Was ist am Flughafen Fuerteventura passiert?

Ein easyJet-Airbus A319 mit Ziel London Luton stand am Donnerstag am Anfang von Piste 01 und wollte starten. Genau dann landete laut Noticias Fuerteventura (Inselmedium) ein Kleinflugzeug in Gegenrichtung auf derselben Piste.

Gemeldet hat es die Website Lanzarote Web Cam, die ein Video in sozialen Netzen veröffentlichte. Eine offizielle Anzeige von AENA (staatlicher Flughafenbetreiber), AESA (Luftsicherheitsbehörde) oder einer Gewerkschaft gibt es nicht.

Noticias Fuerteventura schreibt, es habe keinen Zwischenfall und keine Schäden gegeben. Der Bericht erschien am 31. Oktober 2026 und nennt kein genaues Datum; gemeint sein dürfte Donnerstag, der 29. Oktober.

Offen sind Uhrzeit, Flugnummer von easyJet sowie Typ und Halter des Kleinflugzeugs. Ebenso unklar ist, ob Turm, Piloten oder Abläufe am Boden den Vorfall ausgelöst haben.

Was ändert sich für Fluggäste in Fuerteventura?

Für Reisende ändert sich nach heutigem Stand nichts. Die Recherche fand keine Sperrungen, Flugausfälle, neuen Regeln, Preise oder Fristen im Zusammenhang mit dem Vorfall.

Wer in den kommenden Tagen ab Fuerteventura fliegt, muss deshalb nichts umbuchen. Den Flugstatus prüfen Sie wie gewohnt bei Ihrer Airline.

Von AENA, ENAIRE (öffentlicher Flugsicherungsanbieter), SAERCO (private Betreiberfirma des Turms) oder easyJet liegt keine Stellungnahme vor. Auch AESA und die kanarischen Medien hatten laut Recherche bis zum 2. November nichts dazu veröffentlicht.

Fällt ein Flug wegen eines Vorfalls aus oder verspätet er sich, nennt RTVC (kanarischer Rundfunk) die allgemeinen Rechte: Erstattung oder Umbuchung. Je nach Distanz kommt eine Entschädigung von bis zu 600 Euro dazu, die mit diesem Vorfall nichts zu tun hat.

Gab es auf den Kanaren schon einen ähnlichen Fall?

Am 28. September 2026 geriet am Flughafen César Manrique-Lanzarote eine Ryanair-Maschine in eine ähnliche Lage, berichtet Diario de Avisos. Flug FR5910 aus Dublin landete auf Piste 03.

Da rollte Iberia Express IB1502 über den Ausgang E1 auf die Piste, um auf Piste 21 zu starten. Ein dritter Flieger im Anflug konnte nicht landen, weil die Piste besetzt war.

Die Ryanair rollte weiter und verliess die Piste über den Ausgang E2. Die Fluglotsengewerkschaft veröffentlichte ein Video und sagte, Lanzarote arbeite mit «acht Lotsen weniger als nötig».

Diario de Avisos merkt an, dass diese Angabe allein keine Ursache belegt. Noticias Fuerteventura schreibt, die AESA habe den Lanzarote-Fall formell untersucht.

Diario de Avisos sagt nur, die Behörde müsse ermitteln. Ein Verfahren oder ein Ergebnis ist deshalb nicht bestätigt.

Wer ist für Flughafen und Kontrollturm zuständig?

AENA betreibt den Flughafen Fuerteventura, das Verkehrsministerium unter Minister Óscar Puente beaufsichtigt ihn. Der Cabildo (Inselregierung) hat dafür keine Zuständigkeit und kann nur Forderungen stellen.

Den Kontrollturm betreibt nicht ENAIRE, sondern die private Firma SAERCO. Am 10. Oktober 2025 schrieb Cabildo-Präsidentin Lola García erneut an Puente und verlangte, die Qualität im Turm zu garantieren.

SAERCO räumte laut RTVC ein, die vereinbarten Arbeitsbedingungen nicht einhalten zu können, was Sicherheit und Stabilität betreffe. García kritisierte ausserdem die Aussenanlagen des Flughafens, die in «evidentem Zustand der Verwahrlosung» seien.

Der Cabildo und die Lotsengewerkschaft USCA verlangten, die öffentliche Verwaltung bis zu einer dauerhaften Lösung beizubehalten. Einen Zusammenhang zwischen diesem Streit und dem Vorfall vom Donnerstag belegt keine Quelle.

Wie viel Verkehr hat der Flughafen, und wie geht es weiter?

6.886.935 Fluggäste zählte der Flughafen Fuerteventura 2025 laut AENA, 6,8 Prozent mehr als 2024. Kein anderer kanarischer Flughafen wuchs stärker, zusammen fertigten alle 54.753.915 Fluggäste ab.

USCA und CCOO riefen für den 17. April 2026 einen unbefristeten Streik an den SAERCO-Türmen aus, berichtet RTVC. Er betrifft neun spanische Flughäfen, darunter Fuerteventura, Lanzarote, El Hierro und La Palma.

Die Beschäftigten beklagten gestrichene Urlaube, übertriebene Bereitschaftsdienste und kurzfristig angesagte Schichtwechsel. Mindestdienste von 100 Prozent an den kanarischen Flughäfen liessen den Streik fast wirkungslos bleiben.

Termine für eine Stellungnahme der AESA oder für eine Untersuchung durch die CIAIAC (spanische Kommission für Unfälle und Zwischenfälle der Zivilluftfahrt) sind nicht angekündigt. Ob ein Verfahren läuft, ist unbestätigt.