Was ändert sich für Urlauber und Residenten im Süden?
Vorerst ändert sich nichts, denn Canarias7 berichtet am 2. November 2026 über einen Planungsauftrag und nicht über einen Bauauftrag. Eine Ausschreibung, einen Preis oder einen neuen Wassertarif nennt der Bericht nicht.
Sperrungen sind nicht angekündigt, weder am Strand von Matas Blancas noch rund um Costa Calma. Wie die Anlage den Strand beeinflusst, sagt der Bericht nicht.
Zusätzliches Wasser fliesst erst nach Planung, Genehmigung und Bau. Termine für diese Schritte kennt niemand, als einzige Frist steht der 31. Dezember 2028 im Auftrag.
Wer in Pájara oder auf der Halbinsel Jandía wohnt oder Urlaub macht, muss nichts beantragen und nichts melden. Hinweise der Behörden an Bewohner oder Touristen liegen nicht vor.
Was genau hat die Regierung beauftragt?
Das Instituto Tecnológico de Canarias (ITC) soll das Basisprojekt für die künftige Meerwasser-Entsalzungsanlage im Süden Fuerteventuras vervollständigen und erweitern. Den Auftrag erteilte die Consejería de Política Territorial, Cohesión Territorial y Aguas der Kanarenregierung.
Der Auftrag kostet 325.000 Euro und läuft bis zum 31. Dezember 2028. Ob die Frist nur die Planung des ITC oder auch den Bau meint, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Wer in der Regierung dafür verantwortlich ist, nennt Canarias7 nicht. Auch einen Eintrag im BOC (Amtsblatt der Kanaren) oder eine Mitteilung der Regierung konnte die Recherche nicht finden.
Wie gross soll die Anlage werden?
Schon die erste Stufe soll laut Canarias7 15.000 Kubikmeter Wasser pro Tag erzeugen. Bis 2035 sind Erweiterungen in Phasen bis auf 40.000 Kubikmeter täglich vorgesehen.
Zum Vergleich: RTVC meldete am 5. September 2025 einen Rekord der Inselproduktion von 50.000 Kubikmetern pro Tag, 66 Prozent mehr als 2023. Die Zahlen stammen aus verschiedenen Quellen und Jahren, zeigen aber die Grössenordnung.
Ihren ganzen Strom soll die Anlage aus erneuerbaren Energien beziehen, vor allem aus Wind und Sonne. Ob das Ziel von 40.000 Kubikmetern bis 2035 offiziell beschlossen ist, bleibt unbestätigt.
Das Wasser soll rund 8,7 Kilometer weit und 280 Meter hoch zum Depot Guerime in Pájara gepumpt werden. Zum Auftrag gehören ausserdem die Meerwasserfassung, die Entsalzung per Umkehrosmose, die Ableitung der Sole und die nötigen Stromanlagen.
Was bekommen Besucher zu sehen?
Die Anlage soll sich laut Canarias7 in die Landschaft einfügen und optisch möglichst wenig auffallen. Dafür verlangt der Auftrag ausdrücklich Kriterien zur landschaftlichen Einbindung.
Geplant ist ausserdem ein Informationsbereich für Studierende, Touristen und Interessierte. Öffnungszeiten, Anmeldung oder Eintritt sind nicht genannt.
Matas Blancas ist ein rund 1.500 Meter langer Strand bei Costa Calma, bekannt zum Windsurfen, so spain.info und visitfuerteventura.com. Ob die Anlage am Strand oder weiter landeinwärts entsteht, geht aus den Quellen nicht hervor.
Warum braucht der Süden eine eigene Anlage?
Am 4. August 2023 sagten die Regierung der Kanaren und der Cabildo (Inselregierung) in Puerto del Rosario eine Entsalzungsanlage im Süden zu. Die Investition bezifferte Cabildo-Präsidentin Lola García laut RTVC auf rund 30 Millionen Euro.
Rund 85 Prozent der Insel hingen damals von der Anlage in Puerto del Rosario ab, berichtet RTVC. Die Produktion sollte sich verteilen, und Manuel Miranda, damals Consejero für Politik Territorial, wünschte sich eine nachhaltige Anlage mit erneuerbarer Energie.
RTVC meldete am 5. September 2025, der 2020 ausgerufene Wassernotstand sei am 2. September 2025 offiziell beendet worden. Ob die Anlage von 2023 und Matas Blancas dieselbe ist, sagt Canarias7 nicht ausdrücklich.
Was ist offen und wie geht es weiter?
Die Gesamtkosten sind offen: Canarias7 nennt nur 325.000 Euro für die Planung, und die 30 Millionen Euro von 2023 sind eine Schätzung für eine Südanlage allgemein. Wer baut, betreibt und bezahlt, steht nicht im Bericht.
Einen Zeitplan für Umweltgenehmigungen und Ausschreibung hat die Regierung nicht veröffentlicht. Stellungnahmen von Cabildo, Gemeinde Pájara oder Wasserversorger CAAF sind nicht bekannt.
Belegt ist nur ein Termin: der 31. Dezember 2028 für das ITC. Wann gebaut wird, wissen wir erst, wenn die Regierung neue Mitteilungen veröffentlicht.