Was ändert sich jetzt für Urlauber und Einwohner?

Wer nach La Palma reist oder dort lebt, spürt vom NASA-Bericht nichts. Die Recherche fand keine Regel, keine Frist, keine Sperrung und kein Antragsverfahren, die damit zusammenhängen.

Der Bericht legt Forschungsprioritäten für das nächste Jahrzehnt fest, eine Förderentscheidung ist er nicht. Summen für La Palma nennt er nach bisherigem Stand nicht.

Der Ausbruch im Cumbre Vieja endete am 13. Dezember 2021, der Bericht blickt auf ihn zurück. Eine Warnung oder Gefahrenmeldung enthalten die Unterlagen nicht.

Bis 15. September 2026 genehmigte der Cabildo de La Palma (Inselregierung) die Rückkehr in 1.182 Wohnungen in Puerto Naos und 65 in La Bombilla. Die Rückkehr bleibt an Sicherheitsprotokolle zum CO₂ geknüpft, daher fragen Sie bei einer Buchung dort am besten beim Vermieter oder beim Cabildo nach.

Was steht im NASA-Bericht über La Palma?

Ein regionales Medium berichtete am 5. November 2026 über einen NASA-Bericht, der den Tajogaite-Ausbruch vom September 2021 als Beispiel nennt. Das Originaldokument konnte die Recherche nicht öffnen, die Angaben stammen aus dieser Berichterstattung.

In spanischer Übersetzung heisst der Bericht «CORE 2.0: Retos y oportunidades para la investigación en Superficie e Interior de la Tierra» und gehört zum NASA-Schwerpunkt «Earth Surface and Interior». Den englischen Originaltitel konnte die Recherche nicht prüfen, und offen ist auch, ob die NASA selbst oder eine externe Stelle das Dokument verfasst hat.

La Palma steht im Bericht für die wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen aktiver geologischer Prozesse. Genannt werden zerstörte Häuser und Infrastruktur, Störungen im Flugverkehr, Schäden in der Landwirtschaft und wirtschaftliche Verluste, jeweils ohne Zahlen.

Fünf grosse wissenschaftliche Fragen stellt der Bericht, die Berichterstattung führt sie nicht einzeln auf. Als Prioritäten nennt er die Verbindung von Satellitenbeobachtung und Messungen am Boden, von physikalischen Modellen und KI-Werkzeugen sowie die Bewertung und Verringerung von Naturgefahren.

Was sagt der Forscher Társilo Girona dazu?

Társilo Girona, Forscher bei Geociencias Barcelona (GEO3BCN-CSIC), nennt den Ausbruch einen Fortschrittsbeleg. Er sagt: «Der Ausbruch von 2021 zeigte, wie weit die Vulkanüberwachung gekommen ist.»

Auch für Spanien hält Girona die Prioritäten für wichtig: «Diese Prioritäten sind für Spanien ebenso relevant.» Er ist offenbar einer der spanischen Beteiligten.

Eine Meldung seines Instituts zum NASA-Fahrplan liegt vor, ihren Inhalt hat die Recherche aber nicht geprüft. Der Bericht nennt ausserdem Isabel Santos Gómez, Direktorin des Museo Insular de La Palma, ihre Rolle in der Geschichte ist nicht geklärt.

Itahiza Domínguez, Leiter des IGN auf den Kanaren, sprach im September 2024 von einer Zäsur für die Vulkanologie. Die gesammelten Daten sollen Überwachung, Automatisierung und Prognosen verbessern.

Schon 2021 nahmen die Cornell-Forscher Esteban Gazel und Kyle Dayton Luftproben für ein von der NASA unterstütztes Projekt zu den globalen Wirkungen von Ausbrüchen. Spaniens Raumfahrtinstitut INTA untersuchte den Vulkan laut einer Mitteilung vom Oktober 2025 als Modell für Mars und Mond, um Lavaröhren als mögliche Unterkünfte für Astronauten zu kartieren.

Wie verlief der Ausbruch, den die Forscher meinen?

Der Ausbruch im Cumbre Vieja in der Gemeinde El Paso dauerte genau 85 Tage und 8 Stunden. Er begann am 19. September und endete am 13. Dezember 2021.

Die Lava bedeckte rund 1.200 Hektar und floss bis zu 6,5 Kilometer weit. Der Vulkankegel erreichte 1.121 Meter, die Aschesäule 8.500 Meter.

Das IGN zählte 8.652 Erdbeben während des Ausbruchs und rund 1.400 davor. Das stärkste erreichte die Magnitude 5,1.

Rund 7.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, direkte Todesopfer gab es nicht. Die Lava zerstörte 2.988 Gebäude und verschüttete 74 Kilometer Strassen.

Gut 400 Betriebe der Landwirtschaft waren betroffen. Bei Tazacorte formte die Lava zwei Lavadeltas (fajanas) und schuf rund 48 Hektar neues Land.

Den Notfall steuerte der kanarische Katastrophenschutzplan für Vulkanrisiken (PEVOLCA). Das IGN veröffentlichte tägliche Berichte.

Wer zahlt die Schäden, und wie weit ist der Wiederaufbau?

982 Millionen Euro Schaden schätzte die Kanarenregierung im September 2022. Eine spätere Bilanz nennt 842 Millionen Euro als aktualisierte Zahl, die beiden Werte passen nicht zusammen.

1,1 Milliarden Euro hat der Staat seit 2021 laut dem Abkommen zwischen Spanien und den Kanaren überwiesen. Davon sind 365 Millionen Euro bereits gezahlte Wohnhilfen.

Das Abkommen sieht zusätzlich 100 Millionen Euro direkte Entschädigung und eine Steuerbefreiung von 60 Prozent bei der Einkommenssteuer IRPF für Einwohner von La Palma vor. Umgesetzt werden soll es nach dem Kabinettsbeschluss per königlichem Dekretgesetz, den Zeitpunkt der Einigung nennt die Quelle teils Oktober, teils November 2025.

Für 800 Hauptwohnsitze hat die Kanarenregierung nach eigenen Angaben Entschädigung gezahlt, 1.415 Menschen profitierten. Das Wohnungsprogramm umfasst 78,5 Millionen Euro.

74 geschützte Wohnungen sind erworben und 34 im Bau. In Los Llanos entstehen 53 Wohnungen.

Rund 40 Familien leben weiterhin in Containerunterkünften. Das Projekt Alerta CO₂ betreibt etwa 1.600 Messgeräte, auf die sich die Rückkehr nach Puerto Naos stützt.

Was ist offen, und was folgt?

Ein Folgeprogramm oder Fördergeld der NASA für La Palma ist nicht bekannt. Einen Termin für nächste Schritte nannte bisher niemand.

Über das neue Land an den Lavadeltas entscheiden der Cabildo, die staatliche Küstendirektion, die kanarische Küstenbehörde und die Meeresplattform PLOCAN. Der Cabildo-Präsident will den Zugang zu den neuen Stränden regeln, die Wasserwege der Landwirte sollen erhalten bleiben.

PLOCAN meldet, die Wasserwerte in den Lavadeltas seien wieder normal und Meerestiere siedelten schneller als erwartet. Konkrete Nutzungen sind offen und brauchen technische und behördliche Zustimmung, ein «Blue Innovation Center» für Meeresforschung ist geplant.

Im März 2026 öffnete die Kanarenregierung eine öffentliche Anhörung zur Ausweitung der Naturschutzgebiete um Vulkan und Lavadeltas. Ein Ergebnis nennen die Unterlagen nicht.