Welche Folgen hat die Prognose für Urlauber aus Deutschland und Europa?

Die BBVA-Prognose enthält keine unmittelbaren Preisänderungen, Einreisebestimmungen oder neuen Abgaben. Für Urlauber aus Deutschland, Grossbritannien und anderen europäischen Ländern ändert sich kurzfristig nichts an der Buchung oder Einreise.

Langfristig könnte das geringere Wachstum jedoch das Angebot an Direktflügen beeinträchtigen. BBVA Research nennt höhere Urlaubskosten, bereits hohe Auslastung und Schwierigkeiten beim Abbau der Saisonabhängigkeit als Bremsen für den Tourismus.

Für 2027 erwartet BBVA Research zudem eine Normalisierung konkurrierender Reiseziele. Reisende könnten teilweise zu Märkten zurückkehren, die zuvor vom Krieg im Nahen Osten betroffen waren, oder weniger überfüllte Ziele bevorzugen.

Wie entwickelt sich der Tourismus aktuell auf den Kanaren?

Die jüngsten verfügbaren Daten des Instituto Canario de Estadística (ISTAC, kanarisches Statistikamt) zeigen für August 2026 rund 1,5 Millionen Touristen. Das sind 20.737 Personen oder 1,4 Prozent mehr als im August 2025.

Gleichzeitig sank die Zahl der verfügbaren Ferienwohnungen deutlich. Im August 2026 waren 40.837 Ferienwohnungen verfügbar, 14 Prozent weniger als im August 2025. Das deutet auf ein knapperes Angebot im Beherbergungssektor hin.

Warum verliert der Tourismus als Wachstumsmotor an Kraft?

BBVA Research nennt mehrere Faktoren, die das Wachstum bremsen. Dazu gehören höhere Urlaubskosten, bereits sehr hohe Auslastung und die Schwierigkeit, Touristen gleichmässiger über das Jahr zu verteilen.

Auch der fehlende bezahlbare Wohnraum und eine nachlassende Zuwanderung begrenzen laut dem Bericht die Fähigkeit des Tourismussektors, weiter zu expandieren. Die Beschäftigung soll 2026 und 2027 weiter steigen, laut Canarias7 jeweils ungefähr um 2 Prozent, jedoch langsamer als in den Vorjahren.

Für 2027 könnte die erwartete Normalisierung konkurrierender Reiseziele die Kanaren zusätzlich belasten. Reisende könnten zuvor vom Krieg im Nahen Osten betroffene Märkte wieder ansteuern oder weniger überfüllte Ziele bevorzugen.

Wie steht die kanarische Regierung zum Tourismus?

Die Viceconsejería de Economía e Internacionalización des Gobierno de Canarias rechnet für 2025 mit einem realen BIP-Wachstum von 2,9 Prozent und für 2026 mit 1,9 Prozent. Das geht aus dem Dokument zum Haushalt der Autonomen Gemeinschaft hervor.

Das Gobierno de Canarias sieht den Tourismus weiterhin als wichtigsten Träger des Wachstums 2026. Die zuständige Consejería de Turismo y Empleo und die öffentliche Gesellschaft Turismo de Islas Canarias verwalten die Tourismuspolitik.

Der Verwaltungsrat von Turismo de Islas Canarias genehmigte den Plan de Actuación 2026. Der Plan umfasst Massnahmen zu Klimaschutz, Premium-Segmenten, Wellness, Events, Flugverbindungen und touristischer Intelligenz.

Welche Folgen hat die Prognose für Bewohner und auf den Inseln lebende Ausländer?

Für Bewohner und auf den Kanaren lebende Ausländer ist vor allem das langsamere erwartete Beschäftigungs- und Wirtschaftswachstum relevant. Konkrete individuelle Folgen nennt die Quelle nicht.

Die Beschäftigung soll 2026 und 2027 weiter steigen, laut Canarias7 jeweils ungefähr um 2 Prozent. Das ist langsamer als in den Vorjahren, aber weiterhin ein Zuwachs.

Der fehlende bezahlbare Wohnraum wird im BBVA-Bericht als ein Faktor genannt, der die Expansion des Tourismussektors begrenzt. Eine konkrete Massnahme oder ein neues Programm wird in der Meldung nicht angekündigt.

Welche Fragen bleiben offen und wie geht es weiter?

Offen bleibt, ob sich die BBVA-Prognosen mit der tatsächlichen Tourismusnachfrage, den Preisen und der Entwicklung konkurrierender Reiseziele bestätigen. Die Meldung nennt keine weiteren Entscheidungstermine oder verbindlichen Fristen.

Die nächsten massgeblichen Überprüfungen werden mit neuen Wirtschafts- und Tourismusdaten erfolgen. Ein konkretes Veröffentlichungsdatum wird nicht angegeben.

BBVA Research hatte seine frühere Kanaren-Prognose von 2,4 Prozent im Juni um 0,3 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent für 2026 gesenkt. Für 2027 lägen die Kanaren mit 1,9 Prozent auf demselben prognostizierten Niveau wie die Balearen.