Was ändert sich für Urlauber und Einwohner im Süden von El Hierro?
Für Einwohner und Urlauber ändert sich zunächst nichts Amtliches. Weder das BOC (Amtsblatt der Kanaren) noch der Cabildo (Inselregierung) oder eine Gemeinde hat zu den Ankünften vom 4. November eine Sperrung, Regel oder Frist veröffentlicht.
Die Boote legten in La Restinga an, dem Hafen im Süden der Insel. Bei Ankünften sperren die Behörden den Hafenbereich üblicherweise ab, für den 4. November ist das aber nicht bestätigt.
Wer in La Restinga einen Termin am Hafen hat, fragt deshalb am besten beim jeweiligen Anbieter nach. Praktische Ratschläge der Behörden für Besucher gibt es bisher nicht.
Was ist in der Nacht auf Mittwoch passiert?
Das erste Boot mit 111 Menschen lief am Dienstag um 23.29 Uhr in La Restinga ein. Salvamento Marítimo (staatlicher Seenotrettungsdienst) hatte es rund 7,4 Kilometer südlich von El Hierro entdeckt.
Um 1.45 Uhr am Mittwoch folgte ein zweites Boot mit 125 Menschen. Die Retter hatten es etwa 18,5 Kilometer südlich von La Restinga aufgespürt.
Damit war der Einsatz nicht zu Ende: Um 8.40 Uhr am Mittwoch rettete Salvamento Marítimo zwei weitere Cayucos, wie die Organisation mitteilte. Sie lagen rund 22,2 und 25,9 Kilometer südlich von La Restinga.
Wie viele Menschen auf diesen beiden Booten reisen, ist nicht bekannt. Auch Herkunftsland, Zahl der Minderjährigen und Zustand der Menschen haben die Stellen bisher nicht genannt.
Wie viele Boote kamen zuletzt nach El Hierro?
Die vollständige Monatsstatistik des Innenministeriums stand noch aus.
Allein am 22. Oktober kamen 451 Menschen in vier Booten, am 23. Oktober 566 in ebenfalls vier Booten. Rund 900 Menschen brachten die Behörden vom 23. bis 25. Oktober auf andere Inseln.
Im Oktober schnellten die Zahlen hoch: Vom 1. bis 15. Oktober zählten die Behörden 1.837 Ankünfte auf den Kanaren, gegenüber 643 im gleichen Zeitraum 2025. Das ist ein Plus von 185 Prozent.
Über das ganze Jahr bleibt das Bild anders: Vom 1. Januar bis 15. Oktober 2026 kamen 8.970 Menschen, gegenüber 13.491 im Vorjahreszeitraum. Das ist ein Minus von 33,5 Prozent.
Die Boote auf El Hierro sind doppelt so voll wie anderswo: Von Januar bis September landeten dort 3.515 Menschen in 31 Booten, im Schnitt etwa 113 pro Boot. Auf Lanzarote kamen 2.133 Menschen in 41 Booten, im Schnitt etwa 52.
Insgesamt zählte das Innenministerium von Januar bis September 7.179 Ankünfte auf den Kanaren.
Wer ist auf El Hierro wofür zuständig?
Für die Seenotrettung ist Salvamento Marítimo zuständig, eine staatliche Stelle. Wenn Boote anlegen, rücken laut Berichten der kanarische Notdienst SUC, das Rote Kreuz, die Guardia Civil und die Einwanderungseinheiten der Policía Nacional aus.
Der Cabildo erklärt, er habe keine Zuständigkeit in Einwanderungsfragen. Er fordert Hilfe übergeordneter Stellen, Notunterkünfte, schnelle Verlegungen auf grössere Inseln und Sonderverfahren für unbegleitete Minderjährige.
Um diese Minderjährigen kümmert sich die Regionalregierung, das Gobierno de Canarias. Der Cabildo verlangt ausserdem Geld vom Staat für den Müll, den die Ankünfte in La Restinga hinterlassen, doch Zahlen zu den Kosten oder zur Finanzierung liegen nicht vor.
Was ist noch offen und was kommt als Nächstes?
Offen ist, wie die Rettung der beiden Boote ausgeht und wie viele Menschen in dieser Nacht insgesamt ankamen. Die endgültige Zahl hat Salvamento Marítimo bis Mittwochmorgen nicht genannt.
Ebenso unklar ist, wohin die Neuankömmlinge gebracht werden. Ende Oktober zogen rund 900 Menschen innerhalb von drei Tagen von El Hierro auf andere Inseln um, einen datierten Plan für die jetzigen Ankünfte gibt es nicht.
Auch die Oktober-Bilanz des Innenministeriums steht aus. Einen Termin dafür haben die Stellen nicht genannt.