Was hat das Gericht entschieden?
Die verwaltungsrechtliche Kammer des Tribunal Supremo hat den Kassationsrekurs des Cabildo de Tenerife am 30. September 2026 nicht zur Entscheidung zugelassen. Als Gründe nennt das Gericht eine unzureichende Begründung des Rechtsmittels und das Fehlen eines ausreichenden objektiven kassationsrechtlichen Interesses.
Die Entscheidung ist rechtskräftig und nicht anfechtbar. Das Cabildo muss die Prozesskosten bis zu einem Höchstbetrag von 1.000 Euro tragen.
Damit bleibt die Umweltverträglichkeitsprüfung, auf Spanisch Declaración de Impacto Ambiental (DIA), für diesen Projektteil rechtskräftig als abgelaufen eingestuft. Das Urteil bestätigt praktisch die Entscheidung des Tribunal Superior de Justicia de Canarias (TSJC).
Welcher Teil des Motorparks ist betroffen?
Der Motorpark wurde in vier getrennte Vorhaben aufgeteilt. Die Entscheidung betrifft nur den Tribünen-Teil, konkret die Geländemodellierung und den Bau abbaubarer Tribünen. Das Cabildo kündigte an, den Vertrag für diesen Projektteil «teilweise und vorläufig» auszusetzen.
Die Bauarbeiten für das Gesamtprojekt begannen im Sommer 2025 im Gebiet Los Duques de Atogo in den mittleren Lagen der Gemeinde Granadilla de Abona. Eine vollständige Einstellung des gesamten Motorparks wurde nicht amtlich bestätigt.
Das Verfahren geht auf eine Klage der Umweltorganisation Asociación Tinerfeña de Amigos de la Naturaleza (ATAN) zurück. Zuvor hatte bereits ein Juzgado de lo Contencioso-Administrativo von Santa Cruz de Tenerife das Tribünenprojekt wegen Ablaufs der DIA aufgehoben.
Welche Verfahren sind noch offen?
Noch nicht abschliessend entschieden sind drei weitere Verfahren. Dazu gehören das geänderte Projekt für Phase 2 der Nordzufahrt, die Anpassung des Motorparks an den Hochwasserschutzplan und das geänderte Projekt für die Geschwindigkeitsstrecke.
Das Cabildo wartet nach eigener Darstellung auf die Entscheidungen der Gerichte zu diesen drei Verfahren. Einen konkreten Termin für die Entscheidung über die übrigen Projektteile wurde nicht genannt.
ATAN fordert dagegen die sofortige Einstellung der Bauarbeiten, die Wiederherstellung der bereits veränderten Flächen sowie die Prüfung rechtlicher und politischer Verantwortlichkeiten. Ob und wann diese Forderungen umgesetzt werden, ist nach den vorliegenden Angaben offen.
Was bedeutet das für Einwohner und Besucher?
Nach den verfügbaren Informationen gibt es derzeit keine neue Regelung, Gebühr, Zugangssperre oder Frist für Einwohner, ausländische Bewohner oder Touristen. Fest steht lediglich die vorläufige teilweise Aussetzung des Tribünen-Vertrags.
Auch ein konkreter Termin für die Wiederaufnahme, eine endgültige Projektaufhebung oder die Wiederherstellung der Flächen wurde nicht genannt. Die Auswirkungen auf den Alltag der Menschen auf Teneriffa sind damit vorerst begrenzt.
Wer sich für den weiteren Verlauf interessiert, sollte die offiziellen Mitteilungen des Cabildo de Tenerife verfolgen. Die Entscheidungen der Gerichte zu den drei übrigen Projektteilen stehen noch aus.
Wie ist der Streit entstanden?
Die Geschichte des Circuito del Motor de Tenerife reicht mehrere Jahrzehnte zurück. Die Umweltverträglichkeitsprüfung wurde 2011 genehmigt. Sie legte fest, dass die Erklärung ihre Wirkung verliert, wenn die Arbeiten nicht innerhalb von fünf Jahren beginnen.
Das Cabildo argumentiert, dass die 2016 ausgeführten Arbeiten ausreichten, um die Umweltverträglichkeitsprüfung aufrechtzuerhalten.
Das Cabildo genehmigte das Projekt in vier Teilen, woraufhin ATAN alle vier Beschlüsse anfocht.
Was fordert die Umweltorganisation ATAN?
ATAN sieht sich durch die Entscheidung des Tribunal Supremo bestätigt. Die Organisation erklärt, die DIA des Circuito sei abgelaufen und das Projekt habe keine ökologische und rechtliche Grundlage.
ATAN fordert die sofortige Einstellung der Bauarbeiten, die Wiederherstellung der betroffenen Flächen und die Klärung rechtlicher und politischer Verantwortlichkeiten. Die Organisation wirft dem Cabildo vor, nach den ersten Urteilen weitergearbeitet zu haben.
Das Cabildo hat zu diesen Vorwürfen in der vorliegenden Berichterstattung nicht im Einzelnen Stellung genommen. Es verweist darauf, auf die Entscheidungen der Gerichte zu den drei übrigen Verfahren zu warten.