Manche Häuser sind mehr als ein Hotel — sie sind ein Stück Geschichte. Das Gran Hotel Taoro gehört dazu. Als ältestes Luxushotel Spaniens hat es über Generationen Reisende empfangen, die schon damals wussten, warum sie den weiten Weg auf die Kanaren machten: wegen des milden Lichts, der Gärten, die seit über hundert Jahren wachsen, und dieses Blicks, der an klaren Tagen vom blauen Atlantik bis hinauf zum schneelosen Gipfel des Teide reicht.

Lange stand die Grande Dame eher für die Vergangenheit als für die Gegenwart. Jetzt kehrt sie zurück — und zwar mit einer klugen Idee. Statt einfach wieder Zimmer zu vermieten, macht sich das Taoro zum Ziel, zu dem man auch dann fährt, wenn man gar nicht übernachtet. Der Schlüssel dazu liegt auf dem Teller.

Amalur: baskisch-kanarisch, zum Verlieben

Das Herzstück ist das Amalur, ein zeitgenössisches Bistro von Küchenchef Erlantz Gorostiza. Hier treffen zwei Küchen aufeinander, die erstaunlich gut zusammenpassen: die baskische, die für Produkt und Präzision steht, und die kanarische, die es warm und bodenständig mag.

Das schmeckt man. Kroketten von Knoblauchgarnelen, knusprig außen, cremig innen. Geschmorte Brioche mit Zitrusbutter, die man am liebsten allein essen würde. Ein Steak Tartar, wie es sein soll. Bällchen vom schwarzen Kanarenschwein, so zart, dass sie fast von selbst zerfallen. Und rote Garnelen, die mit einem Hauch Sobrasada Feuer bekommen. Es ist die Art Küche, bei der man sich am Tisch anschaut und nickt — nichts Kompliziertes, alles genau richtig.

Der ideale Einstieg Wer das Taoro zum ersten Mal besucht, ist im Amalur gut aufgehoben: Bistro-Atmosphäre, keine Berührungsängste — und trotzdem eine Küche auf hohem Niveau. Ein Tisch am frühen Abend, dazu ein Glas kanarischer Weißwein, und der Abend hat einen guten Anfang.

Oka: Japan mit Teide-Blick

Wer es leiser und feiner mag, geht ins Oka. Das japanische Konzept geht auf eine Idee von Ricardo Sanz zurück, einen der bekanntesten Namen der japanisch-mediterranen Küche in Spanien, und wird vor Ort von Emiliano Liska umgesetzt. Im Mittelpunkt steht die Sushi-Bar, an der man am liebsten Platz nimmt und dem Messer bei der Arbeit zusieht.

Die Karte reicht von einem klaren Fisch-Dashi über Jakobsmuschel-Sashimi und ein Tatar von leicht scharfem Thunfisch bis zur geschmorten Wagyu-Backe, die im Mund verschwindet. Wer sich treiben lassen möchte, wählt das Omakase: Dann entscheidet die Küche, und man muss nur noch genießen. Japan, serviert mit Blick auf den Vulkan — das gibt es nicht an jeder Ecke.

Lava: der große Abend

Für den besonderen Anlass gibt es Lava, das Menü-Restaurant von Erlantz Gorostiza. Hier läuft die Küche zur Höchstform auf: ein Gang nach dem anderen, kreativ und mutig, zwischen Kanaren, Baskenland und der weiten Welt. Meeresfrüchte, Gemüse aus dem eigenen Kulturkreis, ein Spiel mit Foie gras und Wagyu. Lava ist der Ort für den Abend, an dem man sich Zeit nimmt, ein gutes Glas Wein bestellt und sich einfach überraschen lässt.

La Carola: barfuß am Pool

Und dann ist da noch La Carola, das entspannteste der vier. Am Pool gelegen, mit mediterraner Leichtigkeit und einem Augenzwinkern Richtung Peru: Pulpo-Causa, Ceviche, ein Tiradito vom Thunfisch, ein Reisgericht mit Hummer. Das ist die Küche für den langen Nachmittag, für den Aperitif mit Meerblick, für den Moment, in dem man nirgendwo anders sein möchte.

Für den entspannten Nachmittag Für einen ersten, lockeren Besuch ohne großes Menü ist La Carola perfekt — Sonne, Meerblick, ein Ceviche und ein kaltes Glas. Wer den Sonnenuntergang mitnehmen will, reserviert am besten für den späten Nachmittag.

Warum sich die Fahrt in den Norden lohnt

Puerto de la Cruz galt lange als Klassiker mit Tradition, aber ohne große Gourmet-Strahlkraft — die spannenden Küchen vermutete man eher im Süden oder in der Hauptstadt. Mit dem Taoro ändert sich das. Vier Konzepte an einem Ort, von locker bis festlich, machen den Norden Teneriffas auf einen Schlag zu einer Adresse, über die man reden wird.

Das Schöne daran: Man muss kein Hotelgast sein. Ein Abend im Taoro lässt sich wunderbar mit einem Spaziergang durch die alten Gassen von Puerto de la Cruz verbinden, mit einem Bad im Meerwasserbecken oder einem Sonnenuntergang an der Küste. Wer aus dem Süden oder aus der Hauptstadt kommt, plant am besten den ganzen Nachmittag ein — die Fahrt in den Norden ist Teil des Vergnügens.

Gut zu wissen Öffnungszeiten, Karten und die Frage nach einer Reservierung ändern sich gerade in einer Neueröffnungsphase häufig. Ein kurzer Blick vorab spart Enttäuschungen — vor allem am Wochenende und für die beliebten Tische mit Aussicht. Angaben können sich kurzfristig ändern.

Häufige Fragen

Wo genau liegt das Gran Hotel Taoro?
Oberhalb von Puerto de la Cruz im Norden Teneriffas, umgeben von den historischen Taoro-Gärten, mit Blick auf Atlantik und Teide.
Muss ich Hotelgast sein, um dort zu essen?
Nein. Die vier Restaurants richten sich an ein breites Publikum — von der lockeren Pool-Küche im La Carola bis zum Degustationsmenü im Lava.
Welches Restaurant passt zu welchem Anlass?
Amalur für den unkomplizierten, guten Abend; Oka für Sushi und feine japanische Küche; Lava für den großen, festlichen Moment; La Carola für den entspannten Nachmittag am Pool.
Wer steht am Herd?
Küchenchef Erlantz Gorostiza verantwortet Amalur und Lava; das japanische Oka geht auf eine Idee von Ricardo Sanz zurück und wird von Emiliano Liska umgesetzt.
Sollte ich reservieren?
Gerade in der Anfangszeit und am Wochenende ist eine Reservierung sehr zu empfehlen.

Stand 11.07.2026. Angaben nach Berichterstattung kanarischer Medien. Öffnungszeiten, Karten und Angebot können sich in der Neueröffnungsphase ändern und erfolgen ohne Gewähr; eine Reservierung wird empfohlen.