Was gilt jetzt auf Lanzarote?
Die Dirección General de Emergencias (Notfallbehörde der Kanarenregierung) hat die Prealerta ab 10.00 Uhr aktiviert. Sie gilt für Lanzarote, La Graciosa und alle übrigen Inseln des Archipels.
Auf den Ostinseln, zu denen Lanzarote gehört, rechnet der staatliche Wetterdienst AEMET mit bis zu 15 Millimetern Regen pro Stunde. Dazu kommen Gewitter, ein leichter Temperaturrückgang und mässiger Ostwind, der nachlassen soll.
AEMET hat zwei gelbe Warnungen ausgegeben, eine für Dienstag, 3. November, und eine für Mittwoch, 4. November. Sie gelten laut Bericht für alle Inseln, eine Aufschlüsselung nach einzelnen Orten wie dem Süden Lanzarotes nennt er nicht.
Die Prealerta ist die erste Stufe der kanarischen Zivilschutzskala und eine reine Vorwarnung. Sie soll Behörden und Einsatzkräfte in Bereitschaft versetzen, noch bevor es zu Schäden kommt.
Was sollten Urlauber und Residenten jetzt tun?
Sperrungen, Flugausfälle oder Schulschliessungen nennt der Bericht nicht. Auch Hinweise des Cabildo (Inselregierung) oder der Rathäuser, etwa von Arrecife, lagen bis zur Veröffentlichung nicht vor.
Die Notfallbehörde gab in früheren Warnungen klare Ratschläge, die auch jetzt passen. Dächer und Abflüsse prüfen, und nicht in Barrancos (Trockenflussbetten) oder in überschwemmungsgefährdeten Zonen parken oder campieren.
Bei Regen bleibt man möglichst drinnen und fährt nur, wenn es nötig ist. Wer fahren muss, bleibt auf Hauptstrassen und fährt langsam.
Überflutete Brücken und Stellen mit starker Strömung überquert man nie. Steigt das Wasser, geht man zu höher gelegenen Orten, meidet Aufzüge, Garagen und Keller und schaltet den Strom ab.
Die Notrufnummer 112 ist nur für Notfälle gedacht. Für Auskünfte gilt die 012.
Wie ernst ist die Lage?
Von Sonntag auf Montag zählte man auf dem Archipel 4.915 Blitze über Land und Meer. Die meisten schlugen auf den Westinseln ein, einen Vergleichswert nennt der Bericht nicht.
Auf El Hierro, La Palma, La Gomera, Teneriffa und Gran Canaria sind bis zu 20 Millimeter Regen pro Stunde möglich. Auf den Ostinseln sind es bis zu 15 Millimeter, jeweils mit Gewittern.
Die Kanarenregierung weist auf Unsicherheit bei Ort, Stärke und Dauer der Niederschläge hin. Gewitterzellen könnten sich im Tagesverlauf an einzelnen Stellen festsetzen.
Prealerta und AEMET-Farben sind zwei getrennte Systeme. AEMET warnt in Gelb, Orange oder Rot, die Regierung erklärt Zivilschutzstufen, die auf Prealerta, Alerta und Alerta máxima folgen.
Was hat Lanzarote bei Starkregen schon erlebt?
Am 12. April 2025 rief die Kanarenregierung wegen Überschwemmungsgefahr den Notfall für Lanzarote aus. Er endete um 7.00 Uhr am 13. April, etwa 24 Stunden nach Regenbeginn.
Es gab 222 Einsätze, 152 in Teguise und 70 in Arrecife. Gemessen wurden 97,5 Liter pro Quadratmeter auf dem Golfplatz von Costa Teguise und über 100 in Tahíche.
Frühe Meldungen sprachen von mehr als 300 Einsätzen. Die Zahl 222 ist die spätere Bilanz.
Vorwarnungen für Lanzarote sind inzwischen häufig. Am 1. und 2. Oktober 2025 endete eine Prealerta nach nur vereinzeltem Regen, am 9. Oktober 2026 galt sie für fünf Inseln.
Am 21. Oktober 2026 galt die Prealerta für alle Inseln, mit bis zu 15 Millimetern pro Stunde und 60 Millimetern in zwölf Stunden. Für El Hierro, La Gomera und den Osten von La Palma folgte am Tag darauf die höhere Stufe Alerta.
Was ist noch offen und wie geht es weiter?
Wann die Prealerta endet, hat die Kanarenregierung nicht mitgeteilt. Ebenso offen ist, ob sie auf Alerta steigt oder ob AEMET von Gelb auf Orange wechselt.
Auch die genauen Uhrzeiten der Warnung für Lanzarote und die erwarteten Gesamtmengen fehlen. Der Bericht nennt den Beginn der Prealerta mit 10.00 Uhr am Mittwoch, das Datum der Aktivierung ist deshalb unklar.
Zu Schäden, Einsätzen oder Verletzten lagen keine Angaben vor. Die Lage ändert sich mit den AEMET-Aktualisierungen, und die Prealerta wird danach verlängert oder aufgehoben.
Trotz des Regens erwartet AEMET für November bis Januar mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent ein wärmeres Quartal als normal. Kältephasen mit Schnee und Frost bleiben möglich.