Was auf der Karte zu sehen ist

Die Seite ist ohne Anmeldung nutzbar; die Karte liegt unter vertidoscanarias.org/mapa. Oben ein Suchfeld — „¿A qué playa quieres ir?“ —, darunter die nach Inseln sortierte Liste „Playas a evitar hoy“. Rot heißt „Pegada a un vertido“: neben einer Einleitstelle, und Regen oder Strömung drücken heute darauf zu; Gelb heißt Einleitstelle in der Nähe bei milderen Bedingungen; Grün heißt ausdrücklich nur „sin señal hoy“ — laut Legende nicht dasselbe wie sauberes Wasser. Zuschaltbar sind Drift-Pfeile, eine modellierte Abwasserfahne mit Zeitregler und der amtliche Qualitäts-Layer; weißer Punktrand heißt ungenehmigt. Wetter und Strömung stammen laut Quellenangabe von Open-Meteo.

So prüfen Sie Ihren eigenen Strand

Erstens das amtliche Messergebnis, das einzige, das rechtlich zählt: NÁYADE, das Badegewässersystem des Ministerio de Sanidad, frei zugänglich unter nayadeciudadano.sanidad.gob.es. Gesucht wird die amtliche Badezone, nicht der geläufige Strandname — sie heißt oft anders, etwa „PLAYA MEDANO (EL)-CHICA“. Angezeigt werden apta oder no apta, das Probendatum und die Werte für E. coli und Darm-Enterokokken. Der Servicio Canario de la Salud verweist auf seiner Seite zum Zustand der Strände genau darauf.

Zweitens die kanarische Kartenebene. Grafcan führt in IDECanarias den Dienst „Zonas de aguas de baño y Puntos de muestreo“ und den „Censo de Vertidos desde tierra al mar“: Dort sieht man, ob eine Einleitstelle in der Nähe liegt und ob sie genehmigt ist. Beides ist kostenlos.

Drittens die Gemeinde. Verbotsschild, rote Fahne und Bekanntmachung hängen am Strand und auf der Seite des Ayuntamiento — Sperrungen gelten oft nur für einen einzelnen Zugang.

Viertens, erst dann, die Karte. Sie füllt die Lücke zwischen zwei Proben: Jede Badezone wird laut der Plattform nur neun- bis einundzwanzigmal im Jahr beprobt, die Bakterienkultur braucht ein bis zwei Tage. Ein Rohrbruch von gestern steht in keiner amtlichen Zahl.

Was „gesperrt“ rechtlich bedeutet

Grundlage ist das Real Decreto 1341/2007: Artikel 9 erlaubt den zuständigen Behörden, das Baden zeitweise zu verbieten oder davon abzuraten, Artikel 12 ein dauerhaftes Verbot nach fünf Jahren unzureichender Einstufung. Auf den Kanaren überwacht die Dirección General de Salud Pública. Ein aktueller Fall: In Güímar auf Teneriffa ordnete im September 2026 nach Bericht von Diario de Avisos der Servicio Canario de la Salud das Badeverbot für die Playa El Cabezo (Zugang B) und die Playa de Perros an, nachdem eine Probe vom 9. September 2026 410 KBE je 100 ml Darm-Enterokokken ergeben hatte; der Referenzwert der Gemeinde liege unter 200. Über die Aufhebung entscheidet dieselbe Stelle.

Die Größenordnung dahinter

Die Quote von 72 Prozent hält der Prüfung stand, richtig ausgesprochen. Grafcan teilte am 24. Juli 2025 zum Zensus der Dirección General de Transición Ecológica mit, die Kanaren zählten 403 Einleitstellen; 112 hätten eine gültige Genehmigung, 291 nicht. Das sind 72,2 Prozent ohne gültige Genehmigung — nicht 72 Prozent illegal im engeren Sinn: Canarias7 schlüsselte dieselben Daten drei Tage zuvor auf in 216 ungenehmigte Punkte und 75 laufende Verfahren.

Am 18. Dezember 2025 verurteilte der Gerichtshof der Europäischen Union Spanien wegen Verstoßes gegen die Abwasserrichtlinie 91/271/EWG; nach eldiario.es vom 19. Dezember 2025 nennt das Urteil zwölf Siedlungsgebiete auf Teneriffa. Zwischen Januar 2019 und Juli 2023 zahlte die Region nach einer von der Cámara Insular de Aguas de Tenerife wiedergegebenen Aufstellung von Atlántico Hoy 8.220.941,35 Euro an EU-Sanktionen.

Was die Verwaltung dagegenhält

Mariano Hernández Zapata, Consejero für Transición Ecológica, sagte laut Canarias7 vom 21. Juli 2025, die Mehrzahl der ungenehmigten Einleitstellen sei in öffentlicher Hand — Anlagen der Gemeinden, für die nie ein Antrag gestellt wurde. Ziel sei, bis 2027 85 Prozent ins Verfahren gebracht und 60 Prozent genehmigt zu haben.

Beim Bauen gibt es belegbaren Fortschritt: Für Teneriffa meldete die Cámara Insular de Aguas de Tenerife am 22. Mai 2026, von 233,5 Millionen Euro des Abwasserabkommens zwischen ACUAES, Cabildo und Consejo Insular de Aguas seien 158 Millionen ausgeführt, 67 Prozent; die Kläranlagen Depuradora del Oeste und Los Letrados hätten die Probephase begonnen. Eine Genehmigung ist kein Klärwerk, und ein Klärwerk in der Probephase reinigt noch kein Abwasser.