Welche Folgen hat die Prognose für Urlauber aus Deutschland und Europa?
Die Prognose von BBVA Research nennt keine konkreten Flugstreichungen oder Preiserhöhungen für einzelne Verbindungen. Sie beschreibt jedoch, dass gestiegene Reisekosten und bereits hohe Auslastungsquoten das Wachstum des Tourismussektors begrenzen können.
Für Urlauber aus Deutschland, Grossbritannien und anderen europäischen Ländern heisst das: Das Angebot an Direktflügen könnte auf längere Sicht unter Druck geraten, wenn Airlines ihre Kapazitäten an der erwarteten Nachfrage ausrichten. Einen konkreten Zeitplan oder betroffene Strecken nennt der Bericht nicht.
Für 2026 wurde ein Tourismus-Aktionsplan mit einem Volumen von 48,3 Millionen Euro genehmigt.
Wie entwickeln sich die aktuellen Touristenzahlen?
Nach Angaben des Instituto Canario de Estadística (ISTAC, kanarisches Statistikamt) kamen im August 2026 rund 1,5 Millionen Touristen auf die Kanaren. Das waren 20.737 Personen beziehungsweise 1,4 Prozent mehr als im August 2025.
Die Übernachtungen in Hotels und anderen Beherbergungsbetrieben erreichten im August 2026 9,6 Millionen Nächte, ein Plus von 2 Prozent gegenüber August 2025.
Gleichzeitig waren im August 2026 laut ISTAC 40.837 Ferienwohnungen verfügbar, 14 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Diese Zahl deutet auf ein schrumpfendes Angebot im Bereich der vivienda vacacional (Ferienwohnung) hin.
Warum verliert der Tourismus an Schwung?
BBVA Research nennt mehrere Bremsen: gestiegene Reisekosten, bereits hohe Auslastungsquoten und Schwierigkeiten, die Nachfrage stärker über das Jahr zu verteilen. Der Bericht führt ausserdem den Mangel an bezahlbarem Wohnraum und eine nachlassende Zuwanderung als Faktoren an, die die Expansion des Tourismussektors begrenzen können.
Für 2027 erwartet BBVA Research eine teilweise Rückkehr von Reisenden in konkurrierende Destinationen, die derzeit vom Krieg im Nahen Osten betroffen sind. Zudem rechnet der Bericht mit einer stärkeren Nachfrage nach weniger überlaufenen Reisezielen.
Der Bericht stellt dies als Prognosebestandteil dar, nicht als bereits eingetretene Entwicklung. Die verfügbaren Quellen nennen dafür keine verbindlichen Massnahmen oder weiteren Termine.
Welche Auswirkungen ergeben sich für Einwohner und ausländische Bewohner?
Die Meldung kündigt keine neue Abgabe, Einreisevorschrift, Frist, Schliessung oder Anspruchsregelung an. Für Einwohner, ausländische Bewohner und Touristen ergeben sich aus den genannten Quellen daher unmittelbar keine neuen Anträge oder Zahlungen.
Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum, den BBVA Research als begrenzenden Faktor nennt, betrifft jedoch viele Bewohner der Kanaren bereits heute. Die Prognose deutet darauf hin, dass sich dieser Druck nicht kurzfristig auflösen wird.
Offen bleibt, ob die prognostizierte Abschwächung tatsächlich eintritt und wie stark sich Preise, Auslastung, Wohnkosten und Beschäftigung entwickeln. Die verfügbaren Quellen nennen dafür keine verbindlichen Massnahmen.
Wie steht die kanarische Wirtschaft im Vergleich zu Spanien da?
Das kanarische Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll 2026 um 2,1 Prozent und 2027 um 1,9 Prozent wachsen. Damit liegt Canarias unter dem spanischen Durchschnitt: Spanien soll 2026 um 2,6 Prozent und 2027 um 2,1 Prozent zulegen.
Der Abstand beträgt 2026 0,5 Prozentpunkte und 2027 0,2 Prozentpunkte. Als Gründe nennt der Bericht den privaten Konsum, die Beschäftigung sowie den Export von Dienstleistungen, einschliesslich Tourismus.
Die Kanaren wachsen 2027 laut BBVA um 1,9 Prozent; die nationale Prognose liegt bei 2,1 Prozent. Für die Balearen wird in der Quelle kein Wert von 1,9 Prozent genannt.
Welche nächsten Schritte sind geplant?
BBVA Research erwartet für 2027 eine teilweise Rückkehr von Reisenden in konkurrierende Destinationen im Nahen Osten sowie eine stärkere Nachfrage nach weniger überlaufenen Reisezielen. Beide Bewegungen würden den Beitrag des Tourismus zum kanarischen Wachstum verringern.
Die kanarische Regierung hat für 2026 einen Tourismus-Aktionsplan mit einem Volumen von 48,3 Millionen Euro genehmigt. Die Quelle verfügbarer Informationen des Gobierno de Canarias nennt keine weiteren Termine oder konkreten Massnahmen zur Abfederung der Prognose.
Für Reisende bleibt die Lage vorerst stabil: Die aktuellen Ankunfts- und Übernachtungszahlen des ISTAC zeigen weiterhin Wachstum, wenn auch mit geringerem Tempo als in den Vorjahren.