Zwanzig Euro tanzen, fünf Euro zuschauen
Normalerweise zahlt das Publikum. Bei MASDANZA Junior ist die teuerste der drei Karten die, bei der man selbst arbeitet. Die „Entrada Masterclass“ kostet 20,00 Euro und umfasst laut Beschreibung „Zugang zur Bühne und die Teilnahme an der Masterclass“. Die „Entrada General“ kostet 5,00 Euro für „die Anwesenheit, um die Masterclass als Publikum von der Bestuhlung aus zu verfolgen“; eine dritte Karte zum selben Preis ist für Menschen mit eingeschränkter Mobilität reserviert. Die angekündigten Preise sind aber nicht die Endpreise: Das Kaufformular schlägt auf die Masterclass zehn Prozent Gebühr auf, also 2,00 Euro, auf jeden Zuschauerplatz pauschal 0,90 Euro. Der Abstand ist damit nicht das Vierfache, sondern das 3,7-Fache.
Wer mitmachen darf, und was die Eltern unterschreiben
Die Altersgrenze ist veröffentlicht und eng: 12 bis 17 Jahre. Die Ticketseite stellt fest, dass alle Teilnehmenden minderjährig sind und eine Einverständniserklärung brauchen; das Formular ist dort verlinkt. Es verlangt die Daten von Eltern und Kind sowie zwei Notfallnummern und ist auf Verlangen mit dem Ausweis des Erwachsenen vorzulegen. Zwei Punkte sollten Eltern vor dem Kauf lesen: Nach Ziffer 3 übernimmt die Organisation keine Obhut über das Kind, solange sie keinen Betreuungsdienst einrichtet. Und das Formular enthält eine Einwilligung in Fotos und Videoaufnahmen des Kindes für die Kommunikation des Festivals — unentgeltlich, auf Festivalzwecke begrenzt, für künftige Nutzungen widerrufbar.
Was die fünf Euro zeigen, und was nicht
Hier liegt das größte Missverständnis dieses Termins: Es gibt keine Vorstellung. Wer 5 Euro zahlt, sieht nach der Beschreibung des Shops die Masterclass selbst — zwei Stunden Unterricht von der Bestuhlung aus. Eine Abschlussvorführung oder ein eigener Beginn für das Publikum innerhalb des Fensters von 18.00 bis 20.00 Uhr ist weder auf der Ticketseite noch im Programmheft veröffentlicht; Publikum und Teilnehmer kommen ab 17.30 Uhr zur gleichen Zeit. Auch das Niveau bleibt offen: Angekündigt sind Technik, Vielseitigkeit, Bühnenpräsenz und künstlerische Identität in einer Mischung mehrerer Stile, aber keine Vorkenntnisse und keine Gruppen. Darío Sáez, 1994 in Madrid geboren, unterrichtet laut Maspalomas Ahora seit mehr als zehn Jahren und arbeitet in Hip-Hop, Jazz Funk, Commercial und Heels.
Kaufen: nur online, ohne veröffentlichte Frist
Verkauft wird auf tickety.es/event/masdanza-junior; das Festival verlinkt von seiner Seite „Teatros“ dorthin und führt den Termin als „ya a la venta“. Am Freitagmorgen bot das Kaufformular alle drei Kartenarten an. Der Zuschauerplatz ist ein nummerierter Sitz, der im Saalplan gewählt wird; wie viele dort frei sind, ist nicht veröffentlicht. Das Registro de Espacios Culturales de Canarias führt die Sala Gabriel Rodó mit 350 Plätzen; wie viele Karten das Festival anbietet, nennt es nicht. Eine Verkaufsfrist fehlt ebenfalls: Es gibt keine Uhrzeit, ab der der Online-Verkauf schließt. Wer dem gedruckten Heft folgt, sei gewarnt: Dessen allgemeine Zeile nennt neben der Website die „Taquillas de los teatros“. Für diesen Termin gilt das nach der Ticketseite nicht.
Das Festival: 31. Ausgabe, 1. bis 24. Oktober
MASDANZA, das Festival Internacional de Danza Contemporánea de Canarias, läuft 2026 vom 1. bis 24. Oktober in seiner 31. Ausgabe, und der Junior-Termin steht im offiziellen Programm — als einer der Ausbildungstermine, nicht als Veranstaltung am Rande. Der Schwerpunkt liegt in Las Palmas de Gran Canaria: Eröffnung am 1. Oktober in der Casa África, Teatro Guiniguada am 7., 9. und 10. Oktober, die beiden Wettbewerbe am 15. und 16. Oktober im Teatro Pérez Galdós, die Gala der Gewinner am 17. und die Abschlussgala am 24. Oktober im Teatro Cuyás. Dazu Maspalomas am 10., Teneriffa am 18., Agüimes am 22. und Santa Brígida am 23. Oktober. Laut masdanza.com sind 6.000 Euro im Certamen Coreográfico und 4.000 Euro im Certamen de Solos als erste Preise ausgeschrieben.