Die Kanaren liegen über tausend Kilometer vom spanischen Festland entfernt — und diese Insellage steht im Gesetz (dem sogenannten REF) ausdrücklich als Nachteil, den der Staat ausgleichen soll. In der Praxis heisst das: ein Geflecht aus Rabatten und Zuschüssen, das Mobilität und Warenpreise dämpfen soll. 2026 wird dieses Geflecht verlängert und an einer Stelle sogar ausgebaut. Wir gehen die vier wichtigsten Bausteine durch.
1. Der Gratis-Bus bleibt
Der kostenlose öffentliche Nahverkehr — auf den Kanaren fährt man mit der „Guagua", wie der Bus hier heisst — wird auch 2026 fortgeführt. Der Staat stellt dafür 120 Millionen Euro bereit. Die Regionalregierung nennt die Massnahme einen Erfolg: Sie habe spürbar Privatautos von den Strassen geholt und den Zugang zu Arbeit, Bildung und Gesundheitsversorgung auf allen Inseln erleichtert. Für dich als Bewohner heisst das schlicht: Stadt- und Überlandbusse kosten weiterhin nichts.
2. Der 75-Prozent-Rabatt auf Flüge und Fähren
Das ist der Klassiker — und für viele der wertvollste Posten. Wer seinen Wohnsitz auf den Kanaren hat, bekommt 75 Prozent Rabatt auf den regulären Flug- und Fährpreis: sowohl zwischen den Inseln als auch von und zu Festland-Spanien. Wichtig für unsere Leserschaft: Dieser Rabatt gilt nicht nur für spanische Staatsbürger, sondern ausdrücklich auch für Bürger der EU (und des EWR sowie der Schweiz) mit Wohnsitz auf den Inseln. Wer also als Deutscher hier gemeldet ist, hat denselben Anspruch.
3. Eine Karte für alle Inseln: der „Bono residente canario"
Das ist die echte Neuerung. Bisher hat jede Insel ihr eigenes Bus-Kartensystem. Künftig soll eine einzige Karte — der „Bono residente canario" — auf allen Inseln gelten, in Stadt- und Überlandbussen, egal von welcher Insel sie ausgestellt wurde. Dahinter steckt ein technisches System, das jede Karte auf jeder Insel erkennt und die Kosten zwischen den Inselräten verrechnet. Die Pilotphase ist für Ende 2026 angekündigt; finanziert wird sie komplett von der Regionalregierung. Für Pendler und alle, die viel zwischen den Inseln unterwegs sind, wäre das eine echte Erleichterung.
4. Die Frachthilfen — und ihr Haken
Weniger sichtbar, aber für die Preise im Supermarkt entscheidend: Der Staat bezuschusst den Warentransport zu und zwischen den Inseln. Das soll die Aufschläge ausgleichen, die durch die Entfernung entstehen, und so das Preisniveau dämpfen. Hier liegt allerdings auch ein Kritikpunkt: Die nationale Wettbewerbsbehörde CNMC bemängelt die Berechnungsmethode. Sie werde nicht in einem festen Rechtsrahmen geregelt, sondern jährlich von einem Staatsunternehmen entwickelt, und sie stütze sich auf gewichtete Durchschnittskosten statt auf die Kosten effizient geführter Betriebe. Die Empfehlungen der CNMC wurden bislang grösstenteils nicht übernommen. Heisst: Die Hilfe kommt an, aber ob sie optimal bemessen ist, ist umstritten.
Häufige Fragen
- Bleibt der Bus 2026 wirklich kostenlos?
- Ja, die Fortführung ist mit 120 Millionen Euro Bundesmitteln vorgesehen. Stadt- und Überlandbusse (Guaguas) bleiben für Fahrgäste kostenlos.
- Bekomme ich als deutscher Resident den 75-Prozent-Rabatt?
- Ja. Der Rabatt gilt für Personen mit Wohnsitz auf den Kanaren, ausdrücklich auch für EU-Bürger. Entscheidend ist die nachgewiesene Residencia, nicht die Staatsangehörigkeit.
- Wofür gilt der 75-Prozent-Rabatt genau?
- Für reguläre Flüge und Fähren zwischen den Inseln sowie zwischen den Inseln und dem spanischen Festland, bis zu einer festgelegten Höchstgrenze pro Strecke.
- Was ist der Bono residente canario?
- Eine geplante einheitliche Verkehrskarte, die auf allen Inseln in Stadt- und Überlandbussen gilt — unabhängig von der Ausgabe-Insel. Start als Pilot für Ende 2026 angekündigt.
- Senken die Frachthilfen wirklich meine Lebenshaltungskosten?
- Sie sollen die transportbedingten Aufschläge auf Waren dämpfen. Die Wettbewerbsbehörde CNMC hält die Berechnungsmethode allerdings für verbesserungswürdig.
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Stand 17.06.2026. Quellen u. a. Gobierno de Canarias, La Moncloa, Canarias7, eldiario.es / Canarias Ahora und CNMC. Beträge, Termine und Bedingungen können sich ändern; massgeblich sind die offiziellen Bekanntmachungen und die Angaben der zuständigen Stellen. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.