Kapitel 1

Süden oder Norden? Die eine Frage, die alles entscheidet

Bevor du auch nur ein Hotel anschaust, beantworte eine einzige Frage — sie entscheidet fast alles: Willst du in den Süden oder in den Norden?

Der Süden (Maspalomas, Playa del Inglés, Puerto Rico, Mogán) ist das klassische Urlaubs-Gran-Canaria: fast garantierte Sonne das ganze Jahr, lange Sandstrände, Resorts, Pools, alles auf Tourismus eingestellt. Hier wohnst du, wenn du Strandurlaub, Wärme und kurze Wege willst.

Der Norden rund um die Hauptstadt Las Palmas ist das echte, alltägliche Gran Canaria: eine lebendige Stadt mit einem der schönsten Stadtstrände Europas, gutem Essen und spanischem Leben statt Touristenmeile. Dafür ist das Wetter etwas wechselhafter, mit mehr Wolken.

Die Faustregel: Sonne und Strand pur → Süden. Stadt, Kultur und Authentizität → Norden. Beides ist nur gut eine Autostunde voneinander entfernt — du kannst also das eine wohnen und das andere besuchen.

Kapitel 2

Playa del Inglés: Trubel, Strand und Nachtleben

Playa del Inglés ist die lauteste, lebendigste Ecke der Insel — und für viele genau deshalb die richtige. Hier reihen sich Hotels, Apartments, Einkaufszentren, Bars und Restaurants dicht an dicht, und der riesige Strand geht nahtlos in die Dünen von Maspalomas über.

Wer hierher kommt, will etwas erleben: Nachtleben, Shopping, Animation, immer ist etwas los. Die Preise sind oft günstiger als in den schicken Nachbargegenden, die Auswahl an Unterkünften ist riesig. Auch die queere Szene rund ums Yumbo-Centrum hat hier ihr Zuhause (mehr dazu in unserem Gay-Guide).

Für wen? Junge Leute, Gruppen, Paare, die abends ausgehen wollen, und alle, die Trubel mögen. Wer Ruhe sucht, ist hier falsch.

Kapitel 3

Maspalomas & Meloneras: Dünen für Familien, Eleganz für Paare

Gleich neben Playa del Inglés, aber eine Spur ruhiger und gepflegter, liegt Maspalomas mit seinem Wahrzeichen: den goldenen Dünen und dem alten Leuchtturm. Hier dominieren grosszügige Bungalow-Anlagen und Familienhotels mit Garten und Pool — entspannt, sonnig, mit viel Platz.

Direkt anschliessend kommt Meloneras, die schickste Adresse im Süden: moderne 4- und 5-Sterne-Hotels an einer hübschen Strandpromenade mit guten Restaurants und ein paar Boutiquen. Etwas teurer, etwas eleganter — ideal für Paare und alle, die es komfortabel mögen, ohne auf den Trubel von nebenan zu verzichten.

Für wen? Familien (Maspalomas) und Paare oder Komfort-Suchende (Meloneras). Die Dünen, mehrere Wasserparks und der Palmitos Park sind gleich um die Ecke.

💡 TippDie Dünen sind Naturschutzgebiet — wunderschön zum Sonnenuntergang, aber bitte auf den markierten Wegen bleiben.
Kapitel 4

Puerto Rico, Amadores & Anfi: die geschützten Familien-Buchten

Fährst du vom Flughafen aus weiter Richtung Westen, wird die Küste felsiger und die Strände werden zu geschützten Buchten. Puerto Rico ist der Familienliebling: eine sonnenverwöhnte Bucht (hier scheint statistisch noch öfter die Sonne als im Rest des Südens), ruhiges Wasser und ein Hafen voller Bootsausflüge, Delfintouren und Wassersport.

Gleich nebenan liegt Amadores mit seinem feinen, künstlich angelegten goldenen Sandstrand — flach und ruhig, perfekt für kleine Kinder. Und Anfi del Mar ein Stück weiter ist die Postkarten-Bucht mit weissem Sand und türkisem Wasser, gehobenes Resort-Gefühl inklusive.

Für wen? Familien mit Kindern, die ruhiges, sicheres Badewasser und viele Aktivitäten wollen. Der Haken: Die Orte sind über Hänge gebaut, manchmal sind ein paar Treppen oder Aufzüge im Spiel.

Kapitel 5

Puerto de Mogán: das ruhige „Klein-Venedig“

Ganz im Südwesten liegt der wohl hübscheste Ort der Insel: Puerto de Mogán, ein altes Fischerdorf mit kleinen Kanälen, weiss getünchten Häusern, bunten Blumen und einem entspannten Hafen. Wegen der Kanäle und Brücken nennen es alle „Klein-Venedig“.

Hier ist alles eine Nummer langsamer und romantischer: keine grossen Discos, dafür gemütliche Restaurants am Wasser, ein geschützter kleiner Strand und der schönste Sonnenuntergang weit und breit. Freitags lockt der grosse Markt Besucher aus der ganzen Insel an.

Für wen? Paare, ruhesuchende Reisende und alle, die Charme über Trubel stellen. Wer Nachtleben will, ist hier falsch — wer abschalten will, genau richtig.

Kapitel 6

Las Palmas & Las Canteras: Stadt, Strand und echtes Leben

Die Hauptstadt Las Palmas im Norden ist ein ganz anderes Erlebnis — und das beste, wenn du das echte Gran Canaria willst. Hier leben die Menschen das ganze Jahr, es gibt Museen, Tapas-Bars, Shopping und die quirlige Altstadt Vegueta.

Der Star ist der Stadtstrand Playa de las Canteras: ein gut drei Kilometer langer goldener Bogen mitten in der Stadt, durch ein vorgelagertes Riff badewannenruhig — von vielen zu den schönsten Stadtstränden Europas gezählt. Morgens schwimmen, mittags Tapas, abends an der Promenade flanieren.

Für wen? Städtereisende, Alleinreisende, Foodies, Langzeit-Urlauber und alle, die mehr wollen als Hotelpool. Das Wetter ist etwas wechselhafter als im Süden — dafür fühlt es sich wie Spanien an, nicht wie eine Ferienanlage.

Kapitel 7

Der grüne Norden & die Berge: für alle, die mehr wollen

Abseits der grossen Resorts gibt es ein zweites, grünes Gran Canaria — und für ein paar Nächte lohnt es sich enorm. Im Nordwesten liegt Agaete mit dem hübschen Hafen Puerto de las Nieves: Naturschwimmbecken, frischer Fisch, Ruhe, und von hier legt auch die Fähre nach Teneriffa ab.

In der Inselmitte thront das Bergdorf Tejeda rund um den berühmten Felsen Roque Nublo — kühler, grüner, sternenklar bei Nacht. Ein, zwei Nächte in einer ländlichen Finca oder einem kleinen Landhotel sind das perfekte Gegenstück zum Strand.

Für wen? Wanderer, Naturfreunde, Ruhesuchende und alle, die Gran Canaria wirklich verstehen wollen. Hier brauchst du allerdings einen Mietwagen.

Kapitel 8

Welche Ecke passt zu dir? Die Schnell-Entscheidung

Damit du nicht lange grübeln musst — hier die Kurzfassung:

  • Party, Nachtleben, kleines Budget: Playa del Inglés.
  • Familie mit Kindern: Puerto Rico, Anfi/Amadores oder Maspalomas.
  • Paare, Romantik, Ruhe: Puerto de Mogán oder Meloneras.
  • Luxus & Komfort: Meloneras.
  • Stadt, Kultur, echtes Leben: Las Palmas / Las Canteras.
  • Natur, Wandern, Abschalten: Agaete oder Tejeda in den Bergen.
  • Ohne Auto unterwegs: Süden (alles zu Fuss/per Bus) oder Las Palmas.

Und der vielleicht beste Tipp zum Schluss: Du musst dich gar nicht auf eine Ecke festlegen. Viele kombinieren ein paar Nächte Stadt im Norden mit einer Woche Strand im Süden — die Insel ist klein genug dafür.

Häufige Fragen

Wo übernachtet man auf Gran Canaria am besten?
Kommt darauf an, was du willst: der Süden (Maspalomas, Playa del Inglés, Mogán) für Sonne und Strand, Las Palmas im Norden für Stadt und echtes Leben. Familien lieben Puerto Rico, Paare Puerto de Mogán, Partyfans Playa del Inglés.
Süden oder Norden — was ist besser?
Der Süden hat mehr Sonne und die klassischen Strände und Resorts, der Norden mehr Stadtleben und Authentizität. Beide sind nur gut eine Autostunde auseinander.
Wo ist es am besten für Familien?
Puerto Rico, Amadores und Anfi del Mar mit ruhigem Badewasser, dazu Maspalomas mit Dünen und Wasserparks in der Nähe.
Wo wohnt man als Paar am schönsten?
In Puerto de Mogán („Klein-Venedig“) für Romantik und Ruhe oder in Meloneras für gehobenen Komfort.
Brauche ich ein Auto?
Im Süden und in Las Palmas nicht unbedingt — vieles ist zu Fuss oder per Bus erreichbar. Für die Berge (Tejeda, Roque Nublo) und den grünen Norden ist ein Mietwagen praktisch.
Wann ist es am günstigsten?
In der Nebensaison (Frühherbst, später Frühling). Weihnachten, Ostern und Hochsommer sind am teuersten; Meloneras und Anfi sind ganzjährig die teuersten Adressen.
Welcher Ort hat das beste Wetter?
Der Süden, allen voran Puerto Rico, gilt als besonders sonnensicher. Las Palmas im Norden ist etwas wolkiger.