Der Termin, der die Frage aufwirft

Manuel Valls steht im Programm für Dienstag, 29. September, 20.15 bis 21.15 Uhr, Plaza de España. Der Punkt heißt „El Mario Vargas Llosa político" — Vargas Llosa als politische Figur; der Schriftsteller trat 1990 bei der peruanischen Präsidentschaftswahl an. Neben Valls sitzt Fernando Fernández Martín, moderiert wird von J.J. Armas Marcelo. Die Runde wird übertragen.

Zwei Einschränkungen gehören dazu: Die Programmseite ist als vorläufig gekennzeichnet, und auf der separaten Teilnehmerseite mit 34 Namen fehlt Valls — ebenso wie Gerald Martin. Das deutet auf ungleich gepflegte Seiten hin, nicht auf eine Absage. Verschiebungen bleiben aber möglich: Marco Martos, den elDiario.es am 7. September für das Vallejo-Rezital nannte, fehlt im Programm.

Gerald Martin und ein Buch vom August

Den Schlusspunkt setzt am Samstag, 3. Oktober, 20.15 bis 21.15 Uhr, Plaza de España, die „Clausura. Gerald Martin: vida de Mario Vargas Llosa", mit Agustín Prado Alvarado von der Universidad Nacional Mayor de San Marcos. Der Anlass ist frisch: Martins Biografie Mario Vargas Llosa: A Life erschien im August 2026 bei Bloomsbury, über 800 Seiten stark; seine García-Márquez-Biografie kam 2008 heraus. Signieren tut er am 3. Oktober um 13.15 Uhr auf der Plaza — ohne Übertragung.

Blanca Varela: hundert Jahre

Das eigentliche Zentrum des Programms ist keiner der prominenten Gäste, sondern eine Dichterin, die den meisten Lesern in Europa nichts sagt. Blanca Varela wurde 1926 in Lima geboren und starb dort 2009 — 2026 ist ihr hundertster Geburtstag, und deshalb, so das Festival, „no podía faltar un homenaje muy especial hacia ella".

Varela zählt zu den wichtigsten Stimmen der spanischsprachigen Lyrik des 20. Jahrhunderts. Nach Angaben des Premio Reina Sofía de Poesía Iberoamericana, den sie 2007 erhielt, reichen ihre Bücher von Ese puerto existe (1959) bis Concierto animal (1999); dieselbe Quelle nennt auch den Premio Octavio Paz und den Premio Federico García Lorca. Ihr gewidmet sind zwei Termine: das Rezital „Homenaje a Blanca Varela" am Montag, 28. September, 20.15 Uhr mit Irma Correa, Elsa López und Cary Rosa Varona am Cello, und am Freitag, 2. Oktober, 17.45 Uhr das Gespräch „Sobre el Inca Garcilaso y Blanca Varela".

Drei Termine, wenn Sie nicht sechs Tage bleiben

Die drei stärksten Punkte liegen im selben Zeitfenster, alle auf der Plaza de España, alle im Stream: Montag, 28. September, 20.15 Uhr das Varela-Rezital; Dienstag, 29. September, 20.15 Uhr „El Mario Vargas Llosa político" mit Manuel Valls; Samstag, 3. Oktober, 20.15 Uhr der Abschluss mit Gerald Martin. Eröffnet wird am Montag um 19.00 Uhr mit der peruanischen Delegation. Für Familien: am Dienstag zwei Kinderlesungen in der Casa de la Cultura für Sieben- bis Neunjährige, Katya Adaui 11.00 Uhr und Patricia del Río Labarthe 12.00 Uhr, beide ohne Übertragung.

Was im Netz läuft — und was nicht

Die Regel ist einfacher, als das Programm sie darstellt: Übertragen wird, was auf der Plaza de España stattfindet — mit einer Ausnahme, den sechs Signierstunden. So kommen 23 der 39 Punkte zusammen, darunter alle Abendrunden um 17.45, 19.00 und 20.15 Uhr. Nichts läuft aus der Casa de la Cultura, aus den drei Schulen und aus den Radiostudios. Bei den Kanälen weichen die Angaben ab: Der Hinweis unter den Programmpunkten nennt Website und zwei Facebook-Seiten, die häufigen Fragen auch X. Ob Aufzeichnungen abrufbar bleiben, steht nicht dabei.

Warum Los Llanos — und wie man hinkommt

Das Festival begründet den Ort historisch: La Palma erhielt im 16. Jahrhundert das Privileg, mit Amerika zu handeln — neben Antwerpen und Sevilla einer von drei Häfen mit diesem Recht. Die achte Ausgabe steht in einer Reihe, die laut elDiario.es seit 2018 jedes Jahr stattfand, „salvo el año de la erupción volcánica": 2021 fiel sie aus. Das Festival wirbt selbst mit „desde la isla del último volcán para el mundo".

Die Hauptorte liegen unmittelbar beieinander: Die Casa de la Cultura führt das kanarische Register der Kulturstätten unter „Plaza España s/n, 38760" — derselben Plaza, auf der die Bühne und laut Festival drei Bücherstände stehen. Vom Flughafen bei Villa de Mazo (SPC) nennen die häufigen Fragen die Linie L8 nach Santa Cruz de La Palma und dort den Umstieg in die L1; mit dem Auto LP-5, LP-3, LP-2, von Santa Cruz 30 Kilometer. Eine Fahrzeit nennt das Festival nicht. Per Fähre fährt Fred. Olsen Express nach eigenen Angaben Los Cristianos–Santa Cruz de La Palma in rund zweieinhalb Stunden; die L1 hält vor dem Hafen.