Was ändert sich für Urlauber und Residenten?

Für Urlauber im Süden von Gran Canaria ändert sich durch den Termin am 11. November nichts. Carrizal de Ingenio liegt im Südosten der Insel, und die vorliegenden Berichte nennen weder Sperrungen noch Folgen für Verkehr oder Unterkünfte.

Betroffen sind acht Familien, die laut Derecho al Techo seit Jahren in einem Gebäude im Ort wohnen. Sie haben nach Angaben der Organisation keine andere Bleibe.

Mieter und Bewohner auf Gran Canaria können aus dem Fall vor allem eines ablesen: Ob eine Räumung gestoppt wird, hängt von zwei Dingen ab. Das Gericht muss Sozialberichte einholen, und die Behörden müssen eine Ersatzwohnung finden.

Welche Rechte und Fristen im Einzelfall gelten, liess sich aus keiner amtlichen Quelle bestätigen. Antragsschritte gibt es hier deshalb nicht.

Was ist am 11. November in Carrizal de Ingenio geplant?

Das Räumungsverfahren ist für den 11. November um 9.30 Uhr angesetzt, wie Derecho al Techo mitteilt. Carrizal de Ingenio ist ein Ortsteil der Gemeinde Ingenio im Südosten von Gran Canaria.

Unter den möglichen Betroffenen sind Minderjährige und Menschen mit Behinderung. Wie viele es sind, nannte die Organisation nicht.

Alle Kinder gehen zur Schule, und die Familien pflegen Bindungen zu Nachbarschaft und Gemeinschaft im Viertel. Derecho al Techo warnt, eine Räumung könne sie aus ihrem gewohnten Umfeld reissen.

Die Familien leben nach Angaben der Organisation seit Jahren in prekären Wohnverhältnissen im Gebäude. Vor etwa einem Jahr kamen laut der Beschwerde sogar private Firmen vorbei, die Häuser von Besetzern räumen (desokupación).

Wer steht hinter dem Verfahren, und was wird gefordert?

Derecho al Techo nennt die Firma XiZdecor als Antreiberin der Gerichtsverfahren und bezeichnet sie als «gran tenedora», also als Grossbesitzerin von Immobilien. Das ist die Darstellung der Organisation; eine Stellungnahme der Firma liegt nicht vor.

Die Organisation kritisiert, dass anfangs keine Sozialberichte angefordert wurden. Sie verlangt, dass diese Dokumente in die Gerichtsakte kommen, bevor jemand über die Räumung entscheidet.

Zudem fordert Derecho al Techo, keine Räumung ohne geprüfte Berichte zur Schutzbedürftigkeit auszuführen. Ausserdem müsse für alle Betroffenen eine würdige Ersatzwohnung gesichert sein.

Die Verantwortung für Wohnungsnotfälle liegt nach Ansicht der Organisation bei den öffentlichen Verwaltungen. Sie dürfe nicht auf den Familien oder den begleitenden Vereinen lasten.

Wie liefen ähnliche Fälle auf Gran Canaria ab?

Derecho al Techo zählt für Oktober 33 angesetzte Räumungen auf Gran Canaria. Die Organisation beendete am 4. Oktober ein sechstägiges Camp auf der Plaza de La Feria in Las Palmas und kündigte an, es nun mit Druck aus der Bevölkerung zu versuchen.

Davon zu trennen ist ein anderer Fall in Las Palmas. Dort setzte ein Gericht um den 7. Oktober acht Räumungen in der Calle Nicolás Estévanez 8 aus, nachdem die Gesellschaft Sareb mit öffentlichem Kapital dies beantragt hatte.

In Ingenio selbst verschob das Gericht in Telde die Räumung einer Familie mit sechs Kindern zwischen September und November 2025 mehrfach. Es nahm das Verfahren wieder auf, setzte es aus und ordnete es erneut an.

Bis Februar 2026 hatte diese Familie ein neues Zuhause in Ingenio, mit Hilfe von Derecho al Techo, der Fundación Hiperdino und der Gemeindeverwaltung. Der Fall zeigt, dass Ausgänge in Ingenio unterschiedlich ausfielen, über Carrizal sagt er nichts.

Auf den Kanaren gab es im zweiten Quartal 2026 laut dem nationalen Justizrat CGPJ 167 Räumungen, gegenüber 406 im Vorjahresquartal. Der CGPJ warnt zugleich, dass nicht jede gezählte Räumung eine erzwungene Haushaltsräumung ist, weil auch freiwillige Übergaben und alle Immobilienarten mitzählen.

Was ist noch offen, und was kommt als Nächstes?

Ob die Räumung am 11. November um 9.30 Uhr stattfindet, ist am 5. November unbekannt. Verschiebung und Aussetzung bleiben möglich.

Gericht, Aktenzeichen, Verfahrensart und Rechtsgrundlage von XiZdecor wurden nicht veröffentlicht. Ebenso unklar ist, ob die Firma das Gebäude besitzt oder vermietet.

Eine Stellungnahme der Gemeindeverwaltung von Ingenio, der Kanarenregierung oder der Gerichte liegt nicht vor. Auch die Zahl der Minderjährigen, der Menschen mit Behinderung und aller Bewohner des Gebäudes ist offen.

Derecho al Techo verweist auf das neue Dekret Real Decreto-ley 26/2026, genannt «Decreto Maricarmen». Die Quellen widersprechen sich beim Inkrafttreten, und ob es auf Carrizal anwendbar ist, wurde nicht gesagt.