Was ändert sich für Patienten und Urlauber ab dem 16. Oktober?
Ab Freitag, dem 16. Oktober 2026, sind Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes SCS zu Arbeitsniederlegungen während der regulären Arbeitszeit aufgerufen. Betroffen sein können Gesundheitszentren und Krankenhäuser auf allen bewohnten Kanarischen Inseln.
Für gesetzlich versicherte Residenten, europäische Urlauber mit Krankenversicherungskarte und Privatpatienten ändern sich zunächst weder Preise noch Anspruchsregeln. Planbare Termine wie Sprechstunden, Untersuchungen oder Operationen können jedoch kurzfristig verschoben werden.
Die Notfallversorgung soll über Mindestdienste aufrechterhalten werden, die von der Verwaltung festgelegt werden. Wer einen dringenden medizinischen Notfall hat, kann weiterhin die Notaufnahmen der Krankenhäuser aufsuchen oder den Notruf 112 wählen.
Welche Termine sind besonders gefährdet?
Die Streikaktion soll montags bis freitags während der regulären Arbeitszeit stattfinden. Als erste Streiktage sind der 16., 19., 20., 21., 22., 23. und 26. Oktober 2026 angekündigt, wie Canarias7 berichtet.
Besonders betroffen sind planbare Leistungen: Facharzttermine, Vorsorgeuntersuchungen, bildgebende Diagnostik und nicht dringliche Operationen. Die Gesundheitsverwaltung warnt laut Canarias7 vor einem Anstieg der Wartelisten durch abgesagte Sprechstunden und Eingriffe.
Wer in den kommenden Tagen einen Termin in einem öffentlichen Gesundheitszentrum oder Krankenhaus hat, sollte vorab telefonisch klären, ob dieser stattfindet. Eine zentrale Informationsstelle für abgesagte Termine wurde bis zum 15. Oktober nicht veröffentlicht.
Worum geht es in dem Konflikt?
Die Gewerkschaften Sindicato Médico Canario (CESM Canarias) und Sindicato de Empleados Médicos de Canarias (SEMCA) fordern höhere Vergütungen, Änderungen bei Arbeitszeit und Bereitschaftsdiensten sowie bessere Ruhezeiten nach Diensten.
Ein zentraler Punkt ist eine eigene Verhandlungsebene für Ärzte innerhalb des SCS. Die Gesundheitsverwaltung will die rechtlichen Möglichkeiten dafür prüfen, hat aber laut Gewerkschaftsangaben keinen konkreten Zeitplan genannt.
Der Streik auf den Kanaren ist unabhängig vom nationalen Konflikt um ein neues Estatuto Marco für das Gesundheitspersonal. Er betrifft ausschliesslich die Arbeitsbedingungen im kanarischen Gesundheitsdienst.
Welche Zugeständnisse hat die Gesundheitsverwaltung gemacht?
Die SCS-Verwaltung erklärte, sie habe ein Paket mit Vorschlägen vorgelegt. Dazu gehören optional verkürzte werktägliche Bereitschaften, sofern die Dienstorganisation dies zulässt, ohne Gehalts- oder Ruhetagsverlust.
Für Wochenenden und Feiertage schlug die SCS zwei 12-Stunden-Schichten statt einer 24-Stunden-Schicht vor.
Zusätzlich nannte die SCS eine Erhöhung des Preises für nächtliche Bereitschaftsstunden. Einen Ausgangsbetrag oder Vergleichszeitraum nannte die Quelle dazu nicht.
Wie war die Beteiligung bei früheren Streiks?
Bei früheren Streiktagen im Dezember 2025 meldete die Regierung der Kanaren eine Beteiligung. Gran Canaria verzeichnete 25,79 Prozent, Teneriffa 23,48 Prozent, Lanzarote 23,18 Prozent.
Im Mai 2026 sanken die offiziellen Zahlen. Am 18. Juni 2026 lag die Beteiligung bei 9,14 Prozent, mit 11,13 Prozent auf Gran Canaria und 8,21 Prozent auf Teneriffa.
Fuerteventura und La Palma lagen bei früheren Streiks deutlich unter den Werten der grossen Inseln. Auf La Gomera und El Hierro wurden keine Streikteilnehmer registriert.
Wie geht es nach dem 16. Oktober weiter?
Das letzte Treffen zwischen SCS und Gewerkschaften fand im Oktober 2026 statt. Eine Einigung wurde bis zum 15. Oktober nicht erreicht. Die Gewerkschaften erklärten die Antwort der Gesundheitsverwaltung als «insuficiente», also unzureichend.
Die Gewerkschaften bleiben nach eigenen Angaben gesprächsbereit.
Ob der Streik über den 26. Oktober hinaus fortgesetzt wird, hängt vom Verlauf der Verhandlungen ab. Die Gesundheitsverwaltung erwartet laut Europa Press, dass die Gewerkschaften den Streik überdenken, solange weiter verhandelt wird.