Was die Wettmärkte sagen
Der Wettmarkt Polymarket handelt die Frage, ob Pedro Sánchez bis zum 31. Januar 2027 nicht mehr Ministerpräsident Spaniens ist. Der Preis liegt am 21. Oktober 2026 um 08:10 UTC bei 61,5 Prozent. Das bedeutet: Händler mit echtem Geld im Spiel sehen die Wahrscheinlichkeit bei fast zwei Dritteln.
Für den 15. Januar 2027 liegt der Preis bei 44,5 Prozent. Für den 31. Dezember 2026 sind es nur 14,0 Prozent. Die Märkte erwarten also einen Regierungswechsel vor allem im Januar 2027, nicht schon in diesem Jahr.
In einem zweiten Markt wird Alberto Núñez Feijóo, der Vorsitzende der konservativen Volkspartei PP, mit 82,5 Prozent als nächster Ministerpräsident gehandelt. Sánchez kommt auf 14,4 Prozent, Santiago Abascal Conde von der Partei Vox auf 2,6 Prozent.
Diese Preise sind keine Umfragen. Es sind Wetten von Händlern, die eigenes Geld einsetzen. Polymarket ist eine kryptobasierte Marktplattform. Unsere Erklärseite zu Prognosemärkten erläutert die Methode.
Warum überhaupt gewählt wird
Pedro Sánchez Pérez-Castejón ist seit Juni 2018 Regierungspräsident und Generalsekretär der sozialistischen Partei PSOE. Am 5. Oktober 2026 kündigte er die Auflösung des Parlaments und Neuwahlen für Sonntag, den 29. November 2026, an.
Am 17. Oktober 2026 bestätigte das Bundeskomitee der PSOE Sánchez einstimmig als Kandidaten für das Amt des Regierungspräsidenten. Die Regierung bleibt bis zur Bildung einer neuen Regierung im Amt und führt die laufenden Geschäfte weiter.
Wer Feijóo, PP und Vox sind
Alberto Núñez Feijóo ist der Vorsitzende der Partido Popular, kurz PP. Die PP ist die konservative Volkspartei Spaniens und derzeit die grösste Oppositionskraft im spanischen Parlament. Feijóo war zuvor Regierungschef der Region Galicien.
Santiago Abascal Conde führt die Partei Vox. Vox steht rechts von der PP und vertritt einen harten Kurs in der Migrationspolitik. Die Wettmärkte sehen eine mögliche Mehrheit aus PP und Vox nach der Wahl.
Die PSOE von Sánchez ist die sozialdemokratische Arbeiterpartei Spaniens. Sánchez regiert seit 2018, zuletzt mit einer Minderheitskoalition und wechselnden Mehrheiten im Parlament.
Was ein Regierungswechsel für die Kanaren bedeuten könnte
Für Bewohner, ausländische Einwohner und Besucher der Kanarischen Inseln ergeben sich aus den Wettquoten keine unmittelbaren Änderungen. Preise, Aufenthaltsrechte, Steuern, Sozialleistungen, Einreisebestimmungen sowie Fähr- und Flugverbindungen bleiben unverändert.
Die Kanarischen Inseln haben bei der Ernennung oder Absetzung des spanischen Ministerpräsidenten keine eigene Entscheidungsbefugnis. Das kanarische Autonomiestatut regelt die Selbstverwaltung der Inseln, nicht die Regierungsbildung in Madrid.
Der kanarische Präsident Fernando Clavijo Batlle sagte am 13. Oktober 2026, Madrid habe noch 47 Tage zur Umsetzung der sogenannten Agenda Canaria.
Was ein Regierungswechsel konkret für Mietregeln, Steuern oder ausländische Einwohner bedeuten würde, ist aus den vorliegenden Quellen nicht belegt. Die Wahlprogramme und mögliche Koalitionsverträge liegen noch nicht vor.
Wie ein Regierungswechsel rechtlich abläuft
Nach Artikel 101 der spanischen Verfassung endet die Regierung insbesondere nach Parlamentswahlen, bei einem Verlust des parlamentarischen Vertrauens, durch Rücktritt oder durch den Tod des Präsidenten. Bis zur Amtsübernahme einer neuen Regierung bleibt sie geschäftsführend im Amt.
Ein Regierungswechsel kann auch durch eine erfolgreiche Misstrauensmotion erfolgen. Nach Artikel 114 Absatz 2 der Verfassung gilt der in der Motion benannte Gegenkandidat bei deren Annahme als bestätigt und wird vom König zum Ministerpräsidenten ernannt.
Bei einer regulären Investitur schlägt der König nach Konsultationen einen Kandidaten vor. Der Kongress muss zunächst mit absoluter Mehrheit zustimmen. In einer zweiten Abstimmung 48 Stunden später genügt die einfache Mehrheit.
Scheitern alle Investiturversuche zwei Monate nach der ersten Abstimmung, werden beide Parlamentskammern aufgelöst und Neuwahlen angesetzt. Das Gesetz 50/1997 regelt zusätzlich den Status einer geschäftsführenden Regierung.
Was bis zur Wahl passiert
Der Wahltermin ist Sonntag, der 29. November 2026. Bis dahin bleibt Sánchez Regierungspräsident. Das Wahlergebnis allein beendet sein Amt nicht automatisch.
Offen sind das Wahlergebnis, mögliche Koalitionen und der Zeitpunkt einer Investitur. Eine bestätigte Entscheidung über Sánchez' Ausscheiden bis zum 31. Januar 2027 liegt nicht vor.
Die Regierung plant weiterhin Ministerratsbeschlüsse. Sánchez erklärte, er wolle bis zur Wahl regieren. Für Bewohner der Kanaren heisst das: Bis auf Weiteres gelten die bestehenden Regeln und Fristen unverändert.