Was fordert die PSOE in Gáldar?
Mieter geschützter Wohnungen sollen Eigentümer werden können, verlangt die PSOE-Gruppe in Gáldar von der Regierung der Kanaren. So lautet der Titel des Berichts von infonortedigital.
Den Wortlaut des Antrags, das Abstimmungsergebnis und das Datum der Sitzung konnte die Recherche nicht bestätigen. Ebenso offen ist, welche Siedlungen und wie viele Familien gemeint sind.
Der Antrag im Gemeinderat ist eine politische Aufforderung und bindet die Kanarenregierung nicht. Eine Antwort aus der Regierung liegt nach den Recherchen nicht vor.
Für Urlauber im Süden ändert sich nichts. Auch wer nicht in einer geschützten Mietwohnung lebt, muss nichts tun.
Was erlaubt das Dekret von 2023 den Mietern?
Halber Preis: Das Decreto 1/2023 gibt Käufern 50 Prozent Rabatt auf den Referenzpreis. Der Consejo de Gobierno (Regierungsrat der Kanaren) beschloss es am 19. Januar 2023, wie RTVC berichtet.
Das Dekret erfasst rund 10.500 Mieterfamilien. Bereits gezahlte Mieten ziehen die Behörden vom Restbetrag ab.
Die Wohnung muss älter als 25 Jahre sein. Der Mietvertrag muss vor dem dritten Wohnungsplan von 1996 entstanden sein, ein Kaufvertrag vor dem ersten Plan von 1988 bis 1991.
Die Familie wohnt dauerhaft in der Wohnung, und kein Haushaltsmitglied besitzt eine andere Immobilie. Die Gemeinschaftskosten sind bezahlt, dazu kommt eine Hausratversicherung mindestens gegen Brand und Katastrophenrisiken.
Mieter müssen ausserdem mindestens 35 Prozent der Miete oder 50 Prozent des Kaufpreises schon gezahlt haben. Die Käufer tragen die Kosten selbst, der Rabatt ist ein Preisnachlass der öffentlichen Hand.
Wie läuft der Kauf ab, und was gilt für Gáldar?
Wer berechtigt ist, bekommt ein Angebot vom ICAVI, dem kanarischen Wohnungsinstitut (Instituto Canario de la Vivienda). Das Angebot folgt auf die Veröffentlichung im BOC (Amtsblatt der Kanaren), danach bleiben 12 Monate für den Kaufantrag.
Die Regierung plante 2023 vierteljährliche Aufrufe. Im ersten Aufruf waren laut RTVC vom 8. März 2023 genau 1.486 Familien berechtigt, 853 in der Provinz Las Palmas und 633 in der Provinz Teneriffa.
Wie viele Familien seither gekauft haben, liess sich nicht ermitteln. Ebenso fehlen Zahlen dazu, ob das Dekret in Gáldar angewendet wurde.
Antragsschritte und Fristen speziell für Gáldar sind nicht veröffentlicht. Wer dort zur Miete in einer geschützten Wohnung lebt, fragt am besten beim Ayuntamiento (Gemeindeverwaltung) oder beim ICAVI nach.
Warum ist geschützter Wohnraum so knapp?
Nur 36 Schutzwohnungen pro Jahr wurden seit 2019 auf den Kanaren im Schnitt fertig, in den späten 1990ern waren es über 4.000. Das wertet Moncloa am 18. Oktober 2026 aus.
Von 2019 bis 2023 kamen insgesamt nur 268 Wohnungen zusammen. Seit etwa 2023 wurde laut dieser Medienauswertung keine mehr fertig, ein Primärdatum ist das nicht, und damit liegen die Kanaren am Ende der spanischen Regionen.
Rund 34.272 Menschen stehen im Register der Wohnungssuchenden, vor fünf Jahren waren es etwa 17.000. Das geht aus Angaben der Kanarenregierung und Medien hervor, die nur als Suchvorschau vorlagen.
Die Durchschnittsmiete liegt laut RTVC vom 19. Oktober 2026 bei 1.211 Euro im Monat. Das sind 8,81 Prozent mehr als Ende 2025, gemessen im Barómetro des dritten Quartals 2026.
Wie viele neue Schutzwohnungen entstehen in Gáldar?
In El Roque entstehen 26 Schutzwohnungen mit 26 Stellplätzen, meldet RTVC am 9. Oktober 2026 zum Start des Verfahrens. Sie kommen auf Parzelle M-18 an der Calle José de Sosa 84–92.
Der geschätzte Wert dieses Baus beträgt 5.084.525,48 Euro, das Gesamtprojekt kostet 26.258.717,45 Euro. Die Behörde erklärte das Verfahren für dringlich.
Die Wohnungen gehören zu 126 Einheiten auf Gran Canaria: Gáldar 52, Santa María de Guía 45, Casa Pastores 21 und Santa Lucía de Tirajana 8. Finanziert wird mit EU-Mitteln Next Generation, dem ICAVI und dem Wohnungskonsortium von Gran Canaria.
Eine weitere Quelle nennt für 26 Wohnungen die Parzelle M-19 in der Urbanisation San Isidro. Ob es um dieselben Wohnungen geht, ist unbestätigt.
In Caideros de Gáldar baut die Regierung laut einer Suchvorschau 7 Schutzwohnungen, der Baufortschritt liegt bei etwa 80 Prozent. Mietmodell und Vergabefristen für die neuen Wohnungen sind nicht bestätigt.
Wie geht es für Mieter geschützter Wohnungen weiter?
Private Schutzwohnungen zur Miete könnte es bald erstmals geben: Der Plan de Vivienda de Canarias 2026–2030 war laut Suchvorschauen in öffentlicher Konsultation. Er sieht sie mit Mindestlaufzeit von 10 oder 25 Jahren und gegebenenfalls Kaufoption vor.
Das Dekret von 2023 gilt nur für Altbestand. Ob der neue Plan Mietern neuerer Wohnungen einen Kaufweg öffnet, ist nicht bestätigt, und die Reaktion der Kanarenregierung auf Gáldars Antrag steht aus.