Fliegen ist schnell — aber nicht immer schön. Wer mit vollem Auto, mit Hund oder einfach ohne Hektik auf die Kanaren will, hat seit diesem Sommer eine Alternative, über die die Lokalzeitung Huelva Información schwärmt: eine Fähre, die eher an ein kleines Kreuzfahrtschiff erinnert als an einen nüchternen Autotransporter. An Bord warten ein Pool, ein Solarium zum Sonnen, kanarische Küche und sogar ein Coworking-Bereich mit schnellem WLAN.
Gemeint ist der Buenavista Express der Reederei Fred. Olsen Express. Seit dem 1. Juni 2026 bedient das Schiff die Linie zwischen Huelva an der andalusischen Atlantikküste und den beiden Kanaren-Hauptinseln — und macht aus der langen Überfahrt bewusst ein Erlebnis statt einer reinen Transportetappe.
Pool, Solarium, Coworking: was an Bord wartet
Das Herzstück der Geschichte ist die Ausstattung. Fred. Olsen Express nennt für den Buenavista Express Terrassen, ein Solarium und einen Pool-Bereich, dazu Cafeterías, ein Restaurant und eine Sports-Bar, in denen auch kanarische Küche serviert wird. Wer unterwegs arbeiten muss, findet eine eigene Coworking-Zone und schnelles WLAN im ganzen Schiff — genau das Detail, das aus einer Fähre etwas macht, das die Presse „Mini-Kreuzfahrt“ tauft.
Auch an Familien, Sportliche und Vierbeiner ist gedacht: Es gibt eine Spielzone für Kinder, einen Arcade-Raum, eine Calisthenics-Ecke zum Trainieren und ausgewiesene Bereiche für Haustiere. Übernachtet wird je nach Budget im ergonomischen Premium-Sessel, im Schlafsaal oder in Außen-, Doppel- und haustierfreundlichen Kabinen.
Rund 33 Stunden über den Atlantik
Die Strecke ist kein Katzensprung: Rund 1.300 Kilometer offener Atlantik liegen zwischen Huelva und den Inseln, die Überfahrt dauert etwa 33 Stunden. Das Schiff verbindet Las Palmas de Gran Canaria, Santa Cruz de Tenerife und Huelva; je nach Saison gibt es drei bis vier Abfahrten pro Woche. Weil man eine Nacht an Bord verbringt, lohnt sich eine Kabine für alle, die ausgeruht ankommen wollen.
Der 172 Meter lange Buenavista Express hat Platz für rund 940 Passagiere und knapp 400 Fahrzeuge — er ist also gebaut für Menschen, die mit Gepäck, Auto oder Wohnmobil reisen. Seit Juni 2026 betreibt Fred. Olsen Express die Linie allein; in der Hochsaison bis in den Oktober wird der Takt zeitweise mit einem zusätzlichen Charterschiff verdichtet.
Für wen sich die Fähre wirklich lohnt
Der größte Trumpf ist das eigene Auto. Wer für Monate auf die Inseln zieht, mit Kind und Kegel umzieht oder einfach nicht auf den eigenen Wagen verzichten will, spart sich Mietwagen und Gepäcklimits. Auch mit Haustier ist die Fähre oft die stressärmere Wahl als der Flug.
Und dann sind da die digitalen Nomaden: Eine Coworking-Zone mit schnellem WLAN mitten auf dem Atlantik klingt fast wie ein Werbespruch — ist aber genau das Reiseerlebnis, das Slow-Travel-Fans suchen. Statt zwei hektischer Flugstunden ein langsamer, entschleunigter Tag auf See, an dessen Ende die Silhouette der Inseln am Horizont auftaucht.
Vor der Buchung: das Wichtigste
Im kanarischen Hochsommer und rund um Ferien und Feiertage ist die Linie beliebt — Fahrzeugstellplätze und Kabinen sind dann schnell weg. Früh buchen lohnt sich doppelt, weil die Reederei nach eigenen Angaben kostenlose Stornierungen und Umbuchungen ohne Aufpreis anbietet, man sich also flexibel absichern kann.
Wer Barrierefreiheit braucht, findet angepasste Wege, kostenlosen Assistenzdienst und auf Wunsch Rollstühle beim Ein- und Ausschiffen. Und wer schnell seekrank wird, sollte an entsprechende Mittel denken — 33 Stunden Atlantik können auch mal ruppig sein.
Häufige Fragen
- Wer betreibt die Fähre Huelva–Kanaren?
- Fred. Olsen Express mit dem Schiff Buenavista Express, dem früheren „Fortuny“.
- Wie lange dauert die Überfahrt?
- Rund 33 Stunden über etwa 1.300 Kilometer Atlantik, mit einer Nacht an Bord.
- Welche Häfen werden angefahren?
- Huelva in Andalusien sowie Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria.
- Kann ich mein Auto und mein Haustier mitnehmen?
- Ja, das Schiff nimmt Fahrzeuge mit und hat haustierfreundliche Kabinen und Bereiche.
- Gibt es wirklich Pool und Coworking an Bord?
- Ja, laut Reederei stehen Pool, Solarium, Terrassen, eine Coworking-Zone und schnelles WLAN bereit.
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Angaben nach Stand Juli 2026 nach Informationen von Fred. Olsen Express und Medienberichten, unter anderem der Huelva Información. Fahrzeiten, Takt, Preise und Ausstattung können sich ändern.