Was steht jetzt am Aussichtspunkt der Dünen?

Am Mirador de las Dunas de Maspalomas hat Turismo de Maspalomas am 20. Oktober 2026 einen fotografischen Totem gemeldet. Der Aussichtspunkt liegt in San Bartolomé de Tirajana auf Gran Canaria und zählt laut der Meldung zu den meistfotografierten Orten der Insel.

Der Totem trägt die Nummer 26 der «Ruta Fotográfica de Canarias». Er soll Selfies mit der Dünenlandschaft im Hintergrund leichter machen.

Das Handy steckt man dafür in eine Halterung. Auf einer Informationstafel führt ein QR-Code zu touristischen und kulturellen Inhalten über den Ort.

Die Tafel ist zweisprachig, auf Spanisch und Englisch. Sie bittet Besucher, ein Foto zu machen und es mit Hashtags zu teilen: zu den Dünen von Maspalomas, zu San Bartolomé de Tirajana, Gran Canaria und den Kanaren.

Was ändert sich für Urlauber im Süden?

Wer in Maspalomas Urlaub macht, findet seit dem 20. Oktober am Mirador eine feste Fotostation. Die Gemeindeverwaltung (Ayuntamiento) richtet sie ausdrücklich an Einwohner, Besucher und Touristen.

Von einer Gebühr steht in der Meldung nichts. Auch Öffnungszeiten, eine Einweihungsfeier und die Kosten des Totems nennt die Gemeinde in der Mitteilung nicht.

Reiseführer, die nicht amtlich sind, setzen den Mirador ans Ende der Avenida de Tirajana, nahe dem Hotel Riu Palace Maspalomas. Der Zugang gilt dort als kostenlos, eine amtliche Bestätigung liegt nicht vor.

Neue Regeln, Fristen oder Anträge bringt der Totem für Einwohner und Expats nicht. Wer ihn nutzen will, setzt das Handy in die Halterung und scannt bei Interesse den QR-Code.

Wer steckt hinter der Ruta Fotográfica de Canarias?

Hinter der Route steht die Consejería de Turismo y Empleo (Tourismusministerium) der Kanarischen Regierung. Sie setzt sie über die öffentliche Gesellschaft Gesprotur um, in Maspalomas mit dem Tourismusamt der Gemeinde.

Der Totem gehört laut Turismo de Maspalomas zur zweiten Phase des Projekts. Den Anfang machte laut RTVC am 7. August 2025 die Plaza de la Constitución in Arucas.

Dort startete ein Pilotprojekt von Gesprotur, geplant waren laut RTVC 24 interaktive Stelen auf allen Inseln. RTVC nennt ausserdem 20 weitere Installationen bis Ende 2025 und eine Finanzierung von 204.000 Euro durch Gesprotur.

Das patentierte System «TURS Take Your Selfie» braucht laut RTVC keinen Stromanschluss. In Arucas verweisen die QR-Codes auf Inhalte in drei Sprachen.

Die Route soll laut RTVC die Mobilität zwischen Orten und Inseln fördern und Besucherdaten für die Planung liefern. Zudem soll sie den lokalen Handel bekannt machen.

Warum setzt Maspalomas auf Fotos in sozialen Netzwerken?

Alejandro Marichal, Erster Bürgermeisterstellvertreter von San Bartolomé de Tirajana, sieht im Totem ein Werbemittel. Sein Satz dazu: «Ein in sozialen Netzwerken geteiltes Foto kann in Sekunden Tausende Menschen erreichen.»

Yilenia Vega, Stadträtin für Tourismus, Feste und Veranstaltungen, will mehr als ein hübsches Bild. Der QR-Code soll Besuchern laut ihr das Naturerbe der Dünen näherbringen.

Ein digitales System erfasst laut Turismo de Maspalomas Statistiken zur Nutzung der Fotopunkte. Dazu zählen Daten zur Interaktion und zur Herkunft der Nutzer, damit sich die Wirkung für den Tourismus bewerten lässt.

Ob die Gemeinde diese Daten veröffentlicht, ist nicht bekannt. Auch zu den Besucherzahlen der Dünen liefert die Mitteilung keine Angaben.

Was gilt für Fotografen in den Dünen selbst?

Die Dünen von Maspalomas sind ein Naturreservat von mehr als 400 Hektar, wie RTVC berichtet. Die Rechtsgrundlage ist laut RTVC das Ley 4/2017 über Boden und geschützte Naturräume der Kanaren.

Das Cabildo de Gran Canaria (Inselregierung) verwaltet das Reservat. Die Guardia Civil (SEPRONA) und die Umweltagenten des Cabildo überwachen es.

Laut RTVC vom 26. August 2025 betreten täglich 150 bis 300 Menschen verbotene Zonen. Bei Sonnenuntergang versammeln sich bis zu 500 Personen.

Bussgelder beginnen laut RTVC bei 150 Euro, bei Sofortzahlung gibt es 20 Prozent Nachlass. Die Behörden bitten, auf den ausgeschilderten Wegen zu bleiben, besonders zum Sonnenuntergang.

Umweltrat Raúl García Brink sagte am 7. Juli 2026 laut RTVC: «Wir können nicht im Takt von Instagram regieren.» Nach dem Bericht sehen die Behörden soziale Netzwerke als Auslöser des Andrangs in geschützten Zonen.

Was ist offen und wie geht es weiter?

Die Kosten des Totems hat die Gemeinde in ihrer Mitteilung nicht genannt. Die heutige Gesamtzahl der Punkte, die Liste der übrigen Standorte und datierte Ankündigungen zum Totem oder zur weiteren Route liegen ebenfalls nicht vor.

Das Cabildo setzt laut RTVC auf Sensoren, Kameras, Drohnen, neue Beschilderung mit QR-Codes und Infobildschirme. Geplant ist ein solarbetriebenes Megafon für Warnungen in Echtzeit.

Dahinter steht das Projekt «Impulsa Maspalomas». Dafür sicherte sich das Cabildo laut einem RTVC-Bericht aus dem Jahr 2023 5,5 Millionen Euro aus den EU-Mitteln «Next Generation».

Die Coalición Canaria beantragte für das Juni-Plenum 2025 eine zweckgebundene Zugangsgebühr mit digitaler Reservierung, Einwohner Gran Canarias wären ausgenommen. Das war ein Antrag der Opposition; ob er angenommen wurde, ist nicht bekannt.