Was bedeutet der Streik am 11. November für Urlauber auf Teneriffa?

Der Generalstreik dauert laut RTVC 24 Stunden und fällt auf Mittwoch, den 11. November 2026. Flughäfen schliessen deshalb nicht automatisch, und Flüge fallen nicht automatisch aus, wie EuroWeekly News schreibt.

Wie stark der Streik wirkt, hängt von der Beteiligung und von den Mindestdiensten ab. Mögliche Folgen sind laut EuroWeekly News Verspätungen bei Gepäck und Bodenabfertigung sowie Blockaden auf Zufahrten zu Flughäfen.

Für Teneriffa hat das Gobierno de Canarias (Regierung der Kanaren) bis zum 3. November keine Mindestdienste für Guaguas (Linienbusse), TITSA, Tram oder Flughäfen veröffentlicht. Auch im BOC (Amtsblatt der Kanaren) fand die Recherche keinen Beschluss zum 11N.

Wer am 11. November fliegt, prüft den Flugstatus bei der Airline und bei AENA, dem Flughafenbetreiber. Zudem empfiehlt EuroWeekly News, mehr Zeit für die Anreise zum Flughafen einzuplanen.

Bei Flügen ab Spanien gelten laut EuroWeekly die EU-Fluggastrechte: Erstattung, Umbuchung oder Entschädigung von bis zu 600 Euro, je nach Distanz. Ein Streik von Personal einer anderen Firma kann als aussergewöhnlicher Umstand gelten und die Entschädigung begrenzen.

Was hat Feijóo zum Streik gesagt?

Alberto Núñez Feijóo, Präsident des Partido Popular, bat die Gewerkschaften am Dienstag bei einem Frühstücksforum, den Streik zu «überdenken». Er verwies laut La Provincia auf das Zugunglück von Urda (Toledo) mit mindestens 69 Toten.

Das Streikrecht stelle er nicht in Frage, sondern den Zeitpunkt, sagte Feijóo. Er bezog sich auf eine frühere Aussage der PSOE-Politikerin María Jesús Montero, der Streik richte sich gegen die Opposition, wie Servimedia berichtet.

Seine Warnung an die Gewerkschaften lautete: «Sie werden ihr Image für immer an Pedro Sánchez binden.» Zugleich sagte Feijóo, er wolle keine Front gegen die Sozialpartner eröffnen, und bot Gespräche an, falls er ins Regierungsamt in La Moncloa einzieht.

Eine Antwort der Gewerkschaften fand die Recherche bis zum 3. November nicht. Die Gewerkschaftsvertreter auf den Kanaren weisen laut Diario de Avisos den Vorwurf zurück, der Streik ziele vor allem auf politische Gegner.

Wer ruft zum Streik auf, und was fordern die Gewerkschaften?

UGT und CCOO kündigten den Streik laut RTVC am 5. Oktober 2026 an. Auslöser war, dass der Congreso (spanisches Parlament) am 4. Oktober zwei Dekretvorschläge zum Wohnen abgelehnt hatte.

Am 19. Oktober meldeten CCOO, UGT, CGT, CNT, Intersindical, CO.BAS, die Schauspielergewerkschaft und der Mieterverband den Streik beim Arbeitsministerium an, so RTVC. Die Gewerkschaften nennen ihn einen arbeitsrechtlichen und bürgerlichen Streik und lehnen das Etikett «rein politisch» ab.

Gefordert werden laut RTVC Lohnerhöhungen von 4 bis 7 Prozent in den Tarifverträgen und ein Mindestlohn, der um mindestens 7 Prozent steigt. Dazu kommen eine Obergrenze für Wohnkosten bei 33 Prozent des Einkommens und Massnahmen gegen Wohnungsspekulation.

Auf den Kanaren stützen UGT, CCOO, FSC und Intersindical Canaria den Streik, berichtet Diario de Avisos. Manuel Navarro von UGT sagte, die Inseln hätten «die niedrigsten Löhne des ganzen Landes».

Diario de Avisos nennt auch Wohnungszahlen, ohne Quelle und Stichtag: 211.000 leere Wohnungen auf den Inseln und rund 1 Prozent Sozialwohnungen, der tiefste Wert Spaniens. Diese Angaben stammen von Gewerkschaften und Medien und wurden nicht mit ISTAC oder INE abgeglichen.

Warum fällt der Streik in den Wahlkampf?

Es ist laut EuroWeekly News der erste gemeinsame Streik von CCOO und UGT seit 2012. Er liegt 18 Tage vor der Parlamentswahl am 29. November 2026 und zwei Tage vor Beginn des Wahlkampfs am 13. November, wie RTVC meldet.

Der Arbeitgeberverband CEOE nannte den Streik laut Medienberichten «illegal» und «elektoral». Später soll er laut Democrata darauf verzichtet haben, ihn vorab anzufechten, sich aber Schritte danach vorbehalten.

Die Arbeitgeber argumentieren laut Democrata, die Forderungen seien im Kern nicht arbeitsrechtlich. Die Kosten des Drucks auf die Regierung würden auf Firmen und Beschäftigte abgewälzt.

CSIF und USO machen nach einem deutschen Medienbericht nicht mit. Dieser Hinweis stützt sich nur auf eine Vorschau der Berichte von ms-aktuell.de und Mallorca Magazin.

Was ist noch offen, und was kommt als Nächstes?

Die Gewerkschaften wollten den Streik laut RTVC am 24. Oktober bei der kanarischen Arbeitsbehörde in Teneriffa anmelden und baten um keine «abusiven» Mindestdienste. Welche Dienste das Gobierno de Canarias tatsächlich festlegt, ist bisher nicht bekannt.

Demonstrationen in Santa Cruz de Tenerife oder La Laguna mit Zeiten und Routen fand die Recherche nicht. Auch die erwartete Beteiligung ist nicht veröffentlicht.

Der Streik findet am 11. November statt, der Wahlkampf beginnt am 13. November, gewählt wird am 29. November. Ob Feijóos Aufruf die Gewerkschaften umstimmt, ist offen; eine Reaktion liegt nicht vor.

Beschlüsse zu Mindestdiensten erscheinen beim Gobierno de Canarias und im BOC. Flugdaten veröffentlichen AENA und die Airlines.