Was ist am Samstagmorgen passiert?
Der Ausfall begann gegen 5:40 Uhr an der 66-kV-Umspannstation Mácher in der Gemeinde Tías. Dort öffneten sich sämtliche 66-kV-Schalter.
Um 5:44 Uhr führte ein Frequenzabwurf zu einer weiteren Ausweitung auf die Umspannwerke San Bartolomé und Punta Grande. Dort wurde die gesamte Erzeugung des Kraftwerks abgeschaltet.
Betroffen waren nach Angaben von Endesa rund 84.000 Kunden. Der Inselrat nannte etwa 73.600 Kunden. Die widersprüchlichen Zahlen werden in den vorliegenden Berichten nicht abschliessend erklärt.
Wie schnell war der Strom wieder da?
Endesa meldete um 7:13 Uhr die Wiederherstellung praktisch des gesamten Verteilnetzes. Der Inselrat und andere Berichte nennen etwa 7:15 Uhr als Zeitpunkt der Wiederversorgung.
Damit war der Strom nach rund eineinhalb Stunden wieder verfügbar. Die 66-kV-Transportleitung Mácher–Tías 1 blieb zunächst ausser Betrieb.
Clavijo hob die «rasche Wiederherstellung» der «fast gesamten Versorgung» innerhalb weniger Stunden hervor. Kürzlich installierte Backupsysteme hätten Energie ins Netz eingespeist und die Erholung beschleunigt, sagte er laut La Voz de Lanzarote.
Welche Folgen hatte der Ausfall für Wasser und Dienste?
Der Stromausfall stoppte die Entsalzungsanlagen auf Lanzarote und La Graciosa und damit vorübergehend die Trinkwasserproduktion. Die Wasserverwaltung Aguas de Lanzarote y La Graciosa arbeitete an der Wiederaufnahme der Produktion.
Zeitweise waren niedrigere Drücke oder Unterbrechungen in der Verteilung möglich. Besonders relevant waren die Entsalzungsanlagen und wasserabhängige Dienste.
Der Inselrat setzte den Inselnotfallplan PEIN auf Vorwarnstufe, um mögliche Folgen für grundlegende Dienste zu überwachen. Die Generaldirektion für Notfälle der kanarischen Regierung aktivierte um 7:15 Uhr die Vorwarnstufe des PLATECA, des kanarischen Zivilschutzplans.
Der Präsident des Consorcio de Seguridad y Emergencias de Lanzarote, Francisco J. Aparicio, berichtete von einer einzigen gemeldeten Störung in einem Aufzug infolge des Stromausfalls.
Was sagt die kanarische Regierung?
Ministerpräsident Fernando Clavijo Batlle, Präsident der Regierung der Kanarischen Inseln, erklärte, der Vorfall zeige erneut die «Veralterung der elektrischen Anlagen». Die kanarische Regierung kündigte eine Untersuchung beziehungsweise ein Verwaltungsverfahren zur Klärung der Ursachen an.
Clavijo sagte laut La Voz de Lanzarote: «Das zeigt einmal mehr, was wir eingefordert haben: die Veralterung der Anlagen, die wegen einer staatlichen Regelung nicht erneuert werden konnten.»
Er kündigte an, das Verfahren öffentlich zu machen, sobald es vorliegt. Einen konkreten Veröffentlichungstermin nannte er nicht.
Was ist über die Ursache bekannt?
Endesa und Red Eléctrica de España (REE) untersuchen den Vorfall. Eine abschliessende technische Ursache lag in den vorliegenden Berichten noch nicht vor.
Genannt wurden die Störung in Mácher, nachfolgende Frequenzprobleme und weitere Auswirkungen auf das Hochspannungsnetz. Quellen von Red Eléctrica informierten die Nachrichtenagentur EFE, dass der Vorfall um 5:44 Uhr durch einen Fehler an einer Position der Umspannstation Mácher 132/66 kV entstand.
Danach sei das Kraftwerk Punta Grande abgeschaltet worden, was den Versorgungsverlust im Zentrum und Norden von Lanzarote verursachte. Die Umspannstation Mácher wartet laut REE auf Netzvermaschungsarbeiten im Zusammenhang mit der Fertigstellung der 132-kV-Doppelleitung zwischen Mácher und Playa Blanca.
Wie steht es um das Stromsystem der Kanaren?
Das BOC bestätigt nur den Bedarf an zusätzlicher Leistung von 120 MW (Gran Canaria), 80 MW (Teneriffa) und 50 MW (Fuerteventura). Das Jahr 2024 und die 250-MW-Erneuerung für Lanzarote/Fuerteventura vor 2029 habe ich nicht gefunden. RTVC nennt nur rund 250 MW feste Leistung, die vor dem 31.12.2028 in Betrieb sein sollen. Das ist ein anderer Zusammenhang.
Die Stromnachfrage der Kanaren stieg 2023 um 2,5 Prozent auf 8.750 GWh. Lanzarote hatte daran einen Anteil von 8,8 Prozent, Teneriffa 40,1 Prozent und Gran Canaria 38 Prozent.
2024 erreichte die regionale Nachfrage 8.896 GWh, ein Plus von 0,5 Prozent gegenüber 2023. Lanzarote hielt einen Anteil von etwa 8,8 Prozent.
Die Regionalregierung hat die Modernisierung bestehender Erzeugungsgruppen genehmigt. Auf Lanzarote betrifft dies die Gasturbine von Punta Grande mit 19,6 MW. Das Gesamtprogramm umfasst 374,52 MW in neun Gruppen, ohne die Nennleistung zu erhöhen.