Es gibt diese Momente, in denen ein Bild mehr sagt als tausend Worte. Als die argentinische Sängerin Nathy Peluso kürzlich auf Teneriffa weilte, fiel ihr geplantes Konzert in Santa Cruz ins Wasser. Was für ihre Fans eine Enttäuschung war, wurde für Naturliebhaber zu einem Geschenk. Die Künstlerin postete stattdessen ein Video von einem Strand, der so ursprünglich und wild ist, dass er sofort die Sehnsucht nach dem echten, unverfälschten Kanaren-Gefühl weckte. Die Rede ist von La Tejita, einem Küstenabschnitt in der Gemeinde Granadilla de Abona, der nun als der Strand bekannt wird, der Nathy Peluso verzaubert hat.
La Tejita ist kein Geheimtipp mehr, das muss man ehrlich sagen. Auf dem Archipel ist dieser Ort längst bekannt und beliebt. Aber für viele Besucher von außerhalb, die sonst eher zu den aufgeräumten Stadtstränden wie Las Teresitas oder den Dünen von Maspalomas strömen, ist La Tejita eine echte Entdeckung. Hier gibt es keine endlosen Liegestuhlreihen, keine lauten Strandbars und keine Promenade, die den Blick aufs Meer versperrt. Stattdessen empfängt dich eine weite, offene Landschaft, in der der Wind das hohe Gras am Dünenrand biegt und der Atlantik mit einer ungezähmten Kraft an den dunklen Sand rollt. Genau diese raue Schönheit hat Nathy Peluso in ihrer Story eingefangen und damit einen kleinen viralen Ansturm auf diesen magischen Ort ausgelöst.
Wo die Montaña Roja den Takt angibt
Was La Tejita so unverwechselbar macht, ist seine dramatische Kulisse. Am südöstlichen Ende des Strandes erhebt sich die Montaña Roja, ein mächtiger Vulkankegel, dessen rostrote Flanken in der Nachmittagssonne förmlich zu glühen beginnen. Dieser erloschene Vulkan ist nicht nur ein fantastisches Fotomotiv – er ist die stille, alles überragende Präsenz, die diesem Küstenstrich seinen Charakter verleiht. In Pelusos Video war genau dieser Berg im Hintergrund zu sehen, und für Kenner der Insel war sofort klar: Das ist nicht irgendein Strand, das ist La Tejita.
Der Strand selbst erstreckt sich über rund einen Kilometer und ist an den meisten Tagen angenehm leer. Gerade unter der Woche oder in den Morgenstunden kann es passieren, dass du diesen gewaltigen Naturraum fast für dich allein hast. Das Gefühl von Weite ist hier überwältigend. Der Blick schweift über das tiefblaue Wasser bis zum Horizont, während hinter dir die karge, fast wüstenhafte Landschaft des Südens liegt. Es ist diese Kombination aus der Wucht des Ozeans und der stillen Erhabenheit des Vulkans, die La Tejita zu einem Ort macht, an dem man den Alltag sehr schnell vergisst.
Was „unberührt“ hier wirklich bedeutet
Der Begriff „playa virgen“ – also unberührter Strand – wird auf den Kanaren oft verwendet, aber an der La Tejita trifft er den Kern der Sache ziemlich gut. Unberührt bedeutet hier nicht, dass niemand hinkommt. Es bedeutet, dass der Mensch diesen Küstenabschnitt nicht mit Beton, Promenaden oder großen Hotelburgen überformt hat. Die Natur hat hier noch das Sagen. Der feine, dunkle Sand vermischt sich mit Kieseln, und die Dünenlandschaft im Hinterland ist ein empfindliches Ökosystem, das es zu schützen gilt. Du wirst hier keine fest installierten Sonnenschirme oder laute Wassersportverleihe finden. Die einzige Geräuschkulisse liefern die Brandung und der Wind.
Diese Ursprünglichkeit bringt eine gewisse Verantwortung mit sich. Wenn du an einem so naturbelassenen Ort bist, ist es selbstverständlich, dass du deinen Abfall wieder mitnimmst und die markierten Wege nicht verlässt, um die Dünenvegetation nicht zu zerstören. Gerade weil ein prominenter Besuch wie der von Nathy Peluso nun mehr Aufmerksamkeit auf La Tejita lenkt, ist ein respektvoller Umgang mit diesem Kleinod wichtiger denn je. Die FKK-Kultur ist hier übrigens auch ein Stück weit gelebte Natürlichkeit – ein Teil des Strandes wird traditionell textilfrei genutzt, was die ungezwungene Atmosphäre noch unterstreicht.
So findest du den Weg in diese wilde Ecke
La Tejita liegt im Süden Teneriffas, unweit des Flughafens Teneriffa Süd, in der Gemeinde Granadilla de Abona. Das ist insofern praktisch, als dass du nach der Landung theoretisch in weniger als einer Viertelstunde die Schuhe ausziehen und den Sand zwischen den Zehen spüren könntest. Der Strand ist über die Küstenstraße gut zu erreichen. Wenn du mit dem Mietwagen unterwegs bist, folgst du einfach den Schildern in Richtung El Médano und hältst dich dann küstennah in Richtung der markanten Montaña Roja – du kannst sie eigentlich nicht verfehlen, denn der rote Berg ist weithin sichtbar.
In der Nähe des Strandes gibt es einen ausgewiesenen Parkplatz, von dem aus ein kurzer Fußweg durch die Dünenlandschaft direkt ans Wasser führt. Gerade an Wochenenden oder in den Ferienmonaten kann es hier etwas voller werden, aber mit ein paar Minuten Fußweg entlang des Strandes findest du garantiert ein ruhiges Plätzchen, an dem du die Seele baumeln lassen kannst. Der Wind kann hier mitunter recht frisch sein – ein leichter Windbreaker ist also auch im Sommer keine schlechte Idee. Dafür ist das Wasser an windstillen Tagen glasklar und lädt zu einer erfrischenden Abkühlung ein, auch wenn man wegen der teils kräftigen Wellen ein guter Schwimmer sein sollte.
Ein Ort, der aus dem Rampenlicht nicht mehr wegzudenken ist
Dass ein Ort wie La Tejita nun durch die sozialen Medien einer international gefeierten Künstlerin eine solche Bühne bekommt, ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits freut es uns, wenn Reisende jenseits der ausgetretenen Pfade die wahren Schätze der Kanaren entdecken. Andererseits lebt die Magie dieses Strandes von seiner Ruhe und Unberührtheit. Die gute Nachricht ist: La Tejita ist weitläufig genug, um auch einen größeren Andrang zu verkraften, ohne sofort überlaufen zu wirken. Und die Gemeindeverwaltung von Granadilla de Abona achtet sehr darauf, dass die Naturschönheit nicht unter die Räder kommt.
Nathy Peluso hat mit ihrem Video ungewollt das gemacht, was die besten Reise-Inspirationen tun: Sie hat uns gezeigt, dass das größte Glück oft in der Einfachheit liegt. Kein roter Teppich, keine Bühne – nur der Wind, der Sand und das unendliche Blau des Atlantiks. Wenn du das nächste Mal auf Teneriffa bist und dich fragst, ob du an den organisierten Hotelstrand oder doch lieber in ein kleines Abenteuer aufbrechen sollst, denk an La Tejita. Pack deine Sachen, fahr der Montaña Roja entgegen und erlebe selbst, warum dieser wilde Strand gerade die Welt im Sturm erobert.
Häufige Fragen
- Wo genau liegt La Tejita?
- La Tejita befindet sich an der Südostküste Teneriffas in der Gemeinde Granadilla de Abona, direkt zu Füßen der markanten Montaña Roja und nur wenige Fahrminuten vom Flughafen Teneriffa Süd entfernt.
- Warum ist La Tejita plötzlich so bekannt?
- Die argentinische Sängerin Nathy Peluso postete ein Video von diesem Strand, nachdem ihr Konzert in Santa Cruz ausgefallen war. Die Bilder des unberührten Strandes gingen viral und machten La Tejita einem internationalen Publikum bekannt.
- Ist La Tejita ein offizieller FKK-Strand?
- Ein Teil des weitläufigen Strandes wird traditionell und geduldet als FKK-Strand genutzt, besonders in Richtung der Montaña Roja. Es ist jedoch kein ausgeschilderter offizieller Nacktbadestrand, sondern ein Ort gelebter Natürlichkeit.
- Gibt es Restaurants oder Toiletten am Strand?
- Nein, direkt am Strand von La Tejita gibt es keinerlei Infrastruktur wie Kioske, Restaurants oder sanitäre Anlagen. Die nächste Ortschaft mit umfassender Gastronomie ist das nahegelegene El Médano.
- Kann man an der La Tejita gut schwimmen?
- Das Wasser ist oft glasklar und einladend, allerdings können die Wellen und die Strömung am offenen Atlantikstrand recht kräftig sein. Gute Schwimmkenntnisse und eine gesunde Vorsicht sind daher ratsam, zumal es keine Badeaufsicht gibt.
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Stand der Informationen: Juli 2026. Dieser Artikel basiert auf aktuellen Berichten und beschreibt die Gegebenheiten vor Ort nach bestem Wissen. Da sich Bedingungen in der Natur schnell ändern können, informiere dich vor deinem Besuch gegebenenfalls bei der Gemeinde Granadilla de Abona über mögliche aktuelle Hinweise.
