2025 hat das CECOES 112 Canarias 19.968 Anrufe in anderen Sprachen als Spanisch entgegengenommen. Allein 13.487 davon auf Englisch — knapp 68 Prozent aller fremdsprachigen Notrufe. Auf Deutsch waren es 2.934, auf Italienisch 2.200, auf Französisch 1.208. Über hundert weitere Anrufe in noch anderen Sprachen.
Das ist gegenüber 2024 ein Anstieg um 8,56 Prozent. Wer sich fragt, warum — die Antwort liegt auf der Hand. Die Inseln haben Millionen Touristen pro Jahr und eine wachsende Resident-Community aus Deutschland, Grossbritannien, Italien, Skandinavien. Wenn jemand auf Spanisch nur "uno, dos, tres" sagen kann, aber gerade eine Herzattacke vor sich hat oder einen Verkehrsunfall meldet, geht es um Sekunden.
Was beim Anruf passiert
In den zwei operativen Zentralen des 112 — eine auf Gran Canaria, eine auf Teneriffa — arbeiten Operadoren, die direkt in fünf Sprachen antworten: Spanisch, Englisch, Deutsch, Italienisch und Französisch. Das ist der Unterschied zum Festland-112: Dort musst du oft auf einen Übersetzer warten.
Wenn du in einer der fünf Hauptsprachen anrufst, übernimmt der oder die Diensthabende direkt. Bei anderen Sprachen — Niederländisch, Schwedisch, Polnisch, Russisch, Arabisch und etwa 45 weitere — schaltet die Konsole eine Tele-Interpretations-Plattform dazu. Drei-Wege-Gespräch zwischen dir, der Notrufzentrale und einem Dolmetscher. Dauert ein paar Sekunden länger, funktioniert aber.
Wer hier wohnt und Englisch oder Deutsch spricht, sollte beim ersten Wort gleich angeben, in welcher Sprache man weitermachen will. "English, please" oder "Deutsch, bitte" reicht — die Operadoren sind das gewohnt. Spar dir den Versuch, mit gebrochenem Spanisch durchzukommen, wenn du gerade Adrenalin im Blut hast.
Was du sagen musst
Egal in welcher Sprache, die Reihenfolge ist immer dieselbe:
Wo bist du. Adresse möglichst genau, oder Landmark — "drei hundert Meter südlich von der Plaza de Maspalomas" ist besser als "in Maspalomas". Wenn du auf einer Wanderung bist und die Adresse nicht weisst: Standort über die App teilen (gleich mehr dazu) oder den nächsten markanten Punkt nennen.
Was ist passiert. Kurz und konkret. "Verkehrsunfall, zwei Autos, eine Person verletzt." Nicht die Vorgeschichte, nicht "ich war gerade dabei…". Die Vorgeschichte kannst du später erzählen.
Wer ist betroffen. Anzahl, Alter wenn relevant, Bewusstsein. "Ein Mann, etwa 60, atmet, ansprechbar."
Wer du bist. Name und Nummer. Falls die Verbindung abreisst, ruft der Operador zurück.
Was die meisten nicht wissen: Auflegen erst, wenn der Operador es sagt. Manchmal bleibt jemand am Telefon mit dir, bis die Rettung da ist — besonders bei Herzdruckmassage oder wenn du allein bist mit einer verletzten Person.
Mehr als nur Telefon
Das 112 Canarias hat in den letzten Jahren mehrere zusätzliche Kanäle aufgebaut, die für bestimmte Situationen besser sind als Telefon.
Die App 112Canarias. Kostenlos, für Android und iOS. 10.600 registrierte Nutzer derzeit. Du kannst Text, Foto und Video direkt an die Zentrale schicken. Praktisch, wenn du schlecht hörst, wenn die Verbindung mies ist, oder wenn ein Foto schneller erklärt als Worte ("hier ist der Brand"). 2025 wurden 135 Notfälle über die App abgewickelt. Mein Rat: Installier sie, sobald du auf der Insel landest. Im Notfall ist nicht der Zeitpunkt zum Download.
eCall. Wenn du ein neueres Auto fährst (Erstzulassung ab April 2018, EU-weit Pflicht), hat es eCall eingebaut. Bei einem Unfall mit ausgelösten Airbags ruft das Auto automatisch das 112 an, übermittelt Position und Fahrzeugdaten. 2025 gingen 595 solche automatischen Notrufe ein — 56 Prozent mehr als im Vorjahr.
SOMU für Gehörlose. Sistema Online de Mensajería Urgente, ein Text-Chat-System speziell für gehörlose Menschen. Aktuell 77 Eingeschriebene auf den Kanaren, 23 Notrufe darüber im letzten Jahr. Die Anmeldung muss vorab geschehen, läuft über die zuständigen Verbände.
SOS-Säulen am Strand. An mehreren Stränden gibt es feste Notruf-Säulen, gelb-rot, mit Knopf. Direkt verbunden mit der Zentrale. Neun Notrufe darüber im Jahr 2025. Wer am Strand badet und sein Handy nicht dabei hat: Die Säulen sind nicht Deko.
Wann 112 — und wann nicht
Das ist der Punkt, an dem ich Leute oft zögern sehe. Die Faustregel ist einfach.
112 anrufen bei: medizinischen Notfällen, Verkehrsunfällen mit Personenschaden, Bränden, Verbrechen in Gang, Vermisstenmeldungen, Naturereignissen mit Gefährdung (Sturmfluten, Erdrutsche), bei jedem Verdacht auf häusliche Gewalt oder Kindeswohlgefährdung.
Nicht 112 für: kleinere Sachschäden ohne Verletzte (Polizia Local direkt), Lärmbeschwerden (Polizia Local), Stromausfälle (Endesa-Hotline), Wasserrohrbrüche (Stadtwerke), nicht-akute Krankheiten (Hausarzt oder Servicio Canario de Salud, 012).
Im Zweifel: 112 anrufen. Die Zentrale leitet dich weiter, wenn nötig. Aus 19,3 Millionen Anrufen in der Dekade 2015 bis 2025 gab es übrigens nur 59 dokumentierte Beschwerden über die Bearbeitung. Das ist eine Quote, die kaum eine andere Behörde in Spanien erreicht.
Was du jetzt tun kannst
Drei Sachen, fünf Minuten Aufwand, die im Ernstfall den Unterschied machen können:
App installieren — 112Canarias im App Store oder Play Store. Einmal eintragen, fertig.
Notfallkontakt im Handy hinterlegen — die meisten Smartphones lassen einen Notfall-Kontakt anlegen, der auch bei gesperrtem Bildschirm sichtbar ist. Auf iPhone unter "Notfallpass". Auf Android je nach Hersteller, Stichwort "Emergency Information".
Wenn du nicht-medizinische Vorerkrankungen hast (Allergien, Diabetes, Blutverdünner) — eintragen lassen. Wenn ein Rettungssanitäter ohne dein Wissen handeln muss, hilft das.
Häufige Fragen
- Wie viele Anrufe in anderen Sprachen als Spanisch hat das CECOES 112 Canarias im Jahr 2025 entgegengenommen?
- 2025 hat das CECOES 112 Canarias 19.968 Anrufe in anderen Sprachen als Spanisch entgegengenommen.
- In welchen fünf Sprachen antworten die Operadoren in den zwei operativen Zentralen des 112 direkt?
- In den zwei operativen Zentralen des 112 — eine auf Gran Canaria, eine auf Teneriffa — arbeiten Operadoren, die direkt in fünf Sprachen antworten: Spanisch, Englisch, Deutsch, Italienisch und Französisch.
- Seit wann ist eCall in neueren Autos EU-weit Pflicht?
- Wenn du ein neueres Auto fährst (Erstzulassung ab April 2018, EU-weit Pflicht), hat es eCall eingebaut.
- Wie viele Notrufe wurden im Jahr 2025 über die App 112Canarias abgewickelt?
- 2025 wurden 135 Notfälle über die App abgewickelt.
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