Was ist am 7. Oktober 2026 passiert?
María Fernández, Generaldirektorin für Verkehr und Mobilität der kanarischen Regierung, forderte am 7. Oktober 2026 vom spanischen Staat eine Verlängerung der Gratisregelung für 2027. Eine Sitzung der Kommission der Generaldirektoren für Landverkehr endete ohne Zusage über den 31. Dezember hinaus.
Fernández warnte laut Canarias Ahora, dass die Situation Unsicherheit erzeuge. Wenn das Dekret nicht nach dem 29. November vorankomme, könnten die Kanaren ohne die 100-Prozent-Ermässigung dastehen, die regelmässigen Nutzern kostenloses Fahren im öffentlichen Landverkehr ermöglicht.
Die Generaldirektorin verteidigte die Verlängerung als rechtlich möglich. Es handle sich nicht um eine neue Massnahme, sondern um die Fortführung einer bereits geltenden Politik. Sie forderte, die Verlängerung «in Zeit und Form» zu bearbeiten.
Für wen gilt die kostenlose Nutzung?
Die Regelung gilt für Abonnements und Mehrfahrtenkarten des öffentlichen kollektiven Landverkehrs. Dazu zählen Busse, auf den Kanaren guaguas genannt, sowie der auf den Inseln vorhandene Strassenbahnverkehr. Der Rabatt beträgt 100 Prozent.
Nicht erfasst sind Einzelfahrscheine, Hin- und Rückfahrkarten und touristische Titel. Das geht aus den Hintergrundinformationen der kanarischen Regierung hervor. Für Einwohner, ausländische Bewohner und Besucher bleiben die bestehenden kostenlosen Abonnements bis 31. Dezember 2026 bestehen.
Für 2027 sind Preise, Anspruchsvoraussetzungen, Antragsverfahren und Fristen noch nicht festgelegt. Eine konkrete neue Preisordnung oder ein Antragstermin wurde in den verfügbaren amtlichen Angaben nicht genannt.
Wie ist die Finanzierung geregelt?
Die staatliche Finanzierung sieht für 2026 einen Vorschuss von 65 Prozent der Beihilfe vor. Die endgültige Abrechnung soll 2027 erfolgen. Die kanarische Regierung hatte die erforderlichen Unterlagen der Inselverwaltungen beim Verkehrsministerium eingereicht.
Nach Angaben der Regierung waren bis zum 7. Oktober 2026 noch Haushaltsmittel ausstehend, die Ende September begründet worden waren. Die tatsächlichen Kosten liegen laut dem consejero Pablo Rodríguez bei über 140 Millionen Euro jährlich.
Die staatliche Hilfe für 2026 beträgt rund 120 Millionen Euro, von denen 65 Prozent als Vorschuss ausgezahlt werden. Die 78 Millionen Euro sind der für 2025 gezahlte Betrag.
Warum ist ein Dekret nötig?
Rechtlich abgesichert ist die Massnahme nach der staatlichen Regelung nur für 2026, und zwar bis 31. Dezember 2026. Die Kanaren mussten ihre tatsächliche Einführung bis 31. Januar 2026 nachweisen und sich zur Aufrechterhaltung bis Jahresende verpflichten.
Wegen der ausgerufenen Wahlen und der Auflösung der Parlamentskammern müsste ein Verlängerungsdekret gegebenenfalls von der Ständigen Deputation des Abgeordnetenhauses beschlossen werden. Fernández hält dies für rechtlich möglich, weil es sich ihrer Einschätzung nach um die Fortführung einer bestehenden Massnahme handelt.
Die Ständige Deputation ist das Gremium, das zwischen den Wahlperioden die dringenden Aufgaben des Parlaments übernimmt. Ein verbindliches Verlängerungsdatum wurde nicht veröffentlicht.
Was bedeutet das für Nutzer ab Januar 2027?
Ohne neues staatliches Dekret entfällt die derzeitige 100-prozentige Vergünstigung ab 1. Januar 2027. Nutzer müssten dann wieder für Abonnements und Mehrfahrtenkarten zahlen. Welche Preise dann gelten, ist nicht veröffentlicht.
Die kanarische Regierung will die Verlängerung über das Verkehrsministerium erreichen. Angesichts des Wahlkalenders könnte auch die Ständige Deputation eingeschaltet werden. Der entscheidende Zeitraum ist der Ablauf der geltenden Regelung am 31. Dezember 2026.
Bis dahin bleibt die kostenlose Nutzung nach den bestehenden Regeln erhalten. Eine bestätigte Entscheidung, ob und in welcher Höhe die Gratisregelung 2027 fortgesetzt wird, gibt es noch nicht.
Was ist mit dem einheitlichen Fahrschein?
Die kanarische Regierung arbeitet am Projekt des Título Único de Transporte en Canarias, einem einheitlichen Fahrschein für das gesamte Archipel. Damit sollen Nutzer mit einem einzigen Bono in guagua oder Tram über alle Inseln fahren können.
Die Generaldirektion für Verkehr und Mobilität übergab den Cabildos eine Haushaltspartie, damit diese ihre Technik anpassen und die neue Anwendung integrieren können. Der nächste Schritt ist eine öffentliche Ausschreibung für einen Pilottest.
Im Dezember sollen Bürger, die die Voraussetzungen erfüllen, die Pilot-Technologie ausprobieren und sich mit dem Título Único Canario über mehrere Inseln bewegen können. Einen genauen Starttermin nannte die Regierung nicht.