Was ändert sich für Urlauber und Residenten auf Teneriffa?

Direkt ändert sich nichts. Neue Regeln, Preise oder Fristen für die Kanaren, etwa zu Zöllen oder zur Einreise von US-Besuchern, sind aus dem Wahlergebnis nicht bekannt.

Spritpreise und Lebenshaltungskosten haben in den USA das Wahlverhalten geprägt, für Teneriffa liegen dazu keine Zahlen vor. Wer im Süden der Insel bucht oder wohnt, muss deshalb nichts umstellen.

Wichtiger für Teneriffa ist ein anderer Termin: Spanien wählt am 29. November 2026 vorzeitig das nationale Parlament. Ministerpräsident Sánchez hatte das am 5. Oktober angekündigt, nachdem seine Regierung zwei Abstimmungen über Wohnungsbau-Dekrete verloren hatte.

Wie haben die Demokraten in den USA gewonnen?

Die Demokraten haben den Senat zurückerobert, so die Hochrechnungen der Nachrichtenagentur AP. Mindestens 54 Sitze halten sie, einige Rennen sind noch offen, und unter dem Strich brauchten sie vier Sitze mehr.

Im Repräsentantenhaus erreichten sie laut AP die Schwelle von 218 der 435 Sitze. Im Senat wechselten Iowa, Kansas, Maine, North Carolina, Ohio, South Carolina und Texas die Seite.

In Texas schlug James Talarico den Republikaner Ken Paxton, und Gina Hinojosa besiegte Gouverneur Greg Abbott. In Kansas gewann Adam Hamilton gegen Roger Marshall, der erste demokratische Senatssieg dort seit 1932.

Trump schrieb auf Truth Social, er habe nicht auf dem Stimmzettel gestanden, sonst hätte er haushoch gewonnen. Er will das Ergebnis akzeptieren und Gesetze der Demokraten mit seinem Veto stoppen.

Warum haben viele Trump-Wähler sich abgewandt?

Zwei Drittel der Befragten sahen in Trumps Politik eine Verschlechterung der Wirtschaft.

Als Joe Biden das Weisse Haus verliess, lag die Inflation nach den veröffentlichten Daten bei 2,9 Prozent, heute liegt sie über 3,7 Prozent. Benzin ist in dieser Zeit um mehr als 31 Prozent teurer geworden.

Für 35 Prozent der Befragten spielte der Krieg gegen Iran eine Rolle bei der Wahl, zwei von drei lehnen ihn und Trumps Führung ab. Trump selbst sagte, der Krieg habe wohl mitgewirkt, weil die Wähler keine höheren Benzinpreise zahlen wollten.

Bei Latinos wogen auch die gewaltsamen Razzien der Einwanderungsbehörde ICE. Mindestens 57 Menschen starben laut einer Zählung vom September in ICE-Gewahrsam, neun weitere wurden nach Daten bis November von Bundesbeamten erschossen.

Ist die Welle der Ultrarechten damit gebrochen?

Einen Bremsklotz für die Rechte im Westen sieht Guillermo Fernández nicht, Politologe der Universidad Carlos III und Fachmann für die radikale Rechte in Europa. Er vergleicht die Niederlage mit jenen von Viktor Orbán in Ungarn und der PiS in Polen.

Metaphern wie Tsunami oder Bestie liessen die Rechte unbesiegbar wirken, kritisiert Fernández. Ihr Aufstieg verlaufe als Kurve mit Gipfeln und Tälern, und er sagt: «Sie ist nicht unbesiegbar.»

In Österreich, Frankreich und Deutschland führt die extreme Rechte laut der Analyse die Umfragen an, und Giorgia Meloni könnte in Italien wiedergewählt werden. In Spanien deuten Umfragen darauf hin, dass Vox in die Regierung eintreten könnte.

Geert Wilders in den Niederlanden hat Rückhalt verloren, ebenso die radikale Rechte in Finnland und Schweden. In Brasilien bremste Lula den Rechten Flávio Bolsonaro, doch Fernández spricht von einem Dämpfer, nicht von einem Zyklenwechsel.

Wichtiger sei die Krise der traditionellen Konservativen, sagt der Politologe. In Frankreich, Italien und Portugal, wo Chega dem Mitte-rechts-Lager Terrain abnimmt, wachse die radikale Rechte auf deren Kosten.

Wie stark ist Vox auf den Kanaren?

Bei der Regionalwahl vom 28. Mai 2023 zog Vox erstmals mit vier Abgeordneten ins Kanarenparlament ein, so der Zwischenstand vom 29. Mai 2023. Im Cabildo (Inselregierung) von Teneriffa stellt die Partei zwei Inselräte.

Eine Sigma-Dos-Umfrage vom Juni 2026 sieht Vox auf den Kanaren bei 12,8 Prozent, zuvor waren es 8 Prozent. Das entspräche 7 bis 8 Sitzen, derzeit sind es vier, nach einem Austritt aus der Fraktion nur noch drei.

Auf den Kanaren liegt Vox in einer GESOP-Umfrage vom 13. Oktober 2026 bei der direkten Wahlabsicht an erster Stelle, eine Zahl nennt sie nicht. Für die Spanienwahl sehen Septemberumfragen die Partei bundesweit bei etwa 17 bis 18 Prozent, 40dB nennt 18,4 Prozent.

Das Kanarenparlament muss spätestens am 27. Juni 2027 neu gewählt werden, üblicherweise am Kommunalwahltag, Sonntag 23. Mai 2027. Dann entscheidet sich auch, wie die Cabildos zusammengesetzt sind.

In den USA tritt der neue Kongress am 3. Januar 2027 zusammen. Gesetze und der Bundeshaushalt brauchen dann die Zustimmung der Demokraten.