Woher die Zahl stammt

Die Zahl steht im Preisbericht des Portals idealista mit Stichmonat August 2026. Es sind Angebotspreise — was Inserenten verlangen, nicht was beim Notar gezahlt wird. Canarias7 veröffentlichte sie am 13. September 2026 als Preis der Wohnung zum Erstbezug; dieselbe Beschreibung trug die Reihe schon im August 2025.

Neubau bildet sie allerdings kaum ab. Die fünf Werte stehen samt Veränderungsraten bis auf die Nachkommastelle im allgemeinen Verkaufspreisbericht von idealista für August 2026, einschließlich der fehlenden Angabe für Betancuria. Diesen Bericht führt das Portal ausdrücklich als Index für gebrauchte Wohnungen; Neubauprojekte erscheinen getrennt und ohne Preisindex. Eine eigene Neubaureihe für diese Gemeinden war nicht auffindbar. Dass idealista oder Canarias7 eine Aufbereitung verwenden, die öffentlich nicht dokumentiert ist, lässt sich von außen nicht ausschließen. Zur Verkaufsreihe passt auch der Ortsteilwert: Corralejo steht darin bei 3.717 Euro, 12,7 Prozent über August 2025.

Die 29 Prozent von Pájara

Pájara hat den schnellsten Anstieg der Insel — und ist die Gemeinde, in der praktisch kein Neubau angeboten wird: auf yaencontre keines der 33 Inselprojekte, auf idealista keines der 14.

Eine Neubaureihe für Pájara hätte damit kaum eine Grundlage — und wo Neubau gemessen wird, verschiebt bei zwei Dutzend Projekten eine einzige teure Anlage den Gemeindeschnitt. Hinzu kommt: idealista stellte den Index im Juli 2026 um, entfernte saisonale Angebote und berechnete die gesamte Zeitreihe rückwirkend neu. Die Vorjahresbasis der 29 Prozent ist also nicht die 2025 veröffentlichte — damals nannte Canarias7 für Pájara 2.745 Euro im Juli 2025, für La Oliva 3.304 Euro.

Was wirklich gebaut wird

Gebaut wird im Norden. Das Colegio Oficial de Arquitectos de Fuerteventura registrierte 2024 nach Angaben des Diario de Fuerteventura 363 Vorgänge. COAF-Präsident Jorge Arribas führte den Bauboom in La Oliva gegenüber derselben Zeitung auf das movimiento turístico extrahotelero zurück, die touristische Vermietung außerhalb der Hotellerie: Villen in Lajares und Villaverde, Anlagen in El Cotillo und Corralejo. Für eine durchschnittliche Familie sei der Quadratmeterpreis un coste inasumible, untragbar.

Neubau steigt schneller als Bestand, aber nur wenig: Der Wohnungspreisindex des ISTAC wies für die Kanaren im ersten Quartal 2026 bei Neubauten 12,0 Prozent Jahreszuwachs aus, bei gebrauchten 10,6 Prozent — die 12,7 bis 29 Prozent der Gemeinden Fuerteventuras liegen weit darüber.

Wer dort sucht

Wer in Pájara sucht, kommt meist nicht von der Insel. Nach einer Auswertung von idealista für das erste Quartal 2026, über die Canarias7 am 29. August 2026 berichtete, waren dort 52,6 Prozent der Wohnungsnachfrage ausländisch — der zweithöchste Wert aller kanarischen Gemeinden. In Antigua 46,5 Prozent, in der Provinz Las Palmas 20,3 Prozent, angeführt von Deutschen.

Das ist Suchnachfrage auf einem Portal, nicht Eigentum; niemand behauptet in diesen Daten, ausländische Käufer trieben die Preise. Der Cabildo de Fuerteventura setzt einen anderen Akzent: Am 8. August 2026 schlug er für den kanarischen Wohnungsplan 2026 bis 2030 vor, geförderte Wohnungen und Mietbeihilfen an ein Ansässigkeitskriterium zu binden. Öffentlich gebaut wird anderswo: 224 geförderte Wohnungen in dieser Legislaturperiode, 125 in La Oliva, 99 in Puerto del Rosario, keine in Pájara (Cabildo und Landesregierung, 29. Mai 2026).

Einkommen, und ein engerer Rahmen

Gegen 3.680 Euro steht ein Einkommen unter dem kanarischen Durchschnitt — und der ist der niedrigste Spaniens. Im Atlas de Distribución de Renta de los Hogares des INE für 2023, veröffentlicht am 21. Oktober 2025, kamen die Kanaren auf 13.595 Euro je Person gegen 15.036 Euro in Spanien. Je Haushalt weist eine Auswertung desselben Atlas durch CCOO Canarias vom 27. November 2025 für die Insel Fuerteventura 35.381 Euro aus, für die Kanaren 36.370 Euro; Gemeindewerte sind für 2023 nicht veröffentlicht. 80 Quadratmeter zum La-Oliva-Preis sind rund 294.000 Euro vor Steuern — gut das Achtfache eines Haushaltsjahreseinkommens.

Zugleich wird der Rahmen enger. Der neue Plan General von Pájara streicht nach Darstellung der Gemeinde von Ende Juli 2026 über 12.000 vorgesehene touristische Betten, stuft mehr als 1,2 Millionen Quadratmeter Bauland zurück und schützt rund 90 Prozent des Gemeindegebiets; Urbanismo-Stadtrat Alexis Alonso fasste das Ziel so zusammen: nicht mehr wachsen, sondern besser. Ob ein kleineres künftiges Angebot die Preise dämpft oder stützt, ist offen.