Was wirft die Stadt der Disco vor?
Die Disco La Pequeña Habana soll 3.001 Euro Busse zahlen, so will es das Ayuntamiento (Gemeindeverwaltung) von Las Palmas de Gran Canaria. Grund ist laut einer Resolution, dass das Lokal über die erlaubte Zeit hinaus offen blieb.
Als die Policía Local am Freitag, 23. Oktober 2026, um 8.10 Uhr kam, lief der Betrieb bei geschlossenen Türen weiter. Sechs Gäste waren im Lokal, obwohl die Erlaubnis (declaración responsable) nur von 18.00 bis 06.00 Uhr gilt.
Die Stadt schlägt den tiefsten möglichen Betrag vor: Der Rahmen liegt laut Resolution bei 3.001 bis 15.000 Euro. Das Ayuntamiento stuft den Fall als schwere Verletzung des Gesetzes 7/2011 vom 5. April über klassifizierte Aktivitäten und öffentliche Veranstaltungen ein.
Die Resolution nennt zusätzlich eine mögliche Verkürzung der Öffnungszeit, eine vorübergehende Aussetzung der Tätigkeit oder drei Monate Lizenzentzug. Ob die Stadt eine dieser Massnahmen verhängt, ist nicht bekannt.
Was fand die Polizei am selben Morgen?
Neun Päckchen einer weissen Substanz, offenbar Kokain, fanden die Beamten der Policía Nacional versteckt in einem Papierkorb im Bad. Sie betraten das Lokal am 23. Oktober laut Berichten gegen 8.00 Uhr.
Das Gewicht lag laut Bericht bei etwa 5,2 Gramm, dazu kamen 1.407 Euro Bargeld, teils hinter der Bar versteckt. Die Polizei nahm eine Verantwortliche des Lokals wegen mutmasslichen Drogenhandels fest, ihr Name wurde nicht genannt.
Eine zweite Person mit einem ähnlichen Päckchen erhielt eine Verwaltungsanzeige wegen Besitzes. Verurteilt ist bisher niemand, es handelt sich um eine Festnahme.
Parallel hielt die Policía Local Mängel an den Notausgängen fest. Eine Stellungnahme des Lokals zu den Vorwürfen liegt nicht vor.
Warum wurde die Schliessung kurz zuvor aufgehoben?
Am 8. Oktober 2026 verfügte die Dirección General de Edificación y Actividades die Schliessung (Resolution Nr. 35392/2026). Das Lokal bekam zwei Tage Frist, danach drohte die Versiegelung.
Der Grund: Das technische Zertifikat, das die Behebung von drei Mängeln belegt, fehlte. Es ging um die Notbeleuchtung, die Fluchttür und ein fehlendes Schild mit der maximalen Personenzahl.
Am 23. Oktober um 10.00 Uhr hob das Ayuntamiento die Verfügung wieder auf. Das Zertifikat war laut Bericht bereits am 22. September eingegangen, aber nicht registriert worden.
Ein interner Bericht vom 20. Oktober hatte die Aufhebung empfohlen. Ob die Schliessung zwischen dem 8. und dem 23. Oktober durchgesetzt wurde, ist unklar.
Wer entscheidet über die Busse?
Die Gemeinde entscheidet: Nach Artikel 10.4 des kanarischen Gesetzes 7/2011 darf sie Sanktionen verhängen. Das Gesetz erschien im BOC (Amtsblatt der Kanaren) Nr. 77 vom 15. April 2011.
Laut Gesetz darf die Gemeinde eine Lizenz als Sanktion entziehen oder als vorläufige Massnahme aussetzen. Das regeln die Artikel 31.1.c und 31.3.
Die Höhe der Bussgeldstufen stammt hier aus der Resolution, wie sie berichtet wurde. Den Gesetzestext zu Öffnungszeiten und Bussgeldern konnten wir nicht wörtlich prüfen.
Was ändert sich für Urlauber im Süden?
Für Gäste im Süden der Insel ändert sich nichts, denn der Fall betrifft ein Lokal in Las Palmas. Es liegt laut Bericht in der Calle Fernando Guanarteme 45 nahe der Plazoleta Farray.
Das Lokal ist nicht geschlossen, die Busse ist ein Vorschlag aus einem laufenden Verfahren. Wer hingehen möchte, fragt die Öffnungszeiten besser beim Betreiber nach.
Verzeichniseinträge zeigen andere Zeiten als die Erlaubnis und sind keine amtliche Angabe. Der Fall zeigt, dass die Stadt Öffnungszeiten, Notausgänge und Kapazitätsschilder prüft und bei Mängeln ein Lokal zur Schliessung auffordern kann.
Eine Empfehlung für Besucher hat das Ayuntamiento nicht veröffentlicht. Neue Regeln für Clubs in anderen Gemeinden sind nicht bekannt.
Wie geht es weiter?
Das Lokal kann die Busse um 20 Prozent senken, wenn es seine Verantwortung anerkennt. Das wären rechnerisch etwa 2.400,80 Euro, und das Lokal verzichtet dann laut Resolution auf Rechtsmittel.
Ob das Lokal annimmt oder Widerspruch einlegt, ist offen. Eine Frist nennt der Bericht nicht, ebenso wenig einen nächsten Termin zum Stand der Lizenz.
Ob ein Strafverfahren gegen die Festgenommene läuft, ist ebenfalls nicht bekannt. Anwohner klagen laut Berichten seit Längerem über Lärm und Menschenansammlungen, Beschwerden reichen bis August 2018 zurück.