Was ändert sich für Urlauber in La Oliva?
Wer heute in La Oliva übernachtet, zahlt keinen Cent mehr als bisher. Der Pleno hat die Verordnung am 30. Oktober 2026 nur vorläufig genehmigt, sie ist noch nicht in Kraft.
Später sollen Gäste 0,56 Euro pro Person und Nacht zahlen, egal wie teuer die Unterkunft ist, wie Canarias7 berichtet. Für eine Woche wären das 3,92 Euro pro Person.
Die Betreiber von Hotels und Ferienwohnungen ziehen den Betrag von den Gästen ein und leiten ihn an die Gemeinde weiter. Wie oft sie abrechnen müssen und welche Strafen bei Versäumnissen drohen, ist nicht veröffentlicht.
Befreit sind laut Canarias7 Kinder unter 3 Jahren sowie Einwohner von La Oliva, die ihren Wohnsitz mit einer Bescheinigung nachweisen. Die englischsprachige Meldung, die keine Ausnahmen erwähnt, liegt damit falsch.
Ein praktischer Schritt: Wer eine Unterkunft bucht, kann beim Vermieter nachfragen, ob und ab wann die Abgabe berechnet wird. Ein Starttermin ist bislang nicht bekannt.
Wo gilt die Abgabe, und was ist offen?
Das Geltungsgebiet ist nicht bestätigt. Eine englischsprachige Meldung nennt Corralejo und El Cotillo, die kanarischen Berichte beschränken die Abgabe aber nicht auf diese Orte.
Bis der Verordnungstext vorliegt, ist deshalb offen, welche Teile der Gemeinde betroffen sind. Den Text und den Eintrag im BOP (Amtsblatt der Provinz Las Palmas) hat die Recherche nicht gefunden.
Auf die Veröffentlichung im BOP folgen eine Frist für Einwände und eine zweite Abstimmung im Pleno. Laut fuerteventuradigital können Einwände nach der BOP-Veröffentlichung eingereicht werden.
Wie lange diese Frist dauert und wann die endgültige Genehmigung ansteht, ist nicht genannt. Auch ein Datum für das Inkrafttreten fehlt.
Wer hat zugestimmt, und wofür ist das Geld gedacht?
Die Koalition aus CC und PSOE sowie Nueva Canarias stimmten für die Verordnung, wie fuerteventuradigital meldet. Die PP stimmte dagegen, En Marcha enthielt sich.
Bürgermeister Isaí Blanco fehlte wegen Vaterschaftsurlaub, die Sitzung leitete der erste stellvertretende Bürgermeister Julio Santana. Die Gemeinde rechnet mit rund 6 Millionen Euro pro Jahr.
Nach Canarias7 soll das Geld in Grünflächen, Rettungsschwimmer an den Stränden, Abwasser, Wasserversorgung und Ersatz von Infrastruktur fliessen. Dazu kommen Strandbeschilderung, Notdienste, Parks sowie Sport- und Kulturveranstaltungen.
La Voz de Fuerteventura nennt die Abgabe die zweitwichtigste Einnahmequelle der Gemeinde. Offiziell heisst sie «Tasa por prestación de servicios y realización de actividades derivadas de la acción turística y la obligación de sostenibilidad».
Warum ist die Abgabe rechtlich umstritten?
Der Gemeindekämmerer hat laut fuerteventuradigital einen ungünstigen Bericht verfasst. Er stellt infrage, ob die Gemeinde die Abgabe überhaupt erheben darf.
Rechtlich ist es eine Tasa (Gebühr für Leistungen) und keine Steuer. Der Unternehmerverband Asofuer argumentiert dagegen, eine Steuer werde nicht dadurch zur Gebühr, dass man sie umbenenne, und hat rechtliche Schritte angekündigt.
Die PP zweifelt an der Rechtmässigkeit und warnt vor wirtschaftlichen Risiken für die Gemeinde. Ob Asofuer tatsächlich klagt, ist offen.
Als Vorbild gilt Mogán auf Gran Canaria, das am 28. Februar 2025 die erste kommunale Abgabe der Kanaren endgültig beschloss, 0,15 Euro pro Nacht, wie RTVC berichtet. Das Gericht TSJC erklärte sie für nichtig, weil die Leistungen laut Urteil «vage, ungenau, generisch» beschrieben seien.
Ob die kanarische Regierung formell Stellung bezogen hat, ist nicht bestätigt.
Was hat Mogán mit der Abgabe eingenommen, und was bedeutet das Urteil für La Oliva?
Mogán nahm zwischen dem 11. März und dem 30. September 2025 laut Canarian Weekly 662.425 Euro ein. Der Bürgermeisterin Onalia Bueno zufolge dürfte sich der Betrag über ein volles Jahr etwa verdoppeln.
Die Zahlungsquote lag bei Hotels bei 75 Prozent, bei Apartmentanlagen bei 51,7 Prozent und bei Ferienwohnungen bei 31 Prozent. Die Gemeinde gab an, die Belegung sei nicht gesunken.
Das Urteil des TSJC wurde am 14. Juli 2026 öffentlich und verpflichtete Mogán laut RTVC zu Kosten von bis zu 3.000 Euro. Es gilt als Warnsignal für jede neue kommunale Abgabe, auch die in La Oliva.
Wie die Verordnung von La Oliva aufgebaut ist, lässt sich ohne den Text nicht beurteilen. Bis zur endgültigen Genehmigung bleibt der Betrag von 0,56 Euro ein Vorhaben.