Was ändert sich für Urlauber und Residenten im Süden?
Der Strom kam am Sonntagmorgen schnell zurück, wie Red Eléctrica (Betreiber des spanischen Hochspannungsnetzes) mitteilte. Um 8.51 Uhr, so die Gesellschaft, war die Versorgung wieder vollständig.
Mindestens 88.000 der 160.462 betroffenen Haushalte hatten laut El Día schon nach wenigen Minuten wieder Licht. Andere warteten länger: Häuser an mehreren Orten im Norden und im Süden der Insel blieben zunächst ohne Strom.
Welche Orte das sind, nennt die Zeitung nicht, auch keine Urlaubsorte. Wer in einer Ferienunterkunft oder Wohnung im Süden noch im Dunkeln sitzt, meldet sich zuerst bei Vermieter oder Hausverwaltung.
Der Süden steht aus einem technischen Grund im Mittelpunkt: Die beiden ausgefallenen Leitungen liegen laut Red Eléctrica im Süden Teneriffas. Wie viele Haushalte dort betroffen waren, gibt die Quelle nicht an.
Wo lag die Ursache, und wie gross war der Ausfall?
Laut El Día waren 160.462 Haushalte auf Teneriffa ohne Strom.
Als Ursache nennt Red Eléctrica die starken Regenfälle, die eine 220-kV-Leitung zu Fall brachten. Konkret trennten sich zwei Stromkreise vom Netz, die Linien Granadilla-Vallitos und Vallitos-Abona.
Gleichzeitig ging laut dem Netzbetreiber ein grosser Teil der Stromerzeugung im Kraftwerk Granadilla vom Netz. Im gemeinsamen System von Teneriffa und La Gomera fehlten dadurch rund 140 Megawatt.
Die Zeitangaben weichen leicht ab. El Día schreibt von einem Ausfall kurz nach 8.30 Uhr und von einer Rückkehr kurz nach 9.00 Uhr, Red Eléctrica nennt 8.51 Uhr.
Wie oft legt Unwetter auf Teneriffa den Strom lahm?
Am 27. Februar 2026 liess ein Sturm laut Diario de Avisos mehr als 3.500 Kunden ohne Strom. In Arona waren es 2.829, in Vilaflor 409 und in Icod de los Vinos (Ortsteil El Amparo) rund 300.
Beim Sturmtief Therese am 20. März 2026 meldete der Cabildo (Inselregierung) rund 890 Personen ohne Strom. Der Versorger Endesa sprach von 1.200 Nutzern auf dem ganzen Archipel, am stärksten betroffen waren Adeje, Guía de Isora und Fasnia.
Der Sonntag liegt damit in einer anderen Grössenordnung. Die Einheiten (Haushalte, Kunden, Personen) sind aber nicht deckungsgleich, ein exakter Vergleich ist deshalb nicht möglich.
Wie schwer waren frühere Totalausfälle?
Am 29. September 2019 traf ein «cero energético» (Totalausfall des Netzes) Teneriffa. Laut Público waren über 920.000 Einwohner betroffen, der Ausfall dauerte etwa neun Stunden. Die Ursache war ein Fehler im Umspannwerk Granadilla und nicht der Regen.
Im Juli 2020 dauerte ein weiterer Ausfall laut RTVC mehr als sieben Stunden und betraf 950.000 Menschen. RTVC nennt Teneriffa die am häufigsten betroffene Insel.
Für den Ausfall von 2019 verhängten die Kanaren laut einer Schlagzeile des Diario de Avisos eine Busse von 10 Millionen Euro gegen Endesa. Der Sonntag blieb dagegen kurz, denn Red Eléctrica nennt 8.51 Uhr als Zeitpunkt der vollen Wiederversorgung.
Was können Betroffene bei verdorbenem Essen oder defekten Geräten tun?
Nach dem Ausfall von 2019 erhielten Kunden laut Verbraucherschutz OCU automatisch einen Rabatt von bis zu 10 Prozent pro Jahr, rund 21 Euro für städtische Haushalte. OCU nannte das «eindeutig unzureichend».
Für verdorbene Lebensmittel und beschädigte Geräte sind laut OCU eigene Forderungen möglich. Zuerst schreibt man dem Kundendienst des Stromversorgers.
Hilft das nicht, geht die Beschwerde an die Wirtschaftsbehörde der Kanaren, die binnen sechs Monaten antworten muss, und an das städtische Verbraucheramt OMIC. Quittungen und Fotos aufzubewahren und die Hausratversicherung zu prüfen, rät OCU ebenfalls.
Ob für den 1. November ein Rabatt oder eine Entschädigung vorgesehen ist, steht nicht im Bericht von El Día. Die aktuelle Rechtsgrundlage für solche Fälle lag nicht vor.
Was bleibt offen, und wie geht es weiter?
Unklar bleibt, wie viele Haushalte am Sonntagmorgen noch ohne Strom waren und wann sie ihn zurückbekamen. El Día nennt dazu weder eine Zahl noch eine Uhrzeit.
Das Wetter ist noch nicht vorbei, denn der Wetterdienst AEMET warnt laut El Día in den fünf westlichsten Inseln mit Gelb. Für den Grossraum Teneriffa und den Westen von La Palma gilt Orange.
Die Regierung der Kanaren setzte für die Provinz Santa Cruz de Tenerife eine Regenwarnung an. Mehrere Veranstaltungen im öffentlichen Raum fielen laut El Día aus.
Das Netz bleibt ein Dauerthema: Red Eléctrica warnt laut Diario de Avisos (Februar 2026), dass 62 genehmigte Erzeugungsprojekte mit zusammen über 1.000 Megawatt Ausfälle auf den Inselnetzen nicht ausschliessen. Für Teneriffa nennt das Ziel 370 Megawatt.
Das zuständige Ministerium bat Red Eléctrica damals, Versorgungslücken bis 2031 binnen 15 Tagen zu benennen. Einen Termin für weitere Angaben zum Sonntag nannte keine der Quellen.