Wenn sich der Duft von Pinienholz, gegrilltem Fleisch und einem guten Landwein mit den Klängen von Timple-Gitarren und Volksliedern vermischt, dann ist klar: Es ist wieder Zeit für die großen Traditionsfeste auf Teneriffa. Dieses Wochenende, vom 18. bis 20. Juli 2026, steht die Insel gleich mehrfach im Zeichen von Folklore und Brauchtum. Im Mittelpunkt: ein mitreißender Baile de Magos am Samstagabend in Candelaria und die stimmungsvolle Romería de Aguamansa am Sonntag in La Orotava. Beide Veranstaltungen sind tief im ländlichen Erbe der Kanaren verwurzelt und bieten dir die wunderbare Gelegenheit, die authentische Seite Teneriffas kennenzulernen – fernab der touristischen Strände.
Ein Baile de Magos ist im Kern eine große, traditionelle Dorfparty unter freiem Himmel, die meist bis in die frühen Morgenstunden dauert. Eine Romería hingegen ist eine Art fröhliche Wallfahrt, bei der geschmückte Ochsenkarren, Musikgruppen und festlich gekleidete Menschen durch die Straßen ziehen. Beide Feste leben von der Gemeinschaft, der Musik und vor allem von der traditionellen Kleidung, dem sogenannten Traje de Mago oder Traje de Maga. Wenn du also am Wochenende auf Teneriffa bist, solltest du dir dieses Erlebnis nicht entgehen lassen. Damit du bestens vorbereitet bist, haben wir alle wichtigen Details, Hintergründe und praktischen Tipps für dich zusammengestellt.
Samstag, 18. Juli: Der Baile de Magos de Santa Ana in Candelaria
Den Auftakt macht am Samstagabend die Küstengemeinde Candelaria im Südosten Teneriffas. Hier findet der Baile de Magos de Santa Ana statt, der als einer der Höhepunkte der Juli-Feierlichkeiten vor Ort gilt. Nach lokaler Tradition wird dieses Fest üblicherweise am vorletzten Samstag im Juli abgehalten und zieht Besucher aus der ganzen Region an. Die Straßen und Plätze des Ortes verwandeln sich dann in eine riesige, festlich beleuchtete Freiluft-Taverne.
Das Prinzip ist einfach und gesellig: Lange Tischreihen laden Familien und Freundesgruppen zum gemeinsamen Essen, Trinken und Feiern ein. Viele bringen ihre eigenen Spezialitäten in Körben mit, aber auch vor Ort gibt es Stände mit typisch kanarischen Gerichten. Dazu spielen Parranda-Gruppen und Orchester traditionelle Volksmusik, und es wird bis spät in die Nacht getanzt. Der Eintritt zu diesen Bailes de Magos ist in der Regel frei, so auch in Candelaria. Ob man für diesen speziellen Baile einen Tisch reservieren muss, solltest du jedoch sicherheitshalber rechtzeitig beim örtlichen Festkomitee der Gemeinde Candelaria erfragen, da die Regelungen von Ort zu Ort variieren können.
Sonntag, 19. Juli: Die Romería de Aguamansa in La Orotava
Am Sonntag verlagert sich das Geschehen in den kühleren Norden der Insel, genauer gesagt in den Ortsteil Aguamansa, der zur Gemeinde La Orotava gehört. Hier steht eine klassische Romería auf dem Programm – eine farbenprächtige Prozession zu Ehren eines Schutzheiligen, die tief in der landwirtschaftlichen Geschichte der Insel verwurzelt ist. Diese Romerías sind weit mehr als nur ein Umzug; sie sind ein lebendiges Zeugnis kanarischer Identität.
Stell dir vor, wie sich ein langer Zug aus festlich geschmückten Ochsenkarren, den sogenannten Carretas, langsam durch die Straßen schiebt. Die Wagen sind überladen mit Bergen von Obst, Gemüse, Brot und Weinfässern. Begleitet werden sie von Menschen in traditioneller Bauerntracht, von Folkloregruppen mit Gitarren und Timples und von Reitern. Aus den Reihen wird den Zuschauern oft ein Schluck Wein oder eine Kleinigkeit zu essen angeboten. Die Romería de Aguamansa beginnt üblicherweise am späten Vormittag und zieht sich über mehrere Stunden am Tag hin. Auch hier ist der Zugang kostenlos und die Stimmung ausgesprochen familienfreundlich.
Ebenfalls am Sonntag: Der Paseo Romero in Güímar
Als dritte Option bietet sich am Sonntag, dem 19. Juli, noch der Paseo Romero del Puertito de Güímar an der Ostküste an. Ein Paseo Romero ist quasi die kleine, aber nicht weniger charmante Schwester der großen Romería. Es handelt sich um eine kürzere, oft städtisch oder küstennah geprägte Prozession, die ohne die aufwändigen Ochsenkarren auskommt, aber dennoch mit Trachtengruppen und Musik die gleiche festliche Atmosphäre verbreitet. Perfekt für alle, die einen ersten Eindruck von dieser Tradition gewinnen möchten, ohne gleich einen ganzen Tag einzuplanen. Die genaue Uhrzeit – ob am Morgen oder frühen Abend – solltest du dem offiziellen Festprogramm der Gemeinde Güímar entnehmen.
Dein perfekter Auftritt: Was du zum Traje de Mago wissen musst
Jetzt kommen wir zum vielleicht wichtigsten Punkt für dein authentisches Erlebnis: die Kleidung. Bei einem Baile de Magos, aber auch bei einer Romería, ist das Tragen der traditionellen kanarischen Tracht nicht nur ein nettes Accessoire, sondern oft die Eintrittskarte selbst. Viele Gemeinden, darunter auch Candelaria, legen großen Wert darauf, dass die Besucher korrekt gekleidet sind. Mit einem einfachen Kostüm oder gar in Straßenkleidung und Turnschuhen riskierst du, am Eingang abgewiesen zu werden. Die Tracht gilt als schützenswertes Kulturgut.
Für Männer, den sogenannten Mago, besteht das typische Ensemble aus einem weißen Hemd, einer farbigen Weste, einer kurzen Hose oder Kniebundhose, einem breiten Gürtel oder einer Schärpe, Wollstrümpfen und traditionellen Schuhen oder Stiefeln. Oft rundet ein Hut das Bild ab. Frauen, die Maga, tragen eine weiße Bluse, ein Mieder oder Korsett, einen farbenfrohen oder gestreiften Rock mit mehreren Unterröcken, eine Schürze, ein Schultertuch und eine Kopfbedeckung. Die exakten Farben und Muster können von Gemeinde zu Gemeinde leicht variieren. Wenn du dir unsicher bist oder keine eigene Tracht besitzt, kannst du die traditionelle Kleidung in vielen lokalen Geschäften ausleihen oder kaufen. Eine Nachfrage beim Kulturamt der jeweiligen Gemeinde hilft dir, die örtlichen Gepflogenheiten genau zu treffen.
Häufige Fragen
- Muss ich Eintritt für die Feste bezahlen?
- Nein, sowohl die Romerías als auch die Bailes de Magos sind grundsätzlich kostenlose, öffentliche Straßenfeste. Nur für reservierte Tische bei manchen Bailes kann eine kleine Gebühr anfallen.
- Kann ich auch ohne traditionelle Tracht teilnehmen?
- Bei Romerías ist es als Zuschauer am Straßenrand meist kein Problem. Bei einem Baile de Magos, besonders in Candelaria, ist die korrekte Tracht jedoch oft Voraussetzung für den Zutritt zum Festbereich.
- Was gibt es dort zu essen und zu trinken?
- Typisch sind Papas arrugadas mit Mojo, gegrilltes Fleisch, kanarischer Käse, Gofio und natürlich lokaler Wein. Viele Familien bringen ihre eigenen Speisen mit, aber es gibt auch Stände vor Ort.
- Sind die Feste für Kinder geeignet?
- Auf jeden Fall. Die Atmosphäre ist sehr familienfreundlich. Ganze Familien mit Kindern und Großeltern nehmen teil. Achte bei Romerías nur auf die Sicherheit in der Nähe der Ochsenkarren.
- Wo finde ich die genauen Anfangszeiten und das Programm?
- Die detaillierten Programme mit Uhrzeiten und Musikgruppen werden von den Gemeinden selbst veröffentlicht. Schau am besten auf den offiziellen Webseiten der Ayuntamientos von Candelaria, La Orotava und Güímar nach.
Weiterlesen
- Siam Park Teneriffa: Preise, Zeiten und Tipps 2026Teneriffa · 16. Oktober
- Teneriffa: Eólica Festival am 16. und 17. OktoberTeneriffa · 16. Oktober
- Teneriffa im Herbst 2026: die großen Wallfahrtsfeste von September bis November — und wie man mitfeiertTeneriffa · 8. September
- Kanaren-Wetter am Wochenende: AEMET erwartet kurze HitzepauseKanaren · 29. August
- Teneriffa: ES-Alert-Test am 22. Oktober, keine EvakuierungTeneriffa · 16. Oktober
- Alle Events auf Teneriffa →
Stand der Informationen: 17. Juli 2026. Kurzfristige Programmänderungen sind möglich. Bitte konsultiere die offiziellen Kanäle der Gemeinden und von WebTenerife für letzte Aktualisierungen.
