PLAYA DEL INGLÉS · WIRTSCHAFT

Playa del Inglés: Großes Einkaufszentrum auf dem alten Viajes-Insular-Grundstück

Im Süden Gran Canarias nimmt eines der am längsten diskutierten Bauvorhaben endlich Gestalt an: Auf dem alten Grundstück des Reisebüros Viajes Insular, an der Nahtstelle zwischen dem Wohnviertel San Fernando und dem touristischen Playa del Inglés, soll ein großes, geschlossenes Einkaufszentrum entstehen. Das Areal liegt in der Gemeinde San Bartolomé de Tirajana an der Avenida de Gáldar, direkt an der Landstraße GC-500.

19. August 2026 · Von Martin Kosinski · 7 Min.
Projekt-Rendering des geplanten Einkaufszentrums

Foto: Projekt-Rendering (Infografik), via Canarias7.

Anfang August 2026 rückten zwei Maschinen an und begannen mit dem Erdaushub (movimiento de tierras) – der erste sichtbare Schritt, nachdem das Projekt jahrelang nur auf dem Papier existierte. Die Gemeinde spricht von einer Investition von 48 Millionen Euro und mehr als 500 Arbeitsplätzen. Zugleich ist Vorsicht geboten: Nicht jede in der Presse genannte Zahl ist gesichert, und der Baubeginn folgt der Genehmigung mit fast zwei Jahren Verspätung.

Was auf dem alten Reisebüro-Grundstück entsteht

Geplant ist ein geschlossener Komplex mit über 60.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche, verteilt auf vier Ebenen: Erdgeschoss (planta baja), Zwischengeschoss (entreplanta), Halbuntergeschoss (semisótano) und Untergeschoss (sótano). Anders als die offenen, in die Jahre gekommenen Zentren der Umgebung soll es sich um einen überdachten, klimatisierten Bau handeln.

Herzstück ist eine überdachte zentrale Plaza auf Straßenniveau an der Calle Alcalde Enrique Jorge, um die sich die Ladenzeilen gruppieren. Berichten zufolge sind ein großes Panoramadach, Panoramaaufzüge und Rolltreppen vorgesehen, die die Ebenen miteinander verbinden. Das Konzept setzt damit auf ein Format, das im südlichen Gran Canaria bislang kaum vertreten ist.

Ein Grundstück, das über ein Jahrzehnt brachlag

Das Grundstück liegt an einer städtebaulich heiklen Stelle: an der Grenze zwischen dem eher von Einheimischen bewohnten San Fernando und dem touristischen Playa del Inglés. Es wird von der GC-500, dem unmittelbar benachbarten Centro Comercial Nilo, der Avenida de Gáldar und der Calle Alcalde Enrique Jorge begrenzt – eine gut sichtbare, verkehrsgünstige Lage.

Das ursprüngliche Gebäude von Viajes Insular wurde im Dezember 2013 abgerissen. Danach lag die Fläche über Jahre brach und verwahrlost – ein sichtbarer Leerstand mitten im Ortsgefüge, der immer wieder Anlass zu Kritik gab. Erst jetzt, mehr als zwölf Jahre nach dem Abriss, beginnt dort tatsächlich gebaut zu werden.

Verkaufsfläche, Hypermarkt und rund 860 Parkplätze

Laut Canarias7 umfasst die eigentliche Ausstellungs- und Verkaufsfläche (superficie útil de exposición y venta) 23.013 Quadratmeter. Diese Zahl wurde 2024 mit einem Antrag auf Erweiterung der Handelslizenz beantragt – gegenüber den 2019 genehmigten 14.442 Quadratmetern also deutlich mehr. Den Erweiterungsantrag stellten laut Bericht gemeinsam die Gesellschaften Tefia S.L., Isla del Paraíso 2000 S.L. und Supermercados Marcial S.L.

Im Untergeschoss ist laut Presseberichten ein Hypermarkt von rund 6.237 Quadratmetern geplant. Für die Kunden sollen über drei unterirdische Ebenen etwa 860 Stellplätze (je nach Dokument 862 bis 864) entstehen. Die Gemeinde bezifferte die Gesamtinvestition bei der Genehmigung 2024 auf 48 Millionen Euro; frühere Berichte hatten von rund 30 Millionen Euro gesprochen – die genaue Summe ist also mit Vorsicht zu lesen.

520 Arbeitsplätze und die Stimmen aus dem Rathaus

Nach Angaben der Gemeinde soll das Vorhaben mehr als 520 Arbeitsplätze schaffen. Davon wären rund 30 direkte Stellen – etwa in Verwaltung, Sicherheit, Reinigung und Instandhaltung – sowie rund 490 indirekte Arbeitsplätze, davon laut den Angaben 110 im Hypermarkt und 380 in den einzelnen Geschäften.

Aus dem Rathaus von San Bartolomé de Tirajana kam ausdrückliche Zustimmung. Die Stadträtin für Urbanismus, Davinia Ramírez, nannte das Projekt "un paso fundamental para el crecimiento económico local" ("einen grundlegenden Schritt für das lokale Wirtschaftswachstum"). Der erste stellvertretende Bürgermeister (teniente de alcalde) Alejandro Marichal erklärte, das Vorhaben werde "marcará un hito en el desarrollo económico y comercial del municipio" ("einen Meilenstein in der wirtschaftlichen und kommerziellen Entwicklung der Gemeinde setzen").

Genehmigung 2024, Baubeginn 2026 – und was das für die Nachbarzentren bedeutet

Der zeitliche Ablauf zeigt, wie zäh solche Projekte sein können: Abriss im Dezember 2013, erste Handelslizenz 2019 (14.442 m²), 2024 der Erweiterungsantrag auf 23.013 m² samt kommunalem grünem Licht am 29. September 2024, die Baugenehmigung im Oktober 2024 – doch der Boden wurde erst Anfang August 2026 aufgerissen. Die Bauzeit wird mit rund zweieinhalb Jahren angegeben, sodass eine Eröffnung frühestens um 2028/2029 zu erwarten ist. Zwischen Genehmigung und tatsächlichem Baubeginn lagen also fast zwei Jahre.

Wirtschaftlich dürfte ein moderner, geschlossener Bau mit rund 23.000 Quadratmetern Verkaufsfläche und einem Angebot an Marken-, Mode- und Textilhandel, wie es die älteren Zentren in Playa del Inglés und San Fernando weitgehend nicht bieten, das lokale Wettbewerbsgefüge verändern. Für das Gebiet ist das eine Chance, für die bestehenden Anlagen – vom direkt benachbarten CC Nilo bis zu den älteren Komplexen wie Cita, Yumbo oder Kasbah – zugleich zusätzlicher Druck. Das Projekt trifft damit mitten in die laufenden Debatten über Sanierung, Leerstand und Wertentwicklung der etablierten Zentren.

Für Anwohner und Urlauber: Das Zentrum ist noch Zukunftsmusik – bei einer angekündigten Bauzeit von rund zweieinhalb Jahren ist eine Eröffnung erst um 2028/2029 realistisch.
Das unmittelbar benachbarte CC Nilo sowie die bestehenden Zentren in Playa del Inglés und San Fernando bleiben in der Bauphase geöffnet. Die Anfahrt erfolgt über die GC-500 und die Avenida de Gáldar.
Mehrere Angaben sind noch unsicher: Die Grundstücksgröße wird mit 8.600 m² angegeben, einzelne Berichte nennen 9.885 m². Die Investitionssumme schwankt je nach Quelle und Datum zwischen rund 30 und 48 Millionen Euro. Zudem taucht die Entwicklergesellschaft mal als Isla del Paraíso 200 S.L., mal als Isla del Paraíso 2000 S.L. auf. Der offizielle Rahmen – Genehmigungen, Fläche, Baubeginn – gilt als gesichert, nicht aber jede einzelne Pressezahl.

Zahlen und Fakten

  • Standort: altes Viajes-Insular-Grundstück, Avenida de Gáldar/GC-500, zwischen San Fernando und Playa del Inglés (San Bartolomé de Tirajana)
  • Über 60.000 m² Bruttogeschossfläche auf vier Ebenen, geschlossener Bau um eine überdachte Plaza (Calle Alcalde Enrique Jorge)
  • Verkaufsfläche 23.013 m² (Erweiterungsantrag 2024, zuvor 14.442 m² von 2019) – laut Canarias7; Hypermarkt rund 6.237 m² laut Presseberichten
  • Rund 860 Parkplätze auf drei unterirdischen Ebenen; Investition 48 Mio. Euro (2024/2026), frühere Berichte rund 30 Mio.
  • Mehr als 520 Arbeitsplätze: rund 30 direkte plus rund 490 indirekte (110 im Hypermarkt, 380 in den Geschäften)
  • Abriss Dezember 2013, Baugenehmigung Oktober 2024, Baubeginn Anfang August 2026, Bauzeit rund 2,5 Jahre (Eröffnung um 2028/2029)

FAQ

Wo genau entsteht das Einkaufszentrum?
Auf dem alten Grundstück von Viajes Insular an der Avenida de Gáldar (GC-500), zwischen San Fernando und Playa del Inglés in der Gemeinde San Bartolomé de Tirajana, direkt neben dem CC Nilo.
Wie groß wird der Komplex?
Über 60.000 m² Bruttogeschossfläche auf vier Ebenen; die eigentliche Verkaufsfläche beträgt laut Canarias7 23.013 m², inklusive eines Hypermarkts von rund 6.237 m² laut Presseberichten.
Wie viel wird investiert und wie viele Jobs entstehen?
Die Gemeinde nennt 48 Millionen Euro und mehr als 520 Arbeitsplätze (rund 30 direkte, rund 490 indirekte). Frühere Berichte hatten die Investition auf etwa 30 Millionen Euro beziffert.
Wann soll das Zentrum eröffnen?
Der Bau begann Anfang August 2026 mit dem Erdaushub; bei einer Bauzeit von rund zweieinhalb Jahren ist eine Eröffnung um 2028/2029 zu erwarten.
Was bedeutet das für die bestehenden Zentren?
Ein moderner, geschlossener Bau mit Marken- und Modeangebot könnte das lokale Wettbewerbsgefüge verändern – eine Chance für das Gebiet und zugleich Druck auf ältere Anlagen wie CC Nilo, Cita, Yumbo und Kasbah.