällen auf den Kanaren seit 2009. Die isolierten, alternden Systeme hätten ihre Lebensdauer länger genutzt als vorgesehen.

Im Juni 2025 setzte die Coalición Canaria mit der Kanarischen Regierung Massnahmen im sogenannten Anti-Blackout-Dekret durch. Sie sollten Genehmigungen für Notstromgeneratoren und Batterien beschleunigen.

Das Dekret fiel im Congreso durch, weil PP und Vox dagegen stimmten. Seitdem habe die spanische Regierung keine eigene Antwort auf die Lücken im kanarischen Netz beschlossen, sagt Valido.

Sie verlangt ein Real decreto-ley (Dekret mit Gesetzeskraft) vor dem Ende der Legislaturperiode, das die Diputación Permanente bestätigen kann. Zudem fordert sie feste Fristen für die Erneuerung der Kraftwerke, eine Reaktion der Regierung liegt in den Quellen nicht vor.

Was ist 2025 auf La Palma schon passiert?

Am 10. Juni 2025 fiel um 17.32 Uhr auf ganz La Palma der Strom aus, berichtet der kanarische Sender RTVC. Gegen 20.30 Uhr, rund drei Stunden später, war die Versorgung wieder da.

Alberto Hernández, der Energiedirektor der Kanaren, führte den Ausfall auf einen Generator im Kraftwerk Los Guinchos zurück. Pablo Casado, Gebietsdirektor von Endesa, sagte damals, der Konzern rekonstruiere den genauen Ablauf.

RTVC zählt den Juni-Ausfall als sechste Störung innerhalb weniger Wochen. Im Mai 2025 gab es Ausfälle am 1. und 11. Mai, die Erdbewegungen nahe dem alten Flughafen von Breña Alta zugeschrieben wurden, und am 15. Mai zwei weitere mit rund 20.000 Nutzern.

Red Eléctrica erklärte laut RTVC, die Ursache liege ausserhalb ihres Netzes, bei der Erzeugung. Die Kanarische Regierung verwies auf alternde Wärmekraftblöcke und deren Wartung.

Warum ist die Stromversorgung auf der Insel so anfällig?

Das Kraftwerk Los Guinchos in Breña Alta betreibt Endesa, und es hat laut RTVC die ältesten Stromerzeuger der Kanaren. Mehr als die Hälfte der Einheiten ist älter als 25 Jahre, zwei sind älter als 50.

Endesa sagt, eine staatliche Ausschreibung für neue Leistung sei seit über zwölf Jahren verzögert. Der Konzern bestreitet zugleich, dass der Ausfall einer einzelnen Einheit eine ganze Insel lahmlegen sollte.

Alberto Hernández sagte am 9. Mai 2025, das Netz erleide auf dem Archipel «mehr als 400» Störungen pro Jahr. Es erstreckt sich über rund 26.000 Kilometer.

Zum Vergleich: Auf Teneriffa waren im Juli 2020 laut RTVC rund 950.000 Menschen über sieben Stunden ohne Strom. Auf La Gomera meldete RTVC am 18. Januar 2026 einen weiteren Totalausfall, danach lief die Versorgung wieder zu 100 Prozent.

Wer entscheidet über die Erneuerung, und was kommt als Nächstes?

Der Staat entscheidet über die Ausschreibung, mit der die Stromerzeugung auf La Palma erneuert werden soll, und das Ministerium MITECO führt sie. Endesa war laut Endesa der einzige Bieter, im Juli 2025 erwartete der Konzern eine Entscheidung «in den kommenden Monaten».

Die Dieselerzeugung muss vor 2029 ersetzt werden, sieben Motoren in Los Guinchos müssen stillgelegt werden, so Endesa am 17. Juli 2025. Eine Gesamtsumme für die Erneuerung nennt die Quelle nicht.

Endesa betreibt Kraftwerk und Verteilnetz, Red Eléctrica das Übertragungsnetz. Der Cabildo (Inselregierung) entscheidet nicht über das Netz und forderte im Mai 2025 Aufklärung.

Die kanarische Energiebehörde unter Consejero Mariano Hernández Zapata kann Betreiber bei nachgewiesener Fahrlässigkeit sanktionieren. Im Mai 2025 gab sie Red Eléctrica und Endesa zehn Tage für Berichte, laut RTVC wurde Endesa 2010 für einen Ausfall auf Teneriffa mit 600.000 Euro gebüsst.

Offen bleiben Ursache und Dauer des Ausfalls vom 2. November 2026 sowie die Stellungnahmen von Endesa, Red Eléctrica und der Kanarischen Regierung. Ob Madrid auf Validos Forderung reagiert, ist unklar, und einen Wahltermin nennen die Quellen nicht.