Was versprechen die Parteien?
Coalición Canaria (CC) stellte am 23. Oktober 2026 in Argana Baja auf Lanzarote ihr Wahlprogramm vor. Fernando Clavijo und Teodoro Sosa präsentierten die Vorschläge für Lanzarote und La Graciosa.
Kernstück: Die Fähre zwischen Caleta de Sebo und Órzola soll für Einwohner von La Graciosa nichts mehr kosten. Damit wollen die Parteien die täglichen Fahrten der Bewohner mit dem kostenlosen öffentlichen Landverkehr auf den übrigen Kanaren gleichstellen.
La Graciosa gehört verwaltungstechnisch zum Ayuntamiento de Teguise. Die Fähre nach Lanzarote ist für die Bewohner die reguläre maritime Verbindung.
Sie brauchen sie für Behörden, Ärzte, Schulen und Einkäufe, die es auf La Graciosa nicht gibt. Das Programm sieht kostenlose maritime Transporte für Einwohner von La Graciosa vor.
Was gilt heute für Fahrgäste?
Wer auf La Graciosa gemeldet ist, zahlt für die Fähre zwischen Caleta de Sebo und Órzola derzeit 75 Prozent weniger.
Den Wohnsitz weisen Fahrgäste an den Verkaufsstellen der Reedereien mit einer Meldebescheinigung des Ayuntamiento nach. Die Bescheinigung ist sechs Monate ab Ausstellungsdatum gültig.
Für Urlauber und Besucher ohne Wohnsitz auf La Graciosa nennt das Wahlversprechen keine neue Preisregelung. Sie zahlen weiterhin den regulären Fahrpreis.
Was kostet die Förderung bisher?
Für die Rückerstattung von Ermässigungen an Reedereien stehen im Haushaltsjahr 2026 insgesamt 32.200.000,00 Euro zur Verfügung. Der Ansatz kann laut Gobierno de Canarias erhöht werden.
Im vierten Quartal 2020 zahlte die Regierung der Kanaren 176.130 Euro an drei Unternehmen für Rabatte von Residenten auf Routen von Lanzarote, Fuerteventura und La Graciosa. Das Gobierno de Canarias übernahm 25 Prozent, der Staat 50 Prozent der gesamten Ermässigung.
In diesem Quartal wurden 55.353 Fahrten von Residenten auf diesen Verbindungen gezählt. Auf der Route Órzola–Caleta de Sebo entfielen 34.627 Fahrten auf Líneas Marítimas Romero und 15.795 auf Graciosamar.
Diese Zahlen sind ein einzelner Wert aus dem Jahr 2020. Die Quellen liefern keine durchgehende Reihe der letzten Jahre und keinen aktuellen Vergleich mit anderen Inseln.
Was ist noch offen?
Die Kandidatur hat bislang nicht mitgeteilt, wie viel die Einführung der Gratis-Fähre kosten würde. Auch welche Verwaltung die Finanzierung übernimmt und wie das neue System funktionieren soll, ist offen.
Es gibt keinen veröffentlichten Betrag, keinen Starttermin, kein Antragsverfahren und keine Frist für die versprochene vollständige Kostenfreiheit. Ebenfalls unklar sind die beteiligten Reedereien und ob Hin- und Rückfahrten gleichermassen erfasst würden.
Eine dauerhafte Gratis-Fähre würde eine Änderung des geltenden Fördersystems und eine gesicherte Finanzierung im Haushalt erfordern. Ein Wahlversprechen allein ändert weder Tarife noch verpflichtet es die Reedereien.
Die offizielle Dokumentation bestätigt bislang weder den genauen Text der Ankündigung noch ihren Zeitplan oder Mechanismus. Auch ob alle Fahrten und alle Bewohner erfasst wären, bleibt unbeantwortet.
Was passiert als Nächstes?
Der nächste verbindliche Termin ist die Parlamentswahl am Sonntag, 29. November 2026. Die Wahlkampagne läuft vom 13. November, 00:00 Uhr, bis 27. November 2026, 24:00 Uhr.
Erst nach einem Wahlerfolg und einer späteren politischen und rechtlichen Umsetzung könnte sich der Preis für Bewohner ändern. Bis dahin gelten die bestehende 75-Prozent-Ermässigung und der sechs Monate gültige Wohnsitznachweis.
Teodoro Sosa führt die Kandidatur zum Congreso für die Provinz Las Palmas an. María Fernández besetzt den zweiten Platz, Daisy Villalba führt die Senatsliste für Lanzarote an.
Für Leser auf Lanzarote, Fuerteventura oder den anderen Kanaren ändert sich durch das Versprechen nichts. Wer nach La Graciosa reist, zahlt weiterhin den regulären Fahrpreis.