Drei Instrumente, drei Behörden

Das Wort Warnung deckt auf den Kanaren drei getrennte Verfahren ab. Der aviso por riesgo para la salud stammt von der Dirección General de Salud Pública des SCS, gehört zum Plan de vigilancia y prevención frente al calor de Canarias und wird ausgelöst, wenn in einer MeteoSalud-Zone die Schwellen für die Höchsttemperatur überschritten werden — nach Angaben der Behörde auf Grundlage von Daten von AEMET und dem Gesundheitsministerium. Der aviso von AEMET ist rein meteorologisch, nach dem Meteoalerta-Plan. Die alerta der Dirección General de Emergencias ist Zivilschutz, nach dem Plan PEFMA. Am 12. September ist nur das erste aktiv.

Welche Zonen betroffen sind — und welche nicht

Die Mitteilung benennt Zonen, keine Inseln. Stufe 2 gilt auf Gran Canaria für die Zonen Las Palmas de Gran Canaria und Telde, auf Teneriffa für Santa Cruz de Tenerife–El Rosario, auf Lanzarote für die Zone Lanzarote, die die ganze Insel umfasst; Stufe 1 für die Zone Fuerteventura, ebenfalls die ganze Insel. Norden, Cumbres, Süden und Westen der beiden großen Inseln sind nicht erfasst — auch dort nicht, wo die Vorhersage höhere Werte zeigt als in der Hauptstadt. Ein Enddatum nennt die Behörde nicht.

Was Orange nach Angaben der Gesundheitsbehörde bedeutet

Stufe 2 steht nach deren Definition für ein „mäßiges Risiko in der gefährdeten Bevölkerung“ — Menschen über 65 oder mit Risikofaktoren für Hitzewirkungen — und für die Allgemeinbevölkerung bei längerer Sonnenexposition; für über 65-Jährige mit zusätzlichen Risikofaktoren nennt sie ein „erhöhtes Risiko“. Stufe 1 bedeutet ein „leichtes Risiko in der gefährdeten Bevölkerung“. Empfohlen werden: anstrengende Aktivitäten im Freien umplanen, so lange wie möglich an kühlen Orten bleiben, bei kulturell-religiösen Veranstaltungen Schutzmaßnahmen ergreifen und auf Hitzesymptome bei Teilnehmenden achten.

Was AEMET tatsächlich vorhersagt

AEMET teilte am 12. September mit, die Temperaturen lägen ab Sonntag in vielen Zonen „zwischen 5 und 10 °C über den für diese Tage normalen Werten“. Der Anstieg verteilt sich ungleich. In der Gemeindevorhersage vom 12. September, 7:11 Uhr, erreicht der Sonntag archipelweit höchstens 34 Grad; in den gewarnten Zonen bleibt er darunter — Santa Cruz de Tenerife und Arrecife je 32, Telde 31, Las Palmas de Gran Canaria und El Rosario je 28 Grad. Der Höhepunkt kommt später: am Dienstag 37 Grad in Arrecife und Tías, 39 in San Bartolomé auf Lanzarote. Für Montag erwartet die Gesundheitsbehörde Calima in den Medianías und auf den Ostinseln; sie senke die Luftfeuchtigkeit und verändere die Wahrnehmung der tatsächlichen Temperatur. Gewitter sind nicht vorhergesagt.

Waldbrandstufe, Zivilschutz — und der Sommer davor

Die Waldbrandstufe ist mit der Gesundheitswarnung nicht gestiegen, sondern zuvor gefallen: Die Dirección General de Emergencias beendete die alerta für El Hierro, La Palma, Teneriffa, La Gomera und Gran Canaria am 11. September um 7 Uhr, weil Temperatur, Luftfeuchte, Wind und Zustand der Brennstoffe sie nicht mehr trugen. Die fünf Inseln bleiben in der prealerta, die seit dem 1. Juni für die Saison gilt. Zur Einordnung: Das System MoMo des Instituto de Salud Carlos III schätzte zum 31. August 89 hitzebedingte Todesfälle auf den Kanaren seit dem 15. Mai, nach 129 im gleichen Zeitraum 2025 — eine statistische Schätzung, keine Zählung bescheinigter Todesursachen.